Eigentor – O2 kündigt DSL-Drosselung für Poweruser an

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O2 ist dabei, ein klassisches Eigentor zu schießen. Die Telefonica-Marke hat angekündigt, ab Oktober 2014 eine Datendrosselung für DSL-Anschlüsse einzuführen. Dabei wird die Verbindungsgeschwindigkeit auf 2 MBit/s reduziert, wenn ein Kunde dreimal hintereinander ein Datenvolumen von über 300 GB verursacht. Betroffen sind die O2 DSL-Tarife All-in M und All-in L. Für den Tarif All-in S besteht eine Begrenzung auf 100 GB.

Vor dem Hintergrund der angekündigten und inzwischen wieder zurückgenommenen DSL-Drosselung der Telekom erscheint der O2-Plan als überaus unklug. Der Imageschaden für die Telekom war riesig, als sie ähnliche Pläne umzusetzen versuchte. Die Resonanz in Medien und von Kunden war so heftig, dass der Marktführer von seinem Vorhaben Abstand genommen hat. Bei Telefonica ist man sich dieser Auswirkung scheinbar nicht bewusst. Denn der Anbieter setzt nicht nur aufs gleiche Pferd, sondern ist in der Konzeption der Drosselung inkonsequent.

O2 wird ab 1. Oktober 2014 den Fair-Use-Vorteil für alle Neukunden und alle Bestandskunden mit einer entsprechenden Vertragsklausel einführen. Das heißt jedoch nicht, dass Nutzer einen Vorteil haben. Hinter dem schön klingenden Namen Fair-Use-Vorteil versteckt sich eine Drosselungsgrenze. Denn die All-in-DSL-Tarife M und L von O2 enthalten zukünftig eine Höchstgrenze von 300 GB Datenvolumen. Wird diese dreimal hintereinander überschritten, drosselt der Anbieter die Leitung des Kunden dauerhaft auf 2 MBit/s. Das Unternehmen führt an, dass der Durchschnittsverbrauch nach einer Erhebung der Bundesnetzagentur bei 21 GB liegt. Umso unverständlicher ist, warum eine Drosselung erst bei einem Volumen von 300 GB greift. Ebenso unverständlich ist, warum für gerade mal 4,99 Euro Aufschlag weitere 100 GB Volumen hinzugebucht werden können und für 14,99 Euro aus der „Drossel-Flat„ ein Anschluss mit unlimitiertem Transfervolumen wird. Die Zielrichtung der Drosselung erscheint daher unklar.

300 GB werden nur wenige Nutzer erreichen. Denn die Datenmenge wird zum Beispiel nur erreicht, wenn über einen Anschluss ca. 340 Stunden Video-Streaming konsumiert werden. Betroffen könnten aber Poweruser sein, die intensiv Online-Spiele zocken oder Familien mit mehreren Vielsurfern. Gerade weil die Datengrenze so hoch festgelegt wurde, ist das Ansinnen von O2 kaum nachvollziehbar. Es droht ein Imageschaden, es wird kaum Mehreinnahmen geben und den Bedarf nach immer mehr Datenvolumen wird die Telefonica-Marke durch solche DSL-Angebote kaum gerecht werden können.

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