BKA und BSI warnen – Neue Trojaner-Variante spioniert Kreditkarten- und Online-Banking-Kunden aus

Webspione

Als Trojanische Pferde, kurz Trojaner, werden Computerprogramme bezeichnet, die zu der Art der Schadprogramme gehören. Trojaner können beispielsweise durch Drive-by-Exploit auf den Computer des Nutzers gelangen, also durch den Besuch einer Webseite, die den Schadcode auf den Rechner lädt. Trojanische Pferde gibt es bereits seit mehreren Jahren. Das Bundeskriminalamt (BKA) und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnen nun jedoch vor einer neuen Variante.

Diese Trojanischen Pferde haben es zurzeit gezielt auf TANs von Online-Banking-Nutzern und Kreditkartendaten abgesehen, erklärt das BKA. Durch mit dem Schadcode behaftete Webseiten werde der Computer mit dem Schadprogramm infiziert. Zukünftig sorge die Software dafür, dass der Nutzer bei dem Besuch der Anmeldeseite seines Kreditkarten- oder Online-Banking-Portals zwar die korrekte Webseite angezeigt bekomme, der Webseiten-Inhalt sei aber durch das Schadprogramm manipuliert. Es ist also nicht anhand der URL (Internetadresse) zu erkennen, dass es sich bei der anschließenden Aufforderung um eine Fälschung handelt.

In einem fehlerhaften Deutsch wird dem Nutzer erklärt, es sei ein neues Sicherheitssystem eingerichtet worden, das nun von allen Kunden zu nutzen sei. Der Nutzer solle seine Daten in die Maske eingeben, um sie anzugleichen, andernfalls werde seine Karte gesperrt. Es werden bei Kreditkartenkunden insbesondere die Kreditkartennummer, der Inhaber, das Gültigkeitsdatum, die Prüfnummer und das Geburtsdatum des Karteninhabers abgefragt. Online-Banking-Kunden werden unter anderem zu der Eingabe von 20 TANs aufgefordert. Die eingegebenen Informationen leitet das Schadprogramm an die Phisher weiter, die sie für ihre kriminellen Zwecke nutzen können.

Das Bundeskriminalamt und auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik raten Nutzern zur Vorsicht. Sollten sie sich mit diesen oder ähnlichen Forderungen konfrontiert sehen, sei keinesfalls darauf einzugehen und gegebenenfalls Rücksprache mit dem Kreditinstitut oder der Bank zu halten. Das Antiviren-Programm und das Betriebssystem seien zudem immer auf dem neusten Stand zu halten. Auch in Email-Anhängen könnten sich Schadprogramme verstecken, warnt das BKA.

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