Sicherheitsstandards von 5G zu hoch – EU fordert Sicherheitslücken

5G

Der mobile Datenhunger steigt. Die neue Generation des Mobilfunks 5G bietet eine noch höhere Geschwindigkeit als LTE, um Daten zu übertragen. Darüber hinaus ermöglicht die neue Netzwerktechnologie eine extrem schnelle Reaktionszeit. Die hohe Datenübertragungsrate und die schnelle Reaktionszeit bieten jedoch nicht nur den Nutzern von Smartphones neue Möglichkeiten, sondern gewährleisten auch neue Potentiale bei der Maschinenkommunikationen und der Vernetzung von Alltagsgegenständen (Internet of Things). Von der Europäischen Union wird nun gefordert, dass die 5G-Netzwerke den Anforderungen der Strafverfolger entgegenkommen sollen.

Was ist die Mobilfunktechnologie 5G?

Der neue Mobilfunk 5G ermöglicht durch die Bündelung mehrere Frequenzbereiche eine höhere Bandbreite. Das bedeutet, dass den Nutzern von 5G-Smartphones mehr Raum für die Datenübertragung zur Verfügung steht wodurch die Datenrate deutlich steigt. Das so genannte Network Slicing ermöglicht die zur Verfügungstellung einer Datenrate, die auf die individuellen Bedürfnisse eines jeden Nutzers abgestimmt werden kann. Diese Flexibilität spielt bei der Nutzung der neuen Mobilfunktechnologie eine entscheidende Rolle. Das neue Netz gewährleistet darüber hinaus eine bessere Kommunikation zwischen unterschiedlichsten Geräten und Maschinen. Die Reaktionszeit von unter einer Millisekunde ermöglicht eine Datenübertragung in Echtzeit, die insbesondere bei Prozessen wie zum Beispiel dem autonomen Fahren notwendig sind. Die 5G Mobilfunktechnologie Netzanbieter müssen die Mobilfunkzelle an das Glasfasernetz anbinden, da ausschließlich dort eine ausreichende Geschwindigkeit gegeben ist. Zunächst wird der Ausbau des 5G Mobilfunknetzes im städtischen Raum erfolgen.

Die Vorteile der neuen Mobilfunktechnologie auf einen Blick

Das neue Mobilfunknetz 5G ermöglicht, dass

  • die Surfgeschwindigkeit um das 100-fache ansteigt, wodurch eine 100-fach höhere Datenrate als bei LTE möglich ist
  • die Reaktionszeit (Latenz) bei unter einer Millisekunde liegt
  • die Netzkapazität um das 1000-fache erhöht wird, da mehr Nutzer über eine Zelle versorgt werden können
  • bei der Datenübertragung im Vergleich weniger Energie und Strom benötigt werden

Die EU fordert Sicherheitslücken

Aus einem Dokument des EU-Ministerrats, das der österreichischen Rundfunkanstalt (ORF) vorliegt, soll hervorgehen, dass der Anti-Terror-Koordinator der Europäischen Union Gilles de Kerchove bestimmte Sicherheitslücken in den 5G Protokollen fordert. Darüber hinaus wird in dem Dokument vor zu hohen Sicherheitsstandards für die neue Mobilfunktechnologie gewarnt. Konkret fordert die Europäische Union, dass es weiterhin möglich sein soll beispielsweise so genannte IMSI-Catcher einzusetzen. IMSI-Catcher ermöglichen den Standort eines Mobiltelefons innerhalb einer Funkzelle einzugrenzen. Die Überwachung von Smartphone-Nutzern soll demnach weiterhin möglich sein, in dem die Sicherheitsprotokolle des 5G-Netzes Schwachstellen enthalten. Von der EU wird darüber hinaus gefordert, dass die Netzanbieter dazu verpflichtet sind, mögliche Hintertüren für die Polizei oder die Geheimdienste offen zu lassen. Die EU will demnach, dass trotz der hohen Sicherheitsstandards die Überwachung der Netze nicht eingeschränkt ist. Die Europäische Union verlangt zudem, dass die neue Netzwerktechnologie ausschließlich von registrierten Unternehmen angeboten werden darf, die nachweislich über eine vollständige und entschlüsselte Kopie der Kommunikation in ihrem Netz verfügen und diese auch bereitstellen. Die strikten Authentifizierungsprozesse stehen der Strafverfolgung ebenfalls im Weg, da es Ermittlern somit nicht mehr möglich wäre, Nutzer unbemerkt abzuhören.

Die Forderungen stehen im Widerspruch zu bestimmten Eigenschaften des 5G-Netzwerks

Von Seiten des ORF wird jedoch darauf hingewiesen, dass durch die von der EU geforderten Sicherheitslücken, einige spezielle Eigenschaften des 5G-Netzes außer Kraft gesetzt würden. Hierzu insbesondere die Reaktionszeit von unter einer Millisekunde. Denn die schnelle Reaktionszeit ist nur deshalb möglich, da bestimmte Daten direkt in der 5G-Cloud verarbeitet werden, ohne überhaupt erst an die Zentrale des Telekommunikationsanbieters übermittelt zu werden.

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