Abgeschnitten – Unternehmen eine Woche ohne Telefon

Abgeschnitten - Unternehmen eine Woche ohne Telefon

Horrormeldungen wie diese gibt es immer wieder. „Telekom lässt Kunden im Regen stehen“ oder „Anschluss seit Tagen nicht erreichbar“. Aus nächster Nähe durfte der telespiegel wieder einmal erleben, was eine solche Kleinigkeit für die Betroffenen heißt. So geschehen in den letzten Tagen in Hannover.

Ein ganzes Unternehmen ist seit einer Woche ohne Telefon. Der Grund: Die Telekom und der regionale Anbieter htp aus Hannover konnten nicht wie gewünscht die Bandbreite auf 8 Mbit/s erhöhen. Stattdessen gab es eine Woche lang einen Totalausfall. Der telespiegel hat sich der nicht zuletzt auch wirtschaftlich kritischen Angelegenheit angenommen und sich für das Unternehmen eingesetzt.

Der Fall: Telekom führt htp-Auftrag nicht aus

Zum 23. November 2016 hat ein Unternehmen in Hannover seinen langjährigen Regionalanbieter htp damit beauftragt, den Telefon- und Internetanschluss upzugraden. Ziel war eine Bandbreitenerhöhung auf 8 GBit/s. Statt der erhofften größeren Bandbreite gab es jedoch einen Totalausfall. Auf Bestreben des Unternehmens hatte htp zumindest sehr schnell die Rufnummer auf das Handy der Geschäftsführung umgeleitet. Denn der Geschäftsbetrieb des Unternehmens lag ohne Telefon und Internet nahezu brach.

Da htp bei diesem Anschluss auf das Telekom-Netz zugreift, musste das Unternehmen einen Techniker der Telekom mit einer Entstörung beauftragen. Dieser sollte am 25. November die Leitung wiederherstellen. Er erschien zwar, behauptete jedoch nach kurzer Prüfung, die Bandbreite von 8 GBit/s wäre an diesem Anschluss nicht realisierbar. Der Techniker verließ daraufhin nach Rücksprache mit der Telekom-Zentrale das Unternehmen wieder.

Das Unternehmen wandte sich an htp und drängte auf Entstörung. htp verweis auf die Telekom und beauftragte erneut einen Techniker für den 30. November. Das Unternehmen bat den telespiegel um Unterstützung. Dieser setzte sich mit htp in Verbindung. Daraufhin orderte htp bei der Telekom eine Express-Entstörung. Seit dem 30. November hat die Firma nun endlich wieder eine funktionierende Telefon- und Internetleitung.

Ursache unklar – htp schiebt Telekom den Schwarzen Peter zu

Kathrin Mackensen, Sprecherin von htp, bekräftigte, dass die Telekom die ursprünglich geplante Bandbreitenerweiterung nicht abgeschlossen hätte. Sie erklärte, dass durch die mit der Erhöhung auf 8 MBit/s verbundene Änderung der Übertragungstechnik eine neue Telefonleitung bei der Telekom bestellt werden musste. Sie macht deutlich: „Leider wurde die Bereitstellung nicht ordnungsgemäß abgeschlossen, daher haben wir umgehend bei der Telekom eine Störung gemeldet.“ Die Express-Entstörung wurde jedoch erst auf Nachfrage von telespiegel beauftragt.

Dennoch liegt der Schwarze Peter bei der Telekom: Warum kann ein Marktführer keine Bandbreitenerhöhung auf nur 8 MBit/s erfolgreich vornehmen, wenn diese ein Anbieter beauftragt? Bestätigen sich an diesem Fall Gerüchte, dass Aufträge für Kunden von Konkurrenten von der Telekom bewusst verzögert werden?

Offen sind jedoch auch Fragen an htp: Warum hat das betroffene Unternehmen nur schleppend Informationen zum Vorgang und zu den Störungen erhalten? Warum wurde nicht sofort eine Express-Entstörung beauftragt, sondern das Unternehmen eine Woche ohne Anschluss allein gelassen? Wird es eine Kompensation für die Nichterreichbarkeit geben?

Bei allen offenen Fragen: Es ist nicht nachvollziehbar, dass der für den Kundenkontakt wichtige Telefon- und Internetanschluss eines Geschäftskunden eine Woche nicht verfügbar ist. Der Kunde wollte schließlich keine neue Leitung, sondern lediglich eine Erhöhung seiner Bandbreite.

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