FDD-Massive-MIMO – so wird LTE endlich schneller

mobilfunkfrequenzen

LTE ist im Mobilfunk das Maß aller Dinge. Der Übertragungsstandard steht für die modernste Technologie und erlaubt Bandbreiten, die sogar viele Festnetzanschlüsse übertreffen. Daher nutzen einige Internetanbieter LTE inzwischen als Ersatz (Internet per LTE) oder in Kombination mit bestehenden DSL-Leitungen (Hybrid-DSL), um die ländlichen Regionen zu erschließen. In der Theorie ist LTE leistungsstark. In der Praxis gibt es jedoch Probleme. Zu viele Nutzer mit LTE-fähigen Endgeräten surfen über LTE und verstopfen lokal regelrecht einzelne Funkzellen. Damit sinkt die LTE-Geschwindigkeit teilweise dramatisch. Doch es ist eine Lösung in Sicht. Das Unternehmen ZTE will in Kooperation mit Mobilfunkanbietern bestehende LTE-Sendemasten umrüsten, um den Flaschenhals der Nutzerzahl zu verbreitern. Dazu beabsichtigt ZTE, eine Technik mit der Bezeichnung FDD-Massive-MIMO einzusetzen.

Wie wird das LTE-Netz mit FDD-Massive-MIMO schneller?

Vereinfacht gesagt funktioniert die neue Technik wie folgt: Je mehr Nutzer im LTE-Netz surfen, desto mehr Daten und Protokolle müsse in jeder Funkzelle zwischen Internet und Endkunden hin- und hergeschickt werden. Das führt zu einem Flaschenhals beim Übermitteln der Daten im schnellen LTE-Netz. Denn dieses kann die Zahl der Anfragen nicht abarbeiten. Die Geschwindigkeit reduziert sich. FDD-Massive-MIMO erlaubt es, mehr Daten parallel zu senden. Der Durchlass hat sich in Tests von LTE mit der FDD-Massive-MIMO-Lösung unter Nutzung des aktuell verfügbaren Frequenzspektrums mehr als verdreifacht. Im Klartext: Von der vorhandenen Bandbreite kommt beim Nutzer mehr an, er kann also schneller surfen.

Massive-MIMO In Europa bisher schwierig

Massive-MIMO steht für Mobilfunknetze aus der kommenden, fünften Genration (5G). Die Technik ist von ZTE nun scheinbar erfolgreich in das LTE-Netz herabgebrochen worden. Das galt bisher als schwierig. Denn Massive-MIMO nutzt pro Sendemast wenigstens 64 Antennen, nicht nur acht wie bisher. Dadurch ist eine andere Systemarchitektur der Antennenmasten erforderlich. Hinzu kommt, dass Massive-MIMO bisher nur in Netzen funktionierte, bei denen die Sende- und Empfangsfrequenz gleich ist. Im deutschen LTE-Netz nutzen die Anbieter jedoch verschiedene Frequenzen (FDD – Frequency Division Duplexing).

Durch die Adaption der kommenden 5G-Technik für das LTE-Netz könnte sich so die erzielbare Bandbreite pro Nutzer theoretisch bis zum Maximum der möglichen LTE-Geschwindigkeit steigern. Laut ZTE lassen sich etwa 85 Prozent der Mobilfunknetze mit der neuen Technologie nachrüsten. Derzeit laufen Gespräche mit mehreren Mobilfunkanbietern, sodass ZTE von einer Einführung noch in diesem Jahr ausgeht.

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