Urteil – Firmen dürfen gekaufte Kontaktdaten nicht ungeprüft zur Telefonwerbung verwenden

Urteil - Firmen dürfen gekaufte Kontaktdaten nicht ungeprüft zur Telefonwerbung verwenden

Woher ihr Gesprächspartner ihre Rufnummer bekommen hatte, war Frau K. rätselhaft. Es handelte sich nicht einfach nur um einen Zufall, der Anrufer hatte sie sogar mit ihrem vollen Namen angesprochen. Einen Handyvertrag wollte er ihr verkaufen und das, obwohl sie gar keinen benötigte. Zu diesem Zweck hatte er sie an ihrem privaten Telefonanschluss angerufen und Frau K. damit überrumpelt. Auf die Frage, von wem er ihre Rufnummer und ihren Namen habe, antwortete der Anrufer barsch, die Daten seien von einem anderen Unternehmen gekauft worden, bei dem Frau K. angeblich eine Einwilligung zur Telefonwerbung erteilt habe. Um welches Unternehmen es sich handele, dürfe er ihr freilich nicht sagen.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat nun ein Urteil erwirkt, das Firmen die Verwendung von gekauften Kontaktdaten zur Telefonwerbung ohne vorherige Prüfung verbietet. Die Verbraucherschützer waren gegen ein Unternehmen vorgegangen, das sich bereits durch eine Unterlassungserklärung verpflichtet hatte, zukünftig keine Verbraucher mehr ohne deren Einverständnis zu Werbezwecken anzurufen.

Die Firma hatte von einem österreichischen Meinungsforschungsinstitut personenbezogene Daten gekauft und diese Kontaktdaten genutzt, um Verbraucher zu Marketingzwecken anzurufen. Eine Verbraucherin beschwerte sich bei der Verbraucherzentrale und die Verbraucherschützer leiteten ein Vertragsstrafeverfahren gegen das Unternehmen ein. Die Firma wollte jedoch nicht zahlen. Die Verbraucherschützer reichten Klage bei dem Landgericht Traunstein ein.

Die Verbraucherin habe sich dem Meinungsforschungsinstitut, von dem die Daten bezogen worden waren, mit Werbeanrufen einverstanden erklärt, verteidigte sich das Unternehmen. Also habe das Einverständnis der Angerufenen vorgelegen. Doch die Erlaubnis bezog sich lediglich auf Anrufe zu einer bestimmten Studie und nicht auf weitergehende Anrufe.

Das Unternehmen hätte prüfen müssen, zu welchem Zweck die gekauften Kontaktdaten erhoben worden seien und wozu sich die Person einverstanden erklärt habe, urteilte das Gericht. Insbesondere sei eine solche Prüfung nötig gewesen, weil sich das verkaufende Institut im Ausland befindet, in dem eventuell von dem deutschen Recht abweichende Bestimmungen gelten. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Landgericht Traunstein, Aktz.: 7 O 318/08

Weitere Informationen

Dt. Telekom – Tarife und Anschluss
Arcor – Tarife und Anschluss
Alice – Tarife und Anschluss
Telefontarif
Günstig telefonieren mit Call by Call

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


7 + drei =

Die aktuellsten telespiegel Nachrichten
Betrugsmasche in Facebook – Trickbetrüger geben sich als Prominente aus

Betrugsmasche in Facebook

Trickbetrüger geben sich als Prominente aus

Im Glauben daran, eine Familienbeihilfe in Höhe von 30 000 Euro zu erhalten, überwies eine Seniorin aus der Nähe von Hannover mehr als 2 200 Euro an Betrüger. Diese hatten sich zuvor auf Facebook als bekannter Politiker ausgegeben. […]

Telegram-Premiumversion – exklusive Features gegen monatliche Gebühr

Telegram-Premiumversion

Exklusive Features gegen monatliche Gebühr

Telegram geht als erster großer Messenger-Dienst den Schritt und führt eine kostenpflichtige Premium-Version ein. User, die diese Mitgliedschaft abschließen, können auf exklusive Features zurückgreifen, die in der Basisversion nicht zur Verfügung stehen. Auch WhatsApp könnte bald auf ein ähnliches Modell setzen. […]

O2 myHome-Tarife – 50% inkl. 120 Euro Ersparnis für alle Neukunden

Die O2 myHome-Tarife

50% inkl. 120 Euro Ersparnis für alle Neukunden

Neukunden, die sich für einen der O2 myHome-Tarifen über LTE/5G entscheiden, erhalten 50% auf den Anschlusspreis sowie eine monatliche Preisersparnis von jeweils 10 Euro im ersten Jahr. Die HomeSpot-Tarife ermöglichen es, schnell und unkompliziert loszusurfen. […]

KFZ-Versicherung – Wenigfahrer können oft bei den Beiträgen sparen

KFZ-Versicherung

Wenigfahrer können oft bei den Beiträgen sparen

Um bei einer KFZ-Versicherung als Wenigfahrer gegenüber Vielfahrern zu sparen, sollte eine Kilometer-Versicherung gewählt werden. Heutzutage bieten die meisten Versicherungen entsprechende Tarife an, bei denen nur die Kilometer abgerechnet werden, die tatsächlich zurückgelegt wurden. […]

Von 0 auf 50% in 5 Minuten – das neue Smartphone GT Neo 3 von Realme

Von 0 auf 50% in 5 Minuten

Das neue Smartphone GT Neo 3 von Realme

Der chinesische Hersteller Realme hat ein neues Smartphone auf den Markt gebracht, das insbesondere durch seine enorme Ladeleistung überzeugt. Das GT Neo 3 kann innerhalb von nur fünf Minuten von 0 auf 50 Prozent aufgeladen werden. Ein leerer Akku gehört damit der Vergangenheit an. […]

WLAN-Passwörter – BSI gibt Empfehlungen für mehr Sicherheit

WLAN-Passwörter

BSI gibt Empfehlungen für mehr Sicherheit

Durch einen Router-Hack erhalten Cyberkriminelle Zugriff auf das gesamte WLAN-Netzwerk. Um sich vor einem solchen Angriff zu schützen, gibt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik Verbrauchern Tipps, wie der Router mit einem sicheren Passwort geschützt werden kann. […]