Umfangreiche Speicherung von Telefondaten – Mobilfunkanbieter in der Kritik

Handy

Das Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung war schon immer umstritten. Es sollte eine Richtlinie der EU umsetzen und die Telefonanbieter dazu verpflichten, die Verbindungsdaten ihrer Kunden bis zu sechs Monate lang zu speichern. Die Speicherung der Telefondaten auf Vorrat über einen langen Zeitraum soll der Gefahrenabwehr und der Strafverfolgung dienlich sein. Im Jahr 2010 kippte das Bundesverfassungsgericht das deutsche Gesetz. (telespiegel-News vom 02.03.2010) Bis es verbessert worden sei, dürften lediglich jene Daten erfasst und gespeichert werden, die die Telefonanbieter zur Abrechnung ihrer Dienste benötigen.

Einem Bericht der Berliner Zeitung zufolge, der sich nach Angaben der Zeitung auf eine vertraulichen Aufstellung der Generalstaatsanwaltschaft München stützt, speichern die meisten deutschen Mobilfunkanbieter viel mehr und dauerhafter Kundendaten, als zulässig ist. Drei der vier deutschen Mobilfunk-Netzbetreiber und -Anbieter, nämlich T-Mobile, Vodafone und E-Plus, speichern Verkehrsdaten bis zu sechs Monate lang. Dazu zählen Informationen darüber, „welcher Kunde wie lange aus welcher Mobilfunkzelle mit wem telefoniert hat„. Lediglich der Mobilfunknetzbetreiber o2 löscht die meisten der Daten nach sieben Tagen. Der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung bezeichnete das Vorgehen der Telefonanbieter als illegal.

Update vom 08.09.2011

Einige Telekommunikationsanbieter haben inzwischen auf die Vorwürfe reagiert. Sie entgegnen, ihr Vorgehen sei nicht illegal, denn sie handelen im Rahmen der Gesetze. Informationen würden nur für technische Zwecke und zur Abrechnung aufbewahrt. Ihr Vorgehen sei mit den Datenschutzbeauftragten abgesprochen.

Update vom 18.06.2012

Erneut meldet sich der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung zu Wort, der nach dem Bericht der Berliner Zeitung diverse Provider angezeigt hatte. Auf seiner Internetseite veröffentlichte der AK ein Dokument, aus dem unter anderem hervorgeht, dass die Provider Verbindungsdaten je nach Abrechungsmodell bis zu 210 Tage lang speichern. Neben einer Erhebung der Bundesnetzagentur von Januar bis März 2011, enthält das Dokument Kopien von Schriftwechseln zwischen der Behörde und den Providern.

Weitere Informationen

Handyvertrag Vergleich
Prepaidtarif Vergleich
Smartphone Tarife Vergleich
Handy Flatrate Vergleich

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


1 × fünf =

Die aktuellsten telespiegel Nachrichten
urteil

Blauer Haken in WhatsApp

Urteil: Wirksamwerden der Willenserklärung

Das Landgericht Bonn hat entschieden, dass die zwei blauen Haken bei WhatsApp eine Willenserklärung wirksam machen. Zudem wurde erklärt, dass Vertragsparteien alle Kommunikationswege überprüfen müssen, die bisher verwendet wurden. […]

Dubioser Punkteklau - Payback-Kunden in Aufregung

Dubioser Punkteklau

Payback-Kunden in Aufregung

Die Aufregung unter Payback-Kunden ist groß. „Abzocke“, „Betrug“ und „Punkteklau“ lauten die Vorwürfe, die derzeit die Verbraucherzentrale NRW, Facebook und Bewertungsportale erreichen. Denn bei vielen Kunden sind plötzlich die Guthabenpunkte, oftmals im Wert von 50 oder 100 Euro, teilweise sogar weit darüber verschwunden. […]

Bundesgerichtshof verbietet überhöhte Pauschale für Inkassokosten

Bundesgerichtshof

Verbot überhöhter Pauschale für Inkassokosten

Energieversorger dürfen keine überhöhten Inkassokosten verlangen, wenn sie Zahlungen bei säumigen Kunden eintreiben lassen. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) nach einer Klage des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) gegen die SWM Versorgungs GmbH entschieden. […]

BGH-Urteil – ist der Radiorecorder-Dienst ZeeZee urheberrechtswidrig?

BGH-Urteil

Ist der Radiorecorder-Dienst ZeeZee urheberrechtswidrig?

Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe hat in einem Urteil klargestellt, dass der Internet-Radiorecorder ZeeZee nicht als Hersteller urheberrechtwidriger Vervielfältigungen anzusehen ist. Ein Plattenlabel hatte gegen ZeeZee auf Unterlassung geklagt. Nun muss erneut das Oberlandgericht über die Angelegenheit entscheiden. […]

Corona-Krise – Berufliche Weiterbildung Zuhause am eigenen Computer

Corona-Krise

Berufliche Weiterbildung Zuhause am eigenen Computer

Während der Corona-Krise finden viele Veranstaltungen nicht statt. Doch für eine berufliche Weiterbildung wird nicht mehr als ein PC und eine stabile Internetverbindung benötigt. Zahlreiche Weiterbildungsträger bieten mittlerweile ein breit gefächertes Programm verschiedener Online-Seminare an. […]