Preiserhöhung bei 010040 Call-by-Call – Bundesnetzagentur ermittelt gegen Anbieter

Rechnung

Durch die Nutzung einer Vor-Vorwahl können Kunden an einem Telekom-Festnetztelefonanschluss einen alternativen Anbieter für Telefonet verwenden. Im besten Fall ist dessen Tarif wesentlich günstiger als der Standardtarif der Telekom. Doch vielen Call-by-Call-Nutzern sind auch die Tricks einiger Call-by-Call-Anbieter hinlänglich bekannt. Die Preise der Vor-Vorwahlen können sich rapide und extrem ändern. Telefonate, die seit langem besonders günstig sind, kosten vielleicht in der nächsten Stunde das Hundertfache.

Seit die Preisansagepflicht für Call-by-Call im August in Kraft getreten ist (telespiegel-News vom 01.08.2012), sind Verbraucher vor den Folgen solcher taktischen Preissprüngen besser geschützt. Es gibt zwar trotzdem Kostenfallen, doch bei genauem Hinhören während der Preisansage sollten drastische Preiserhöhungen auffallen.

Preiserhöhungen, wie die der Vor-Vorwahl 010040, dessen Tarife in der telespiegel-Datenbank seit längerem gesperrt sind. Der ehemalige Provider Mox Telecom bot lange Zeit günstige Ferngespräche an. Ende des letzten Jahres wurde die Call-by-Call-Vorwahl von der 010040 GmbH übernommen. Die hob den Preis für Ferngespräche am 02. Juli 2012 ohne vorherige Ankündigung um mehr als das Hundertfache auf 1,99 € pro Minute an.

Nun erhielten vermutlich Tausende Telefonkunden hohe Rechnungen mit Forderungen der 010040 GmbH. Im Einzelfall sollen sie bis zu 500,- € betragen. Verbraucherschützer befürchten, dass viele Kunden die Beträge ohne Widerspruch bezahlt haben, einfach weil sie den Aufwand scheuen. Doch viele Beschwerden bei der Bundesnetzagentur sorgen dafür, dass diese den Anbieter sanktionieren kann.

Nach Informationen der „Rheinischen Post„ liegen der Behörde bereits einige Beschwerden vor. Die Behörde prüfe die Vorwürfe gegen die 010040 GmbH und könnte ein Rechnungslegungs- und Inkassierungsverbot verhängen. Ein Sprecher der Bundesnetzagentur sagte, es sei noch die Frage zu klären, wie deutlich die Preisansage des Anbieters war. Deshalb sollen sich möglichst viele betroffenen Verbraucher bei der Bundesnetzagentur melden, zum Beispiel per Email: rufnummernmissbrauch@bnetza.de.

Update vom 13.11.2012

Die Rheinische Post berichtet, dass gegen den Betreiber der 010040 bei der Staatsanwaltschaft Krefeld Strafanzeige wegen versuchtem Betrug und versuchtem gewerbsmässigen Wucher eingereicht wurde.

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