„Smishing“-Betrugsmasche – 6 000 Euro Schaden durch Link in SMS

„Smishing“-Betrugsmasche – 6 000 Euro Schaden durch Link in SMS

Bereits seit Ende 2020 ist Deutschland von einer „Smishing“-Betrugswelle betroffen. Cyberkriminelle versenden hierbei SMS, die einen schädlichen Link enthalten, um insbesondere persönliche Daten abzugreifen. Ein 62-Jähriger klickte auf einen solchen Link und hat nun einen Schaden von insgesamt mehr als 6 000 Euro zu beklagen.

Wie kam es zu dem hohen Schaden?

Der Mann erhielt eine SMS, die über einen vermeintlich verpassten Anruf informierte, und klickte ohne Hintergedanken auf den darin enthaltenen Link. Nach wenigen Tagen kam dann das böse Erwachen: Der 62-Jährige erhält eine Rechnung über insgesamt 700 Euro. Obwohl er sein Smartphone jetzt sofort sperren lässt, ist es bereits zu spät – die Cyberkriminellen haben längst die Kontrolle über sein Gerät übernommen. Von der Mobiltelefonnummer des Betroffenen werden insgesamt mehr als 40 000 SMS von den Betrügern versendet. Einige Zeit später erhält er eine zweite Rechnung, die sich auf fast 6 000 Euro beläuft.

Weshalb ist die Smishing-Betrugsmasche so gefährlich?

Zuletzt warnte das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik im vergangenen Herbst vor der Betrugsmaschen durch SMS-Phishing. Doch auch aktuell sind immer noch entsprechende Kurznachrichten im Umlauf. Die SMS, die von den Betrügern versendet werden, enthalten oft Texte wie beispielsweise „Ihr Paket ist mit DHL Express unterwegs zu Ihnen“, „Sie haben einen verpassten Anruf“ oder Ähnliches. In den meisten Fällen geht es um ein vermeintlich bald eintreffendes Paket oder um einen vermeintlich verpassten Anruf, anschließend ist immer ein Link in der Kurznachricht zu finden. Da das Online-Shopping während der Corona-Pandemie noch weiterhin zugenommen hat, ist die Ankündigung eines vermeintlichen Pakets besonders perfide. Denn auf viele Betroffene trifft es zu, dass sie ein Paket erwarten, weshalb nichtsahnend der Link angeklickt wird. Häufig führt der Link auf Websites, auf denen persönliche Daten angegeben oder eine App gedownloadet werden soll. In Wahrheit handelt es sich allerdings um Schadsoftware, die anschließend massenhaft Kurznachrichten an alle im Smartphone gespeicherten Kontakte versendet. Während früher häufig in entsprechenden Betrugsversuchen noch zahlreiche Rechtschreibfehler im Text gab, sind die Kriminellen mittlerweile besser organisiert. In den kurzen Nachrichten sind überwiegend keine Fehler mehr zu finden, weshalb diese täuschend echt wirken. Die Deutsche Telekom meldet, dass es im vergangenen Jahr mehr als 30 000 solcher Smishing-Angriffe gab. Vodafone meldet eine fünfstellige Zahl im zweiten Halbjahr des vergangenen Jahres im Zusammenhang mit dieser Betrugsmasche.

Wie sollten sich Verbraucher verhalten?

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik informiert auf seiner Website darüber, wie sich Verbraucher verhalten sollten, um sich vor der Smishing-Betrugsmasche bestmöglich zu schützen. Dort sind Hinweise zu finden, wie sich Betroffene beim Erhalt einer entsprechenden SMS verhalten sollten, aber auch Verhaltenshinweise für Verbraucher, die den Link bereits angeklickt haben. Besonders wichtig ist es, eine Strafanzeige bei der Polizei zu stellen und zudem den Mobilfunkanbieter zu informieren. Priorität hat auch das Sichern von Beweisen auf dem Smartphone, beispielsweise durch Screenshots. Wird das Gerät auf die Werkseinstellungen zurückgesetzt, werden alle Daten gelöscht, weshalb dies unbedingt erst nach der Beweissicherung und der Strafanzeige erfolgen sollte.

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