Virenscanner – Cloud-Analyse ermöglicht Sicherheitslücke

softwarefehler

Auf der Hackerkonferenz Def Con haben Programmierer eine Sicherheitslücke in Antivirus-Software erläutert. Betroffen sind verschiedene Sicherheitsprogramme, die Daten zur Analyse in die Cloud des Anbieters senden. Demnach handelt es sich um die Sicherheitslösungen

  • Kaspersky Total Security 2017,
  • Avira Antivirus Pro,
  • Comodo Client Security und
  • ESET NOD32.

Es gibt vermutlich weitere. So soll zum Beispiel Googles VirusTotal ebenfalls für die neue Angriffsform anfällig sein. Die Programmierer haben ihre Software Spacebin genannt, da sie wie eine Rakete „ungebremst durch die Cloud fliegt“. Der Code ist unter Github zu finden und infiltriert auch „geschlossene“ Systeme. Genau das macht Spacbin potenziell so gefährlich.

Virenscanner: So funktioniert die Sicherheitslücke

Die Hacker machten sich eine besondere Eigenschaft der Antiviren-Software von mehreren Herstellern zunutze. Zunächst schleusten sie ihren Schadcode in das Zielsystem ein. Möglich ist das experimentell per USB-Stick, es sind jedoch auch andere Zugänge wie über Webseiten oder E-Mails denkbar. Die Malware setzt sich dann unbemerkt im System fest und liest dort Dateien aus. Diese bündelt sie wiederum in eigenen Daten und speichert sie ab. Jetzt kommt der perfide Angriff. Die Software schiebt einen Programmcode als Datei in den Autostartordner, damit der Virenscanner garantiert Alarm schlägt. Denn genau das ist erwünscht. Der Virenscanner setzt die Datei zunächst in die Sandbox. Diese gilt als abgeschotteter Bereich auf dem Rechner. Zur Analyse erlaubt der Scanner nun den Internetzugriff, um die Datei in der Cloud leichter analysieren zu können. Darauf wartet der Angreifer jedoch nur, denn jetzt ist es möglich, die gesammelten Daten unbemerkt parallel über DNS-Abfragen an eine Zielseite zu senden, auf der die Daten vom Angreifer ausgelesen werden.

Spacebin: Sicherheitswunsch perfide ausgenutzt

Perfide ist, dass dieser Angriff gleich zwei Stellen nutzt, die eigentlich Sicherheit vortäuschen. Zum einen lassen sich geschlossene Systeme infiltrieren. So gelang es den Experten, in Systeme einzudringen und Date auszulesen, die nur Updates von Windows und Scanner oder die nur Virenscanner-Updates erlauben. Zugleich nutzt der Angriff eine Lücke im Scanner selbst. Die Cloud des Virenscanners gilt als sehr sicher und Teil eines geschlossenen Systems. Gerade durch die erforderliche Erlaubnis zum Internetzugriff startet Spacebin jedoch erst den vorbereiteten eigentlichen Angriff.

Bisher haben die Hersteller der Scanner verhalten reagiert. Zumindest Kaspersky hat die Lücke bereits geschlossen. Problematisch für andere Anbieter ist, dass die Cloud-Analyse tief in die Systemarchitektur des Scanners integriert ist. Neben normalen Usern sollten daher vor allem Administratoren prüfen, ob ihr eigentlich als geschlossenes System nicht ggf. anfällig für derartige Angriffe ist. Die Programmierer empfehlen derzeit, auf den Upload in eine Cloud zu verzichten.

Kostenlose Sicherheitsprogramme im Vergleich

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


5 × fünf =

Die aktuellsten telespiegel Nachrichten
Mehr Verbraucherschutz - Verkürzung von Vertragslaufzeitungen

Mehr Verbraucherschutz

Verkürzung von Vertragslaufzeitungen

Das Justizministerium will Verbraucher in Zukunft besser schützen. Die geplanten Änderungen betreffen unter anderem Vertragslaufzeiten, die deutlich gekürzt werden sollen. Darüber hinaus sollen Verträge, die am Telefon geschlossen werden, in Zukunft schriftlich bestätigt werden müssen. […]

Mobile Connect – handybasiertes Login-Verfahren für mehr Sicherheit

Mobile Connect

handybasiertes Login-Verfahren für mehr Sicherheit

Der Login-Dienst Mobile Connect der drei Mobilfunkanbieter Telekom, Telefónica und Vodafone bietet eine sichere und einfache Authentifizierung, die vor Passwort- oder Identitätsdiebstahl schützt. Durch das handybasierte Login-Verfahren entfällt die Sicherheitslücke „Passwort“. […]

Hass im Netz – jeder fünfte Deutsche war schon einmal betroffen

Hass im Netz

jeder fünfte Deutsche war schon einmal betroffen

Eine Forsa-Umfrage zeigt, dass bei vielen Deutschen Unwissenheit über das Thema Cybermobbing besteht. Aus der Umfrage geht außerdem hervor, dass bereits jeder fünfte Deutsche schon einmal selbst von Mobbing im Internet betroffen war. Am häufigsten werden junge Personen zum Opfer. […]