Stiftung Warentest – Unterschiede bei Mobilfunknetzen

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Also doch! Es gibt bei den Mobilfunknetzen Unterschiede in der Qualität. Trotz rasanten Ausbaus und gegenteiliger Beteuerungen einzelner Netzbetreiber kommt Stiftung Warentest zu diesem Ergebnis. Die Tester haben die Netze von Telekom, Vodafone und Telefonica (O2) ausprobiert und zum Teil erhebliche Unterschiede feststellen können. Klarer Testsieger: Telekom. In vielen Details bleibt dagegen Telefonicas Infrastruktur hinter der der Konkurrenz zurück.

Test der Mobilfunknetze

In der Juni-Ausgabe der Zeitschrift Test hat Stiftung Warentest die Ergebnisse veröffentlicht. Die Mitarbeiter sind durch Städte und über Autobahnen, Land sowie per Zug durch Deutschland gefahren. Dabei haben Sie unter anderem die Abdeckung geprüft sowie die Geschwindigkeit von Datendownloads und die Qualität von Videostreaming.

Dabei fiel auf, dass alle Netze auch dank des LTE-Ausbau deutlich besser als beim letzten Test vor zwei Jahren sind. Jedoch gibt es dennoch klare Unterschiede. Bei Telefonica kommt hinzu, dass es ein stark ausgeprägtes Stadt-Land-Gefälle gibt. Während das O2-Netz in Städten konkurrenzfähig ist, liegt es auf dem Land abgeschlagen zurück. Die Tester maßen außerhalb der Städte den LTE-Anteil beim Surfen. Hier kommt die Telekom auf eine Abdeckung von 97 Prozent, Vodafone auf 91 Prozent. Das Telefonica-Netz bietet außerhalb der Städte jedoch nur eine Abdeckung von 55 Prozent. In Städten kommt dieses Netz dagegen auf eine Abdeckung von 90 Prozent.

Unterschiede schon beim Verbindungsaufbau

Aus dem LTE-Ausbau ergeben sich schnellere Zeiten für den Verbindungsaufbau. Allerdings gibt es noch immer geringe Unterschiede. 2015 lag die durchschnittliche Dauer bis zur Verbindung ins Mobilfunknetz noch bei elf Sekunden. Heute dauert dies im Telefonica nur noch sieben Sekunden, bei Telekom und Vodafone nur noch fünf.

Erfreulich: Es gibt praktisch keine Gesprächsabbrüche mehr. Ausnahmen sind Telefonate im Zug. Durch die Bauweise der Waggons kämpfen alle Netzbetreiber mit Problemen. Hier sind die Netze analog zur Netzabdeckung „befriedigend“, bei Telefonica nur „ausreichend“.

Ein Pluspunkt gibt es dagegen landesweit in allen Netzen: Die Betreiber setzen verstärkt auf HD Voice, womit Gespräche klarer und deutlich hörbarer sind. Allerdings funktioniert diese Technik derzeit nur innerhalb eines Netzes. Ebenso sind Telefonieren und Surfen gleichzeitig in allen Netzen möglich – aber nur mit einem geeigneten Handy und nur mit einem LTE-Tarif.

Datendownloads: Telekomnetz am schnellsten

Besonders bemerkenswert sind die Unterscheide bei Datendownloads. Getestet wurde die Geschwindigkeit mit einer Datei der Größe 20 MB. Im Telekomnetz dauerte das Herunterladen acht Sekunden. Bei Vodafone 13 Sekunden und bei O2 satte 22 Sekunden.

Unterscheide bei HD-Videos

Ähnliche Ergebnisse lieferte das Streamen von You-Tube-Videos. Die Plattform entscheidet anhand der Internetverbindung, in welcher Qualität (Auflösung) die Videos gesendet werden. Im Telekomnetz empfingen die Tester 90 Prozent der Videos in Full HD. Bei Vodafone waren es nur 80 Prozent. Bei O2 hingehen nur 56 Prozent.

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