Twitter – 280 Zeichen für längere Kurznachrichten

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Aliza Rosen ist Product Managerin beim Kurznachrichtendienst Twitter. In dieser Funktion kündigte sie eine Neuerung an: Ab sofort sind auf Twitter nicht mehr nur 140 Zeichen pro Tweet möglich, sondern 280. Die Kurznachrichten sollen damit gehaltvoller werden. In einigen Sprachen führte die Begrenzung auf 140 Zeichen zu Platznot bei den Tweets. Deutsch gehört mit relativ langen Sätzen und komplexer Grammatik dazu. Die Meinung von Twittter: Nutzer können sich mit einer Begrenzung auf nur 140 Zeichen in diesen Sprachen nicht ausreichend ausdrücken.

Twitter: Tests zeigen, warum 280 Zeichen besser sind

Im Vorfeld der Entscheidung konnten ausgewählte Nutzer die Verdopplung auf 280 Zeichen intensiv testen. Rosen erklärte, dass die Ergebnisse verdeutlichten, dass die Erhöhung der Zeichenzahl sinnvoll sei. So erreichten vorher rund neun Prozent der Tweets das alte Limit von 140 Zeichen. In der Übergangsphase schöpften die Testpersonen den neu gewonnenen Platz für ihre Nachrichten aus. Aber schon nach der Eingewöhnungszeit reduzierte sich die Zahl der langen Tweets wieder deutlich. Nur zwei Prozent der Mitteilungen waren länger als 190 Zeichen, nur fünf Prozent benötigten mehr Raum als die bisherigen 140 Zeichen.

Dennoch blieb eine gewisse Zahl von Accounts, die mit der erhöhten Zeichenzahl häufiger längere Tweets abschickten. Die Verantwortlichen bei Twitter kamen daher zu dem Schluss, dass die Erhöhung der Zeichenzahl diesen Nutzern hilft, sich besser auszudrücken, und zugleich die Aktivität fördert. Ausgenommen sind einige besondere Sprachen wie aus Fernost (zum Beispiel Koreanisch), die durch ihre Symbole auf wenig Platz viel mehr Information ermöglichen.

Rote Zahlen: Twitter will Nutzer anlocken

Twitter steckt seit Jahren in der Krise. Die Nutzerzahlen sind weltweit im Vergleich zu Facebook eher überschaubar und der einzige nennenswerte Erlös stammt aus Werbeanzeigen. Bisher schreibt der Kurznachrichtendienst fast durchgängig Verluste. Die Erhöhung des Zeichenlimits auf 280 soll dem entgegenwirken. Die einfache Formel: Mehr Platz für Nachrichten bedeuten mehr Tweets, die wiederum mehr Anzeigeneinblendungen und damit mehr Erlös ermöglichen.

Twitter: Was ist das eigentlich?

Twitter ist anders als Facebook eine Social-Media-Plattform, die bewusst als Kurznachrichtendienst konzipiert ist. Mit kurzen und prägnanten Postings – Tweets – können Nutzer auf Ihr Anliegen aufmerksam machen oder Meinungen verbreiten. Derzeit besonders bekannt ist der Account des US-Präsidenten Trump, der zum Kreis der Testnutzer gehörte. Dieser verbreitet teilweise keine Presseinformationen mehr, sondern sendet kurze Tweets zu aktuellen politischen Entscheidungen.

Eng verbunden mit den Tweets sind Hashtags. Setzt ein Nutzer eine Raute vor einen Begriff, können Leser auf den Begriff klicken und weitere Nachrichten zu dem Thema finden.

Twitter ist besonders interessant in zwei Bereichen. Zum einen ist der Kurznachrichtendienst in Ländern mit eingeschränkter Pressefreiheit eine Möglichkeit, auf Probleme aufmerksam zu machen. Zur Zeit des Arabischen Frühlings beispielsweise nutzten viele Menschen und Medien dieses Mittel. Zum anderen können Unternehmen sehr direkt mit Kunden in Kontakt kommen. Unter anderem nutzen große Konzerne Twitter daher, um direkte und schnelle Unterstützung bei Problemen oder Fragen zu bieten.

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