Untersagt – Günstige Preise bei Großhandelsplattformen locken Endverbraucher

onlineshopping

Auf Online-Einkaufsplattformen wie zum Beispiel melango.de, gewerblicheinkaufen.de und onlinebusinessportal.de, die von der JW Handelssysteme GmbH aus Chemnitz betrieben wurden, wurden den Besuchern Waren zu besonders günstigen Preisen angeboten. Zwar war in dem Kleingedruckten zu lesen, dass sich die Angebote nur an Gewerbetreibende richteten, sie lockten aber auch Endverbraucher. Manche Kunden trugen bei der Anmeldung in dem Online-Shop sogar eine Firma ein, die es nicht gibt oder die ihnen nicht gehört, um von den günstigen Preisen profitieren zu können. Gedanken daran, dass es vielleicht nicht mit rechten Dingen zugehen kann, wurden angesichts der verlockenden Preise offenbar verdrängt.

Die Verbraucherzentrale Sachsen berichtet, dass im Anschluss an die Anmeldung nicht die günstige Ware, sondern eine Rechnung über eine Jahresmitgliedschaft folgte. Viele Verbraucher haben den Verbraucherschützern zufolge den geforderten Betrag, nicht zuletzt auch wegen ihrer Lüge bei der Anmeldung, gezahlt. In einem weiteren Beispiel der Verbraucherzentrale, der noch online stehenden Webseite YaTaDa.de, verschafft der Anbieter laut seinen Angaben „dem Nutzer den entgeltlichen Zugang zu ihrer Datenbank im Rahmen eines entgeltlichen zweijährigen (Mindestvertragslaufzeit) Abonnements.„ Das koste 240,- € pro Jahr und verlängere sich regelmäßig, wenn es nicht schriftlich gekündigt werde.

Das Landgericht Leipzig hat es den JW Handelssysteme GmbH am 26. Juli 2013 untersagt, Verbrauchern in dem Internet Waren anzubieten, ohne den gesetzlich vorgeschriebenen Kaufen-Button zu verwenden (Az. 08 O 3495/12). Den Einwand des Unternehmens, das Angebot richte sich gar nicht an Verbraucher, sondern an Gewerbetreibende, ließ das Gericht nicht gelten. Auf der Webseite melango.de seien Verbraucher nicht ausdrücklich ausgeschlossen und es sei auch möglich, ohne Angabe eines Firmennamens zu bestellen. Der Hinweis auf einen lediglich gewerblichen Zugang sei leicht zu übersehen.

Die Verbraucherzentrale rät, bei unrealistisch niedrigen Preisen skeptisch zu sein. Es sei ratsam, zunächst in dem Internet nach Erfahrungen von anderen Verbrauchern mit dem Anbieter zu suchen. Auch die Präsentation von YaTaDa widerspreche den verbraucherschützenden Regeln und den Maßgaben des Leipziger Urteils, meinen die Verbraucherschützer. Es ist nicht auszuschließen, dass weitere solcher Portale eröffnet werden. Schnäppchenjäger sollten deshalb vorsichtig sein.

Weitere Informationen

Onlinekauf – Sicher handeln

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


14 − 12 =

Die aktuellsten telespiegel Nachrichten
urteil

Blauer Haken in WhatsApp

Urteil: Wirksamwerden der Willenserklärung

Das Landgericht Bonn hat entschieden, dass die zwei blauen Haken bei WhatsApp eine Willenserklärung wirksam machen. Zudem wurde erklärt, dass Vertragsparteien alle Kommunikationswege überprüfen müssen, die bisher verwendet wurden. […]

Dubioser Punkteklau - Payback-Kunden in Aufregung

Dubioser Punkteklau

Payback-Kunden in Aufregung

Die Aufregung unter Payback-Kunden ist groß. „Abzocke“, „Betrug“ und „Punkteklau“ lauten die Vorwürfe, die derzeit die Verbraucherzentrale NRW, Facebook und Bewertungsportale erreichen. Denn bei vielen Kunden sind plötzlich die Guthabenpunkte, oftmals im Wert von 50 oder 100 Euro, teilweise sogar weit darüber verschwunden. […]

Bundesgerichtshof verbietet überhöhte Pauschale für Inkassokosten

Bundesgerichtshof

Verbot überhöhter Pauschale für Inkassokosten

Energieversorger dürfen keine überhöhten Inkassokosten verlangen, wenn sie Zahlungen bei säumigen Kunden eintreiben lassen. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) nach einer Klage des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) gegen die SWM Versorgungs GmbH entschieden. […]

BGH-Urteil – ist der Radiorecorder-Dienst ZeeZee urheberrechtswidrig?

BGH-Urteil

Ist der Radiorecorder-Dienst ZeeZee urheberrechtswidrig?

Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe hat in einem Urteil klargestellt, dass der Internet-Radiorecorder ZeeZee nicht als Hersteller urheberrechtwidriger Vervielfältigungen anzusehen ist. Ein Plattenlabel hatte gegen ZeeZee auf Unterlassung geklagt. Nun muss erneut das Oberlandgericht über die Angelegenheit entscheiden. […]

Corona-Krise – Berufliche Weiterbildung Zuhause am eigenen Computer

Corona-Krise

Berufliche Weiterbildung Zuhause am eigenen Computer

Während der Corona-Krise finden viele Veranstaltungen nicht statt. Doch für eine berufliche Weiterbildung wird nicht mehr als ein PC und eine stabile Internetverbindung benötigt. Zahlreiche Weiterbildungsträger bieten mittlerweile ein breit gefächertes Programm verschiedener Online-Seminare an. […]

„Letzte Meile“ – Bundesnetzagentur legt Mustervertrag für Zugang fest

„Letzte Meile“

Bundesnetzagentur legt Mustervertrag für Zugang fest

Die Bundesnetzagentur hat der Telekom einen neuen Mustervertrag für den Zugang zur sogenannten „letzten Meile“ vorgelegt. Zuvor war es immer wieder zu Streitigkeiten zwischen den Wettbewerbern und der Telekom gekommen. Das vorgelegte Standardangebot ist bis Ende 2025 gültig. […]