LTE-Löcher – Auswirkung der Fusion von O2 und LTE für Kunden

Ärger

Derzeit arbeitet Telefonica emsig an der Fusion von O2 und E-Plus. Inzwischen haben die meisten E-Plus- und Base-Kunden bereits neue Tarife bekommen. Die wirtschaftliche Vereinigung schreitet also zügig voran. Anders ist dies bei der Fusion der LTE-Netze. Diese sollen aus Kostengründen optimiert zusammengelegt werden. Derzeit ändert Telefonica in vielen Regionen schrittweise die Netze. E-Plus-Funkmasten werden zu O2-Masten oder abgeschaltet. Zugleich können sich Kunden bereits häufig in beide Netze parallel einwählen. Es gibt aber auch Probleme. In einigen Regionen lassen Nutzer über Social-Media-Kanäle und Foren ihren Frust freien Lauf, dass ihre LTE-Verbindung gar nicht mehr funktioniert.

Netzfusion bringt temporäre Ausfälle

Um das Beste aus beiden Netzen nutzen zu können, bietet Telefonica ein „National Roaming“ an. Dabei wechseln Kunden von O2 und E-Plus je nach Verfügbarkeit automatisch zwischen den Netzen der beiden Anbieter. Für GSM läuft gerade die Einführungsphase. Inzwischen wechseln die Geräte der Kunden in vielen Regionen automatisch zum jeweils stärksten Netz.

Etwas unbefriedigender ist die Situation bei der LTE-Verfügbarkeit. Hier kommt es seit einigen Tagen offenbar immer wieder zu Ausfällen bei E-Plus und O2. Dabei waren Nutzer teilweise weder per Anruf noch per SMS erreichbar.

Der Grund: Die Fusion der LTE-Netze ist nicht ganz so einfach, wie es erscheint. Sendemasten mit unterschiedlicher Technik und unterschiedlichen Frequenzen müssen dabei zusammengelegt werden. Das ist eine Herausforderung, für die sich Telefonica mehrere Jahre Zeit gegeben hat. Die Arbeiten haben vor Kurzem begonnen.

Obwohl Telefonica sich um zügige Problembehebungen bemüht und die Ausfallzeit beim Umstellen der Sendemasten minimiert, gibt es offenbar Probleme mit der Infrastruktur. Teilweise sind Funkmasten zum Beispiel an das Glasfasernetz angebunden. Werden diese abgeschaltet, können nicht überall ähnlich leistungsstarke Funkzellen aufgebaut werden. Im Zuge der Umstellung des Netzes ist in den nächsten Monaten immer wieder mit solchen Ausfällen und Verschlechterungen, aber letztlich theoretisch mit einer Optimierung zu rechnen.

Zwischen Kundenrechten und Versuchskaninchen-Status

Kunden erwarten, dass es keine Leistungseinschränkungen gibt. Derzeit deuten die Probleme darauf hin, dass Telefonica punktuelle Änderungen ausprobiert, um die Effekte auf das gesamte Netz bestimmen zu können. Denn mehr Nutzer in einem Netz bedeutet ggf. auch ein neues Kapazitätsproblem. Derzeit befinden sich Kunden in den jeweils betroffenen Regionen in einer Art Versuchskaninchen-Status.

Für die Zeit der tatsächlichen Umstellung ist mit möglichen Ausfällen in der Fläche zu rechnen. Sind diese von kurzer Dauer, ist das für den Kunden verschmerzbar. Sollten Ausfälle jedoch anhalten oder durch die Umstellung sich die Bandbreiten deutlich verschlechtern, sollten betroffene Kunden handeln. Sie können auf Problembehebung drängen. In Einzelfällen ist ggf. ein Sonderkündigungsrecht möglich. Dieses greift allerdings nur, wenn vertragliche Leistungen durch die Umstellung deutlich beeinträchtigt sind. Das gilt unter anderem dann, wenn das LTE-Netz von E-Plus vor Ort deaktiviert wird, ohne dass O2 mit seinem Netz die fehlende Abdeckung kompensieren kann.

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