Stiftung Warentest – rote Karte für Spiele-Apps für Kinder

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Stiftung Warentest hat in den letzten Monaten gemeinsam mit mehreren Jugendschutzinstitutionen 50 Spiele-Apps für Kinder untersucht. Das Ergebnis des Test ist erschreckend. Keine einzige Software ist empfehlenswert. Viele fallen gleich in mehreren Punkten komplett durch. Besonders bedenklich sind In-App-Käufe, geschickt eingebundene Werbung, nicht moderierte Chats, inakzeptable Nutzungsbedingungen und fehlende Datensicherheit. Die Apps sind zum Teil ohne Altersbeschränkung, viele ab vier, sechs oder neun Jahren, nur einzelne ab zwölf. Gerade deshalb sind die angeprangerten Mängel für Eltern und Kinder eklatant.

50 Apps – kein Spiel ohne schweren Mangel

Die Tester haben mehrere Aspekte bei allen 50 Apps getestet bzw. bewertet. Keine einzige App hat mehr als in einzelnen Teilbereichen punkten können. Kurz: Alle sind aus Sicht der Experten auf Basis der untersuchten Aspekte für Kinder ungeeignet. Dabei hat sich Stiftung Warentest nicht auf Exoten konzentriert. Zu den Apps gehören unter anderem Candy Crush Saga, Fifa Mobile Fußball, Forge of Empires, Minecraft Pocket Edition, Farm Heroes Saga usw.

Kinder-Apps: Gefahr durch nicht moderiere Chats und

Für Eltern am offensichtlichsten ist die Gefahr moderierter Chats. Diese nutzen nicht nur gleichaltrige Mitspieler, sondern potenziell auch Pädophile oder Mobber. 19 Apps schützen die Kinder nicht vor solchen unangemessenen Kontakten.

Werbung und In-App-Käufe als Kostenfalle

Wiederum 19 Apps locken die Kinder durch geschickt eingebundene Werbung zu anderen Anbietern. Nicht immer ist ausgeschlossen, dass sich dahinter eine Kostenfalle durch einen Abo-Dienst oder ein anderes, kostenpflichtiges Spiel versteckt. Eine Vielzahl der Apps animiert Kinder außerdem zu In-App-Käufen, um im Spielverlauf weiter mit anderen Spielern mithalten zu können oder bestimmte Ereignisse oder Funktionen zu erhalten. Da die Zielgruppe Kinder sind, sind die In-App-Käufe besonders bedenklich. Denn schnell sind viele Euros ohne Kostenkontrolle regelrecht verzockt. Nicht zuletzt sind die Preise häufig nicht transparent. In Einzelfällen reichen diese bis zu 350 Euro für bestimmte Käufe.

Datenschutz und Nutzungsbedingungen der Apps

Nur vier der 50 Apps haben angemessene Nutzungsbedingungen oder Datenschutzerklärungen. Viele erfüllen die Anforderungen in diesen Punkten nicht einmal annähernd. Einige verbinden das Gerät sogar direkt beim Spielstart mit bis zu 87 Adressen und 13 Servern – Privatsphäre Fehlanzeige. 24 Apps belohnen wiederum Anmeldungen per Facebook, das jedoch erst ab 13 Jahren geeignet ist und eine weitere Datenweitergabe bedeutet.

Kinder-Spiele-Apps: Eltern sollten wachsam sein

Die Test-Experten raten Eltern, sich ein eigenes Bild von der App zu machen, bevor sie den Kindern das Spielen erlauben. Das gilt insbesondere bei Apps für junge Kinder. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, In-App-Käufe und unkontrolliertes Installieren durch ein Passwort für den App-Store zu sperren oder nur optional offline spielbare Apps zu erlauben. Auch eine Kindersicherung gegen nicht-altersgerechten Apps kann eine sinnvolle Maßnahme sein.

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