Sicherheitsexperten warnen – Schadsoftware auf neuen Android-Geräten

softwarefehler

Wenn sich Verbraucher ein neues technisches Gerät, wie einen Computer, einen USB-Stick, ein Smartphone oder ein Tablet kaufen, gehen sie nicht davon aus, dass sie sich damit auch Schadsoftware ins Haus holen. Gewöhnlich gibt es dafür auch keinen Grund. Jedoch kam es in der Vergangenheit schon mal vor, dass beispielsweise ein neuer USB-Stick ab Werk ein solches bösartiges Programm mitbrachte. Auch Tablets und Smartphones transportieren manchmal diese unerwünschte Fracht, wie der IT-Sicherheitssoftwarehersteller Sophos und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) berichten.

Informationen ausspionieren und an Server senden

Sophos hatte vor einigen Wochen auf dem Smartphonemodell S8 Pro von uleFone eine App entdeckt, die den Namen eines eigentlich harmlosen und auch nützlichen Android-Systemdienstprogramms trug, der Sound Recorder-App. Die Experten von Sophos fanden heraus, dass die schädliche Version von dem Nutzer unbemerkt zahlreiche Informationen über das Gerät an einen Server sendet, beispielsweise die Rufnummer, Standortinformationen, die IMEI-Kennung und die Android-ID, die MAC-Adresse, Informationen über das Geräte-Modell, die Version des Betriebssystems und den genutzten Mobilfunkanbieter.

Backdoor ermöglicht Nachladen weiterer Software

Außerdem hat die schädliche App eine Nachladefunktion. Sie kann Apps herunterladen, Apps installieren und deinstallieren, Shell-Befehle ausführen und theoretisch Internetadressen in dem Browser öffnen. Durch die Nachladefunktion könnten beispielsweise Banking-Trojaner auf das Gerät nachgeladen und ausgeführt werden, warnt der BSI.

Tief in dem Android-System verankert

Die bösartige App schützt sich intelligent vor einer Entdeckung durch den Nutzer und sie tarnt ihre Aktivitäten. Sie ist so tief in dem System verankert, dass eine manuelle Entfernung durch den Nutzer nicht möglich ist. Das wäre auch für eine System-App nicht sinnvoll, wenn es sich bei dieser App in dieser Firmware-Version des Herstellers nicht um ein möglicherweise ohne das Wissen des Herstellers absichtlich verändertes Modul handeln würde.

Von größerer Verbreitung ist auszugehen

„Andr/Xgen2-CY“ nannte Sophos die Malware, die inzwischen nicht nur in dem Android-Betriebssystem des uleFone S8 Pro gefunden wurde. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik fand sie auch auf dem Tablet Eagle 804 von Krüger&Matz. Die ebenfalls getesteten aktuellen Android-Versionen der Smartphones Ulefone S8 Pro und Blackview A10 sind nicht betroffen, jedoch eine jüngere Android-Version für die Geräte, teilte das BSI mit. Es seien über 20.000 Verbindungen unterschiedlicher deutscher IP-Adressen pro Tag mit dem Remote-Server nachgewiesen. Deshalb sei von „einer größeren Verbreitung von Geräten mit dieser Schadsoftwarevariante in Deutschland“ auszugehen.

Weitere Informationen

Sicherheit im Internet – Von Datenhandel und Computerkrankheiten

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