Urteil – Zahlungsverpflichtung trotz SMS-Versand in geringem Abstand

Urteil - Zahlungsverpflichtung trotz SMS-Versand in geringem Abstand

Kurzmitteilungen (SMS) können zu vielen Zwecken verschickt werden. Sie dienen der Terminabsprache (Morgen um 5 Uhr in der Pizzeria?), der Erinnerung (Denk an die Milch!), der Gefühläußerung (HDl) und vielen anderen meist privaten Dingen. Sie können aber auch versendet werden, um an Gewinnspielen und Abstimmungen teilzunehmen. Dann werden diese Nachrichten Premium-SMS genannt und kosten häufig erheblich mehr als die Kurzmitteilungen, die an einen anderen Mobilfunk-Anschluss oder einen Festnetz-Teilnehmer versendet werden. Handy-Nutzer, die diese Art der Mitteilungen versenden, sollten sich aber vorher über die Kosten informieren – und sie dann auch zahlen. Ein Mann war Kunde eines Mobilfunk-Anbieters und war an den durch seinen Mobilfunk-Vertrag gebunden. Innerhalb kurzer Zeit wurden von seinem Mobilfunk-Anschluss so viele Premium-SMS verschickt, dass dadurch Gebühren in Höhe von etwa 250,- € entstanden. Der Kunde weigerte sich, zu zahlen, nicht er, sondern seine Tochter habe das Handy benutzt und außerdem sei es unmöglich, SMS in solche einem kurzen Zeitabstand zu verschicken. Der betrug nämlich durchschnittlich sieben Sekunden.

Die Richter des Amtsgerichts Elmshorn machten ihm klar, dass er auch für die durch Dritte verursachte Kosten zu übernehmen hat, wenn er nicht dafür Sorge trägt, dass diese keinen Zugang zu seinem Mobiltelefon haben. Außerdem sei es geübten Nutzern sehr wohl möglich, SMS mit einem solch geringem zeitlichen Abstand zu versenden. Vor allem in diesem Fall, denn sie wurden an eine Kurzwahl geschickt und mussten in den meisten Fällen noch nicht einmal einen Text enthalten. Auch die Forderung des Kunden an den Mobilfunk-Anbieter, den Text der verschickten SMS vorzulegen, bewahrte ihn nicht vor der Verpflichtung, den strittigen Betrag zu zahlen. Der Inhalt der Kurzmitteilungen dürfe wegen des Datenschutzes nämlich nicht von dem Mobilfunk-Anbieter gespeichert werden. Der von dem Anbieter vorgelegte Einzelverbindungsnachweis reichte den Richtern für eine Entscheidung aus. (Aktz.: 49 C 144/05)

Weitere Informationen

Festnetz-SMS
SMS-Preisvergleich
Gratis-SMS – SMS-Versand über das Internet
Discount-Handytarife – Vergleich
Prepaid-Karten (Guthabenkarten) – Vergleich

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Die aktuellsten telespiegel Nachrichten
BKA zerschlägt Phishing-Plattform Kratos – 200 Server abgeschaltet

BKA zerschlägt weltweit aktive Phishing-Plattform „Kratos“

Hunderttausende Opfer betroffen

Gemeinsam mit US-Ermittlern hat das BKA die weltweit aktive Phishing-Plattform „Kratos“ zerschlagen. Mehr als 200 Server wurden abgeschaltet, der mutmaßliche Administrator in Indonesien festgenommen und Hunderttausende potenzielle Opfer geschützt. […]

Freude schlägt Herzen - die beliebtesten Emojis der Deutschen

Freude schlägt Herzen

Das sind die beliebtesten Emojis der Deutschen

Lachen statt Herzen: Die Deutschen setzen in ihren Chats vor allem auf gute Laune. Eine aktuelle Bitkom-Umfrage zum World Emoji Day zeigt außerdem, wie selbstverständlich Emojis inzwischen zum digitalen Alltag gehören – und warum sie trotzdem manchmal für Missverständnisse sorgen. […]

Das Smartphone ersetzt fast alles – darauf achten Nutzer wirklich

Das Smartphone ersetzt fast alles

Darauf achten Nutzer wirklich

Eine gute Kamera gehört heute zu den wichtigsten Kaufkriterien für Smartphones. Gleichzeitig ersetzt das Gerät immer mehr Alltagshelfer, nutzt KI für Fotos und speichert zahlreiche sensible Daten, die besonders geschützt werden sollten. […]

OLG stoppt Telefónica – Urteil stärkt Kunden bei Handyverträgen

OLG stoppt Telefónica

Urteil stärkt Kunden bei Handyverträgen

Verbraucherschützer konnten vor Gericht einen Erfolg erzielen. Denn Telefónica wurde eine AGB-Klausel untersagt, mit der Mobilfunkverträge trotz Mindestlaufzeit einseitig durch das Unternehmen gekündigt werden konnten. Das Urteil stärkt die Rechte von Kunden und sorgt für mehr Vertragssicherheit. […]

KI in der App-Entwicklung: Chancen, Risiken und Trends 2026

KI in der App-Entwicklung

Chancen, Risiken und Trends 2026

Künstliche Intelligenz verändert die App-Entwicklung grundlegend. Von automatischer Codegenerierung über intelligentes UI-Design bis hin zu neuen Geschäftsmodellen: Der Ratgeber zeigt, welche Möglichkeiten KI heute bietet, wo ihre Grenzen liegen und worauf Unternehmen und Entwickler beim Einsatz achten sollten. […]

Kinder schützen durch Chats prüfen? – das hat die EU jetzt entschieden

Kinder schützen durch Chats prüfen?

Das hat die EU jetzt entschieden

Das EU-Parlament hat einer neuen Übergangsregelung zur Chatkontrolle zugestimmt. Die Maßnahme bleibt dennoch umstritten und innerhalb der EU wird weiter an einer langfristigen gesetzlichen Lösung für den Kinderschutz gearbeitet. […]