WhatsApp – Messenger bald nur noch ab 16 statt ab 13 Jahre

datenschutz

WhatsApp nutzen weltweit derzeit rund 1,5 Milliarden Menschen. Darunter sind viele Kinder und Jugendliche. Das ist nicht immer rechtskonform, denn das Mindestalter laut Nutzungsbedingungen des Messenger-Dienstes liegt aktuell von vielen unbeachtet bei 13 Jahren. Dieses Alter wird vielleicht in Kürze sogar auf 16 Jahre angehoben. Das berichtet der Blog WABetaInfo per Twitter. Während viele Leser des Blogs irritiert sind und eine Falschmeldung vermuten, steckt hinter dieser unbestätigten Information ein rechtliches Dilemma für WhatsApp. Denn ab 25. Mai 2018 greifen empfindliche Strafen nach der Datenschutzgrundverordnung, die in der ganzen Europäischen Union gilt. Diese schützt unter anderem die Daten Minderjähriger besonders streng. Daher wird WhatsApp seine Nutzungsbedingungen sehr wahrscheinlich wirklich anpassen müssen.

Was ist die Datenschutzgrundverordnung?

Die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) gilt bereits seit 2016, allerdings läuft bis zum 24. Mai 2018 eine Übergangsfrist, in der Verstöße nicht geahndet werden. Die Verordnung gilt in der gesamten EU und vereinheitlicht die Datenschutzbestimmungen in allen Mitgliedsstaaten. Sie berührt praktisch jeden Bereich und gilt für alle Unternehmen und Freiberufler. Die DSGVO trägt zum einen zu einer deutlich besseren Absicherung von schützenswerten Daten bei, definiert diese relativ klar und führt andererseits drastische Strafen bei Verstößen ein. Ein wichtiger Eckpunkt der Verordnung ist der besondere Schutz von Daten Minderjähriger.

An diesem Punkt wird es für WhatsApp sowie Social-Media-Plattformen schwierig. Die Betreiber müssen den Spagat zwischen deutlich härteren gesetzlichen Anforderungen und der bei Jugendlichen stark verbreiteten Nutzung der Dienste schaffen. Die Betreiber sind unter anderem zur einer extrem sparsamen, gegen null tendierenden Datenerhebung bei minderjährigen Nutzern gezwungen und müssen diese Daten besonders schützen. Aus diesem Grund werden WhatsApp und viele weitere Unternehmen ihre Nutzungsbedingungen den gesetzlichen Anforderungen anpassen. Dazu zählt auch das Mindestalter der Nutzer.

WhatsApp ab 13 – Kinder dürfen Messenger eigentlich gar nicht nutzen

Was bei der Frage einer möglichen Anhebung des Mindestalters aus dem Blick gerät: Schon heute dürfen Kinder WhatsApp gar nicht nutzen. Denn der Messengerdienst schreibt ein Mindestalter von 13 Jahren vor. Bereits in der Grundschule bilden sich in einigen Klassen jedoch erste WhatsApp-Gruppen, teilweise sogar von Lehrkräften unterstützt. Es gibt jedoch gute Gründe, den eigenen Kindern den Messenger bis zum erlaubten Mindestalter vorzuenthalten. Denn mit WhatsApp beginnt zum Beispiel auch die Gefahr, dass Dritte oder sogar Gruppenmitglieder nicht altersgerechte Inhalte posten, die Kinder in ihrer Entwicklung schädigen können. Eltern sind daher gefordert, die Apps ihrer Kinder zu kontrollieren und auf eine altersgerechte Nutzung des Smartphones zu achten.

Update 24.04.2018

Der Messengerdienst WhatsApp hat inzwischen bekannt gegeben, dass im Zuge der Umsetzung der neuen EU-Datenschutzgrundverordnung das Mindestalter für seine Nutzer von 13 auf 16 Jahre angehoben wird. Diese Änderung tritt ab dem 25. Mai in Kraft.

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