Übernahme geplant – Microsoft will Handy-Sparte von Nokia kaufen

Handschlag

Beide Unternehmen haben in der Vergangenheit den Markt ihres jeweiligen Kerngeschäfts dominiert, doch inzwischen sind sie in die Jahre gekommen. Der finnische Handy-Hersteller Nokia, einst Weltmarktführer, setzte zu spät auf Smartphones und auch das unternehmenseigene Betriebssystem Symbian konnte nicht gegen die Konkurrenten Android und iOS bestehen. Zwar ist Nokia mit 14 Prozent Marktanteil auf dem Weltmarkt noch immer der zweitgrösste Hersteller von Mobiltelefonen, allerdings liegt das an dem Verkauf von Billiggeräten. Auf dem lukrativen Smartphone-Markt liegt Nokia weit abgeschlagen hinter Herstellern wie Samsung, LG und Sony. Auch Microsoft hat nicht rechtzeitig reagiert und sieht nun andere an sich vorbei ziehen. Zwar ist das Betriebssystem Windows des Redmonder Konzerns noch immer das meistgenutzte Betriebssystem auf stationären Computern. Die Kunden greifen aber immer öfter zu Smartphone und Tablet-Computer. Zwar versuchte Microsoft mit Windows 8 einen Brückenschlag, so recht gelingen wollte es aber nicht. Und auch das hauseigene Smartphone-Betriebssystem Windows Phone hat einen geringen Marktanteil von nur 3,3 Prozent.

Vor rund zwei Jahren gingen die beiden Unternehmen eine Symbiose ein, in der beide tun, womit sie die meiste Erfahrung haben. Nokia stellt seitdem Smartphones der Lumia-Reihe mit Microsofts Smartphone-Betriebssystem Windows Phone her. Nokia zahlt Lizenzgebühren, im Gegenzug wird Nokia von Microsoft in Entwicklung und Marketing finanziell unterstützt. Das eigene Smartphone-Betriebssystem Symbian entwickelt Nokia seitdem nicht mehr weiter.

Nachdem der Microsoft-Konzernchef Steve Ballmer vor rund zwei Wochen überraschend ankündigte, sich innerhalb eines Jahres zurückziehen zu wollen und eine Neuausrichtung des Konzerns zu ermöglichen, verkündete Nokia nun die nächste große Veränderung. Microsoft wolle die Mobiltelefon-Sparte von Nokia kaufen, erklärte das finnischen Unternehmen. Der ehemals weltgrösste Handyhersteller wolle sich künftig auf andere Geschäftsfelder konzentrieren. Für insgesamt 5,44 Milliarden Euro (3,79 Milliarden Euro für das Geräte- und Dienste-Geschäft und 1,65 Milliarden Euro für Patentlizenzen) will Nokia im ersten Quartal 2014 sein Kerngeschäft an Microsoft abgeben. Die rund 30.000 Nokia-Mitarbeiter würden dann mit den rund 100.000 Microsoft-Mitarbeitern arbeiten. Der Nokia-Chef Stephen Elop könnte die Nachfolge von Steve Ballmer übernehmen. Allerdings müssen die Behörden der Übernahme zunächst zustimmen.

Update vom 05.12.2013

Nach den US-Behörden hat nun auch die EU-Kommission der Übernahme zugestimmt. Es müssen noch die Behörden von elf weiteren Ländern zustimmen, damit die Übernahme stattfinden kann.

Update vom 24.04.2014

Ende einer Ära – aus Nokia wird Microsoft Mobile – Microsoft schließt die Übernahme der Mobilfunksparte von Nokia durch eine Namensänderung des Unternehmens ab. Ab sofort lautet dieser Microsoft Mobile. Ob die Handys, Smartphones und Tablets zukünftig ebenfalls unter diesem Namen vertreiben werden, ist bislang unklar.

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