SMS-Nachfolger joyn – Vodafone startete neuen Messenger-Dienst

Vodafone startet Messengerdienst joyn in Deutschland

Heute startet der erste Mobilfunknetzbetreiber in Deutschland den neuen Dienst joyn. Vodafone teilte mit, dass Kunden im Vodafone-Netz den Messenger-Dienst nun verwenden können. Über eine Applikation, eine sogenannte App, können die Nutzer Nachrichten an andere joyn-Nutzer versenden. Sie können auch Dateien, Bilder, Videos, Sprachnachrichten, Standortdaten und Kontaktdaten austauschen. Über das LTE-Netz von Vodafone (und mit LTE-fähiger Hardware) sind zudem Sprach- und Videotelefonate über die App möglich. Derzeit ist die App nur für Android-Smartphones erhältlich. Interessenten können sich die kostenlose App aus dem Google Play Store herunterladen. Künftig möchte der Anbieter die App auf von ihm verkaufte Android-Smartphone vorinstallieren. Später sollen auch andere Plattformen unterstützt werden, beispielsweise ist eine App für das iPhone angedacht.

Anders als offenbar demnächst der Mobilfunkprovider Telekom (telespiegel-News vom 13.06.2012) bietet Vodafone eine kostenlose Nutzung an. Nachrichten kosten demnach nichts, doch das für die Übertragung benötigte Datenvolumen geht zulasten des Kunden und kann beispielsweise mit einer mobilen Datenflatrate abgedeckt werden. Alternativ gilt der Preis für Datenverbindungen je MB oder Minute, der dem verwendeten Mobilfunktarif zugrunde liegt.

Andere Mobilfunknetzbetreiber stehen mit joyn ebenfalls in den Startlöchern. Neben Vodafone und demnächst Telekom wird auch o2 bald den Messenger-Dienst unterstützen, der als Nachfolger der SMS bezeichnet wird. Die herkömmlichen SMS wurden über den Steuerkanal des Mobilfunkanschlusses gesendet und verschaffte den Anbietern reichlich Gewinne bei geringem Aufwand. joyn funktioniert ähnlich wie bereits weit verbreitet Messengerdienste, nämlich als Datenübertagung über das mobile Internet. Es bietet auch vergleichbare Funktionen wie die bei den Nutzern bereits beliebten Dienste von WhatsApp und Co., inklusive der weltweit möglichen Verwendung.

Beobachter vermuten, dass joyn nur geringe Chancen hat, auf eine breite Akzeptanz bei den Nutzern zu stoßen, unter anderem weil andere Dienste auf diesem Bereich bereits so erfolgreich sind. Auch dass Smartphone-Apps wie WhatsApp bereits seit langen für zahlreiche Plattformen verfügbar sind, ist ein Grund für deren massenhafte Verbreitung. WhatsApp teilte kürzlich mit, dass seine Nutzer täglich rund 6 Milliarden Nachrichten über den Dienst empfangen. Nachrichten, die nicht über die Messenger-Dienste der Mobilfunkbetreiber, sondern über den Drittanbieter verschickt werden. (telespiegel-News vom 27.08.2012) Angesichts dieser Zahlen stellt sich die Frage, ob der Versuch der Netzbetreiber, nun eine eigene als SMS-Nachfolger deklarierte Variante dieser Dienste zu starten, den erhofften Erfolg bringen wird. Vielleicht ist es dafür einfach zu spät.

Update vom 04.03.2013

Die Telekom startete nun ebenfalls den Dienst joyn.

Update vom 20.03.2013

Die joyn-App ist nun auch für iOS-Geräte verfügbar.

Update vom 12.07.2013

Die joyn-App ist nun auch für Android-Smartphones ab der Version 2.3, für Apple iOS ab der Version 4.3 und für das Betriebssystem Windows Phone 8 verfügbar.

Update 09.15.2015

Das Produkt Joyn ist komplett gescheitert, nun wird ein neuer Versuch mit dem Nachfolger Message+ gestartet.

Weitere Informationen

WhatsApp und seine Alternativen
Mobilfunktarife
Mobiles Internet

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


11 + 13 =

Die aktuellsten telespiegel Nachrichten
Die aktuellen O2-Tarif-Angebote – hier können Selbständige sparen

Die aktuellen O2-Tarif-Angebote

Hier können Selbständige sparen

Aktuell sparen Selbständige bei den O2 HomeSpot-Tarifen die Anschlussgebühr in Höhe von 69,99 Euro. Zusätzlich gibt es auch bei den Mobilfunk-Tarifen aktuell attraktive Angebote für Selbständige, die bis einschließlich 6. September 2022 gültig sind. […]

Gerichtsurteil

Urteil

Rückforderungsanspruch gegen Online-Glücksspielanbieter

Das Landgericht Hamburg hat entschieden, dass der Rückforderungsanspruch eines Klägers gegen einen Online-Glücksspielanbieter mit Sitz in Malta gerechtfertigt ist. Der Kläger hatte zuvor mehr als 61 000 Euro in dem Online-Casino verloren. Dieses besitzt jedoch keine Lizenz für das entsprechende Bundesland. […]

Vorsicht vor hohen Roaming-Gebühren – diese Roaming-Fallen gibt es

Vorsicht vor hohen Roaming-Gebühren

Diese Roaming-Fallen gibt es

Im EU-Ausland profitieren Verbraucher von „Roam like at Home“. Es gibt jedoch Ausnahmen, bei denen dennoch Roaming-Gebühren anfallen können. Auch außerhalb der EU, auf dem Schiff oder in einem Flugzeug kann es sehr schnell sehr teuer werden. Verbraucher sollten daher einige Roaming-Fallen kennen. […]