Urteil – Kreditinstitut haftet nicht bei Tippfehler in Online-Überweisung

Urteil

Flexibel, schnell und unkompliziert können Bankgeschäfte per Online-Banking erledigt werden. Keine Wartezeit am Schalter, kein mühsames Eintippen am Terminal, während andere Kunden darauf warten, dass sie selber in benutzen können, kein Stress. Online-Banking hat diverse Vorteile. Doch es gibt auch Nachteile. Dazu zählt die abweichende Regelung für Überweisungen, um die es in folgenden Gerichtsurteil geht.

Es ist schnell mal geschehen. Bei der Angabe der Kontonummer des Überweisungsempfängers hat sich eine Zahlendreher eingeschlichen. So passierte es einem Mieter, der seinem Vermieter die Wohnungsmiete vom heimischen PC aus überwiesen hatte. Zwar gelangte seine Überweisung nicht auf das Konto seines Vermieters, doch auch die fälschlich angegebene Kontonummer war vergeben und so erhielt jemand anders das Geld. Der Empfänger weigerte sich jedoch, dem Mieter das zu Unrecht erhaltene Geld zurück zu überweisen. Der Mieter klagte gegen seine Bank. Der, so glaubte er, hätte auffallen müssen, dass Empfängername und Kontonummer nicht übereinstimmten und hätte seine Überweisung stoppen müssen.

Das Landgericht Berlin wies das jedoch zurück. Bei beleglosem Zahlungsverkehr wie dem Online-Banking sei der Kunde selber für die Richtigkeit seiner Angaben verantwortlich. Der Zahlungsvorgang bei einer Online-Überweisungen richte sich nur nach der angegebenen Kontonummer und der Bankleitzahl. Lediglich im schriftlichen Überweisungsverfahren (dazu zählt auch das Banking an Terminals) habe das Kreditinstitut die Pflicht, den Namen und die Kontonummer des Kontoinhabers miteinander zu vergleichen, um die Übereinstimmung zu kontrollieren und die Überweisung eventuell zu stoppen. Wären die Kreditinstitute auch beim Online-Banking dazu verpflichtet, würde der zusätzliche Aufwand die Rationalität des Online-Bankings zunichte machen.

Landgericht Berlin, Aktz.: 57 S 116/00

Update vom 27.05.2008

Das Amtsgericht München veröffentlichte ein gleichlautendes Urteil. (Aktz.: 222 C 5471/07

Weitere Informationen

Gerichtsurteile – Internet
In dem Internet einkaufen

 

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


3 × 5 =

Die aktuellsten telespiegel Nachrichten
Kleinanzeigenportal – Polizei warnt vor angeblichen PayPal-Zahlungen

Kleinanzeigenportal

Polizei warnt vor angeblichen PayPal-Zahlungen

Aktuell warnt die Polizei Niedersachsen vor einer Internetbetrugsmasche, die bereits seit längerer Zeit bekannt ist. Die Betrüger täuschen bei einem Kleinanzeigenportal gefälschte PayPal-Bezahlungen vor. Das Geld wird bei dem betroffenen Verkäufer jedoch nie auf dem Konto eingehen. […]

Home-Router im Test – erhebliche Sicherheitsmängel bei vielen Geräten

Home-Router im Test

Erhebliche Sicherheitsmängel bei vielen Geräten

Sicherheitsforscher des Frauenhofer-Instituts haben 127 Home-Router unter die Lupe genommen und auf verschiedene Sicherheitsaspekte geprüft. Keines der getesteten Geräte war frei von Schwachstellen. Im Gegenteil: einige Router weisen sogar erhebliche Sicherheitsmängel auf. […]

Digitalisierung – Tiefgreifende Veränderung im Unterricht ist notwendig

Digitalisierung

Tiefgreifende Veränderung im Unterricht ist notwendig

Während der Corona-Krise hat sich erneut deutlich gezeigt, dass die Digitalisierung an Schulen in Deutschland nicht ausreichend ist. Neben der Bereitstellung von Hard- und Software, werden ebenfalls ein guter technischer Support sowie Weiterbildungen für die Lehrkräfte benötigt. […]

Adobe Flash Player – Software zerstört sich am 31. Dezember 2020 selbst

Adobe Flash Player

Software zerstört sich am 31. Dezember 2020 selbst

Vor drei Jahren wurde das Ende des Adobe Flash Players angekündigt. Am 31. Dezember dieses Jahres ist nun endgültig Schluss. Ab dem Jahr 2021 kann die Software nicht mehr verwendet werden. Die Entwickler empfehlen Nutzern den Flash Player bereits vor diesem Datum rückstandlos zu deinstallieren. […]