Breitbandausbau – Telekom kündigt flächendeckendes Vectoring an

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Ende letzter Woche hat die Bundesnetzagentur der Aufrüstung der Telefonleitungen mit der Vectoring-Technologie endgültig zugestimmt. Diese Entscheidung nutzte die Telekom, um auf der Internationalen Funkausstellung IFA in Berlin ihre Pläne für den Breitbandausbau vorzustellen. Der Konzern kündigte an, zusätzlich bis zu einer Milliarde Euro zu investieren, um den Ausbau schneller Anschlüsse über die alten Kupferleitungen voranzutreiben. Sechs Millionen Kunden sollen so Internetanschlüsse von bis zu 100 MBit/s erhalten. Zugleich stellte die Telekom Super-Vectoring in Aussicht. Darunter versteht das Unternehmen eine Realisierung von Bandbreiten mit mehr als 250 MBit/s.

Breitbandausbau: Das muss die Telekom leisten

Laut Bundesnetzagentur hat sich die Telekom durch ein notariell beurkundetes Angebot verpflichtet, den gesamten Nahbereich des Telefon- und Internetnetzes mit der Vectoring-Technik zu erschließen. Das bedeutet, dass alle Städte, Gemeinden und Orte Vectoring bekommen. Die Wettbewerbshüter betrachten ihre Entscheidung pro Vectoring als Start zu einem beschleunigten Ausbau der Leitungen mit wenigstens 50 MBit/s.

Die Konkurrenz kritisiert, dass der Ausbau durch leistungsstarke Glasfaserkabel so unrentabel wird und durch das Quasi-Monopol der Telekom auf die sogenannte letzte Meile kein Wettbewerb stattfinden kann. Denn die Konkurrenz der regionalen Telekommunikationsunternehmen kann nur unter bestimmten Bedingungen, den Vectoring-Ausbau selbst vornehmen.

Das Telekom-Versprechen: Wie schnell wird das Internet wirklich?

Das vollmundige Versprechen der Telekom lautet, 80 Prozent aller Haushalte mit schnellem Breitband zu versorgen. Vor dem Hintergrund der flächendeckenden Implementierung der Vectoring-Technik klingt das wie ein Schritt in die richtige Richtung. Im Raum steht, dass schnelles Breitband Geschwindigkeiten um 50 MBit/s bedeutet. Allerdings legt sich der Konzern bewusst auf keine konkrete Angabe der tatsächlich zu realisierenden Bandbreite fest.

Folgt man der Definition der Bundesregierung fängt Breitband bei langsamen 1 MBit/s an. Das ist heute schon nahezu flächendeckend realisiert. Der Bedarf an leistungsstarken Internetzugängen beinhaltet nach Meinung vieler Experten jedoch die Definition von einer Bandbreite von wenigstens 50 MBit/s. Daraus ergibt sich eine klaffende Lücke, in der Vectoring nur ein Teil der benötigten Bandbreite gewährleisten kann.

Die als Brückentechnologie zum flächendeckenden Glasfaserkabelausbau bezeichnete Vectoring-Technik verdoppelt grob gesagt die Geschwindigkeit der bisherigen Anschlüsse. Das heißt: Wer bisher bei der Telekom eine geringe Bandbreite von 2, 6 oder 12 MBit/s erhält, sollte nicht mit 50 MBit/s Bandbreite rechnen.

Es profitieren vor allem Städte und gut erschlossene Orte. Das Problem fehlender Internetgeschwindigkeit im ländlichen Raum und in abgelegenen Siedlungen bleibt also grundsätzlich erhalten. Gerade deshalb wären ein stärkerer Wettbewerb und eine Förderung des Glasfaserkabelnetzausbaus zu begrüßen. Durch die Entscheidung der Bundesnetzagentur wird faktisch beides aber erschwert. Es bleibt zu hoffen, dass regionale Netzbetreiber sowie die Telekom selbst nicht nur Vectoring nutzen, sondern auch in das deutlich leistungsstärkere Glasfasernetz investieren.

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