Unlauterer Wettbewerb – 150. Mio. Euro Strafe gegen Google verhängt

Urteil

Gegen die beliebteste Internet-Suchmaschine Google wurde von der französischen Wettbewerbsbehörde Autorité de la Concurrence eine Strafe in Höhe von 150 Millionen Euro verhängt.

Weshalb wird Google zu der Strafe verdonnert?

Die französische Behörde wirft dem Suchmaschinen-Riesen vor, unlauteren Wettbewerb zu betreiben. Insbesondere unklare Werbung auf der Google-Ads-Seite sowie eine zu große Dominanz im Bereich der Online-Anzeigen werden beklagt. Das US-amerikanische Unternehmen hält, laut Aussage der Leiterin der Autorité de la Concurrence Isabelle de Silva, einen Marktanteil von 90 Prozent im Bereich der Online-Werbungen. Daraus ergebe sich eine außerordentliche Dominanz des US-Tech-Riesen. Rechtsanwalt Stefan Schoeller erklärt, dass Google durch die hohe Marktmacht zu deutlich strengerer Objektivität verpflichtet ist als beispielsweise kleinere Firmen. Von Seiten der französischen Behörde wird jedoch genau dieser Punkt beklagt: die Betriebsregeln für die Werbeplattform Google-Ads seien schwer verständlich sowie undurchsichtig.

Der Suchmaschine wird intransparenter Algorithmus vorgeworfen

Für das Ranking von Werbung auf Google sind verantwortlich. Dieses Ranking ist für Webseitenbetreiber, Firmen und Unternehmen sehr wichtig, da jeder möglichst weit vorn in der Suche aufgelistet werden möchte, um so präsent wie möglich zu sein. Es liegen allerdings zahlreiche Beschwerden vor, dass der Algorithmus der Suchmaschine intransparent sei und sich darüber hinaus häufig ändere. Die Beschwerden sind nachvollziehbar, da viele Webseitenbetreiber viel Geld dafür bezahlen, um möglichst weit vorne in den Suchergebnissen zu erscheinen. Ob jedoch ein Verstoß von Google gegen das Wettbewerbsrecht vorliegt, ist derzeitig noch nicht geklärt.

Nicht die erste Klage gegen Google

Der Suchmaschinen-Riese hat angekündigt, gegen die aktuell verhängte Strafe in Höhe von 150 Millionen Euro Berufung einzulegen. Bereits im Januar wurde der US-Tech-Riese von der französischen Datenschutzbehörde wegen Verstößen gegen die DSGVO zu einer Strafe in Höhe von 50 Millionen Euro verpflichtet.

Wie funktioniert der Suchalgorithmus von Google?

Die Rankingsysteme der Suchmaschine sollen gewährleisten, dass dem Nutzer die nützlichsten und relevantesten Ergebnisse in Sekundenschnelle angezeigt werden. Google gibt an, dass insbesondere die in der Suchanfrage verwendeten Wörter, die Relevanz und Nützlichkeit der Seiten, die Sachkenntnis von Quellen sowie der Standort und die Einstellungen des jeweiligen Nutzers als Faktoren herangezogen werden, um die besten Informationen zu liefern. Welche Ergebnisse einem Nutzer bei einer Suche angezeigt werden hängt, laut Google, zudem von folgenden Schlüsselfaktoren ab:

  • Wortanalyse
  • Abgleich des Suchbegriffs
  • Ranking nützlicher Seiten
  • Die besten Ergebnisse
  • Kontextbezug

Die Basis für den Algorithmus bildet die Linkstruktur. Der Algorithmus bewertet demnach die Bedeutung eines jeden Links und sortiert diese dementsprechend. Die Einstufung einer Webseite ist umso besser, je mehr Webseiten von hoher Qualität auf diese Webseite verweisen. Ob eine Seite im Ranking nützlich ist, hängt also insbesondere auch davon ab, ob andere bekannte Webseiten zu diesem Thema auf eine Seite verlinken (Backlinks). Aber auch die Formatierung, der Inhalt und der Trust einer Seite fließen in die Bewertung mit ein.

Was sind Backlinks?

Die Relevanz einer Webseite wird von der Suchmaschine auf Grund von so genannten Backlinks bewertet. Ein Backlink ist vereinfacht gesagt ein Rückverweis, also ein Link, der von einer Webseite zu einer anderen Webseite führt. Je mehr Links auf eine Webseite zeigen, desto relevanter ist sie demnach. Die essentielle Bedeutung von Backlinks wurde von Google bestätigt. Backlinks, die seriös und hochwertig sind, können bei Linkbuilding Agenturen gekauft werden.

Wie kann das Ranking zusätzlich beeinflusst werden?

Auch die so genannte Onpage-Optimierung spielt eine entscheidende Rolle dabei, ob eine gute Platzierung bei der Suchmaschine erreicht werden kann. Als Onpage-Optimierung wird die Verbesserung der inhaltlichen, technischen und strukturellen Faktoren einer Webseite zusammengefasst. Insgesamt gibt es bei Google rund 200 Rankingfaktoren, die darüber entscheiden, ob eine Webseite bei der Suche oben steht.

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