Breitbandausbau – es geht nicht wirklich voran

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Seit Jahren diskutieren Politik und Experten über den Breitbandausbau in Deutschland. Seit Jahren bewegt sich zu wenig. Bei der zukunftsweisenden Glasfasertechnik gehört Deutschland in Europa alles andere als zur Spitze. Lange Zeit galten Anschlüsse mit wenigstens 1 MBit/s Bandbreite als Breitband. Bis 2018 sollen nun nach Willen der Bundesregierung alle Haushalte flächendeckend mit Breitbandanschlüssen von wenigstens 50 MBit/s versorgt sein. Ein Ziel, das schon jetzt zum Scheitern verurteilt zu sein scheint.

Bundesregierung klärt über regionale Verteilung auf

Nach Informationen der Passauer Neuen Presse liegt der Anteil der Glasfasernetze derzeit nur bei 7,1 Prozent. Damit hinkt Deutschland weit hinterher.

Das wird sich auch nicht so schnell ändern, denn die Telekom erhielt den Zuschlag, ihr altes Kupferkabelsystem mit Vectoring aufzurüsten. Das bringt kurzfristig mehr Geschwindigkeit, verschiebt aber den Technologiewechsel zum Glasfaser weiter in die Zukunft. Das Resultat ist schon jetzt sichtbar. Denn das Land wird immer weiter abgehängt. So berichtet die Neue Presse, dass auf dem Land bisher nicht einmal jeder dritte Haushalt über einen Internetanschluss von 50 MBit/s verfügen kann. In Städten sind es immerhin über 85 Prozent. Insgesamt können 70 Prozent der Haushalte über die angestrebte Bandbreite von 50 Mbit/s verfügen.

Angeblich sind sogar bei fast zwei Drittel der Haushalte Bandbreiten von über 100 MBit/s verfügbar. Wie stichhaltig diese Berechnung ist, bleibt jedoch unklar. Denn zum einen handelt es sich nicht um die tatsächlichen Anschlüsse, sondern nur um eine theoretische Verfügbarkeit, zum anderen scheint diese Zahl selbst unter Berücksichtigung von Kabel-Internet der TV-Anbieter zu hoch gegriffen.

Gerade die extreme Diskrepanz zwischen Stadt und Land lässt sich mit Vectoring kaum ändern. Denn diese kann nur dort ausreichend greifen, wo bereits ein leistungsstarker Internetanschluss vorhanden ist. Auf der Strecke bleiben weiterhin ländliche Regionen, denn genau dort fehlen solche Anschlüsse.

Ändern könnte dies vor alle ein stärkerer Wettbewerb. Die Bundesnetzagentur hat der Telekom vor Kurzem jedoch eine Art „Monopolstellung am Verteilerkasten“ gesichert, sodass Mitbewerber bei ihrem Ausbau nach Meinung des Bundesverbandes BREKO behindert werden. Der BREKO sowie seine Mitglieder bauen in erster Linie regionale Glasfasernetze auf. Dieser zukunftsweisende Ausbau gerät nun ins Stocken. Die Wettbewerber haben daher im September eine Klage eingereicht, die den Beschluss der Bundesnetzagentur zumindest aussetzen sollen. Selbst ein Erfolg und ein paralleler Ausbau mit Glasfasertechnologie können aber kaum darüber hinwegtäuschen, dass die Breitbandziele der Bundesregierung kaum realisierbar sind.

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