Versicherungsschutz – Die Wichtigkeit einer IT-Haftpflichtversicherung

Versicherung

Eine Terminfrist, die beispielsweise aufgrund von Krankheit nicht eingehalten werden kann, oder ein winziger Programmierfehler – bereits kleinste Fehlplanungen oder Unachtsamkeiten können in der IT-Branche schwerwiegende Folgen nach sich ziehen. IT-Dienstleister sind einem hohen Risiko ausgesetzt, weshalb eine gute IT-Haftpflichtversicherung eine essenzielle Absicherung darstellt.

Warum ist die IT-Haftpflichtversicherung so wichtig?

Ein Dienstleister oder ein Unternehmen in der IT-Branche haftet uneingeschränkt mit seinem gesamten Vermögen, sollte es zu einem Schadensersatzanspruch kommen. Dabei ist es heutzutage keine Seltenheit mehr, dass die Schadensersatzansprüche in dieser Branche schnell in einen hohen sechsstelligen Bereich gehen. Da die gesetzliche Bestimmung eine Haftung in unbegrenzter Höhe vorsieht, kann ein Schadensersatzanspruch in schwerwiegenden Fällen sogar bis zur Insolvenz eines Unternehmens oder einer Privatperson führen.

Welche Funktionen erfüllt die Versicherung?

Durch die Versicherung werden insbesondere reine Vermögensschäden abgesichert. Die IT-Haftpflicht bietet daher einen wichtigen finanziellen Schutz, da ein Dienstleister in vollem Umfang für seine Fehler haften muss. Generell werden drei wichtige Funktionen von dem Versicherer übernommen:

  1. Der Versicherer überprüft, ob der Schadensersatz überhaupt berechtigt ist. Wenn ja, wird auch die Höhe des Schadensersatzes überprüft.
  2. Stellt der Versicherer fest, dass der Schadensersatz berechtigt ist, übernimmt er die Zahlung bis zu der zuvor vereinbarten Versicherungssumme. Wurde eine Selbstbeteiligung vereinbart, wird diese abgezogen.
  3. Stellt der Versicherer fest, dass der Schadensersatzanspruch unbegründet ist, wird dieser abgewehrt. Falls nötig, werden auch der Rechtsstreit sowie die anfallenden Verfahrenskosten von dem Versicherer übernommen (passiver Rechtsschutz).

Wer benötigt diesen Versicherungsschutz?

„Digitale Gefahren betreffen vom IT-Dienstleister über das mittelständische Unternehmen bis hin zum Industriebetrieb jeden“, erklärt Robert Dietrich, Hauptbevollmächtigter von Hiscox Deutschland. Obwohl es keine gesetzliche Vorgabe für einen solchen Versicherungsschutz gibt, ist dieser für alle, die in der IT-Branche tätig sind, äußerst sinnvoll. Ein jeder Dienstleister und ein jedes Unternehmen tragen eine hohe Verantwortung gegenüber ihren Kunden. Daher sollte jeder, der eine programmierende oder beratende Leistung in diesem Bereich ausführt, über einen solchen Versicherungsschutz verfügen. Hierzu zählen unter anderem Webdesigner, EDV-Dienstleister, IT-Berater und viele mehr.

Worauf sollte bei der Haftpflichtversicherung besonders geachtet werden?

Wer sich dazu entscheidet, eine solche Versicherung abzuschließen, sollte darauf achten, welche Bereiche abgedeckt werden. Insbesondere eine offene Deckung ist wichtig. Als solche wird die automatische Mitversicherung aller IT-typischen Tätigkeiten bezeichnet, sodass die Versicherung nicht nur auf bestimmte, definierte Tätigkeiten beschränkt ist. Von Experten wird mindestens eine Deckungssumme von 500 000 Euro im Bereich der Vermögensschäden empfohlen. Wichtig ist darüber hinaus, dass der Schutz weltweit gilt. Speziell Schäden im Internet lassen sich nämlich meist nicht lokal begrenzen. Die Mitversicherung von beruflichen Randbereichen ist zusätzlich wichtig. Allgemein sollte die Haftpflichtversicherung immer auf das Unternehmen, die jeweiligen Tätigkeiten sowie die damit verbundenen Haftpflichtrisiken abgestimmt werden. Es ist zu empfehlen, dass in der Versicherung zumindest folgende Leistungskomponenten abgedeckt sind:

  • Offene Deckung
  • Weltweite Deckung
  • Rechteverletzung
  • Unbeschränkte Vorumsatz-Deckung
  • Erfüllungsfolgeschäden/Verzögerungsschäden
  • Keine Experimentier- bzw. Erprobungsklausel sowie Stand-der-Technik-Klausel
  • Vertragliche Haftung
  • Mitversicherung von beruflichen Randbereichen

In welchen Fällen greift die Versicherung?

In welchen Fällen die Versicherung letztendlich greift, hängt natürlich immer davon ab, welche Tätigkeitsbereiche von dem Versicherer abgedeckt werden. Eine IT-Haftpflichtversicherung ist beispielsweise dazu da, um Programmierfehler, Verletzungen des Urheberrechts, verpasste Terminfristen oder den Verlust von Kundendaten abzusichern.

Die positive Entwicklung der IT-Haftpflichtversicherung

Früher galt eine solche Versicherung noch als absolutes Nischenprodukt. Doch die digitale Welt verändert sich rasant und die Zahl der IT-Dienstleister nimmt immer weiter zu. Auch die Versicherungsanbieter sind auf diesen Wandel eingegangen, weshalb es zahlreiche positive Entwicklungen im Bereich der IT-Haftpflichtversicherung gibt. Hierzu zählt unter anderem die Vereinfachung der Antragsmodelle für eine solche Versicherung. Während Antragsteller früher zunächst überwiegend zahlreiche Fragen beantworten mussten, wurden diese nun radikal reduziert. Bei den Versicherungsanbietern Hiscox und Markel, müssen nur noch zwei Antragsfragen beantwortet werden – bei StarStone sogar keine einzige. Hinzu kommt, dass bei vielen Versicherungen indessen auch USA-Umsätze bis zu einem gewissen Umfang ohne einen Mehrbeitrag mitversichert sind. Heute ist es möglich, berufliche Vermögensschäden ohne Rückfrage bis zu einer Summe von 5 Millionen Euro zu versichern. Diese Entwicklung ist für viele IT-Dienstleister äußerst positiv, da viele Auftraggeber immer höhere Versicherungssummen fordern, bevor ein Projekt vergeben wird. Ebenfalls wurde die Maximierung der Deckungssumme verbessert, sodass IT-Versicherungen mittlerweile für bis zu drei Versicherungsfälle pro Versicherungsjahr in voller Höhe aufkommen. Auch bei den Versicherungsbedingungen und den Assistance-Leistungen gibt es Veränderungen. Weitere Versicherungsbausteine sind hinzugekommen. Durch den steigenden Konkurrenzdruck fallen die Beiträge für den Kunden.

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