Sicherheit – abhörsicheres UMTS-Netz geknackt

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Der NSA-Skandal war und ist schon brisant genug. Nun haben Medien recherchiert, dass offenbar eine Sicherheitslücke im UMTS-Netz es den Abhörern sehr leicht gemacht hatte. Demnach war es möglich, das als äußerst sicher geltende UMTS-Netz mit seiner Verschlüsselung auf relativ einfache Weise zu umgehen. Das demonstrierte ein Sicherheitsexperte für den WDR und die Süddeutsche Zeitung.

Sicherheitslücke im SS7-Protokoll

Die Lücke befindet sich demnach im SS7-Protokoll. Über dieses leiten die Netzbetreiber unter anderem die SMS weiter. Außerdem tauschen sie mit ausländischen Netzbetreibern Telefondaten für das Roaming über das Protokoll aus. SS7 bildet dabei so etwas wie den Kanal, über den die verschlüsselten Nachrichten laufen. Wenn ein Hacker sich in den Datenaustausch einschaltet, ist es ihm unter bestimmten Umständen möglich gewesen, die Verschlüsselung aufzuheben. Das räumten nach Berichten von WDR und Süddeutsche Zeitung inzwischen auch die Netzbetreiber ein.

Eklatante Gefahrenquelle für Nutzer

Die Sicherheitslücke erlaubte es, SMS abzufangen und Telefonate mitzuhören. Vermutlich ist das SS7-Protokoll auch einer der wichtigsten Angriffspunkte beim NSA-Abhörskandal gewesen.

Für Nutzer war diese Sicherheitslücke von größter Brisanz. So konnten Hacker über das SS7-Protokoll nicht nur persönliche Daten abfangen, sondern Autorisierungscodes, die per SMS verschickt werden. Dazu gehören neben einigen Accountdaten für Online-Seiten auch die TAN beim mobilen Online-Banking. Damit lagen grundsätzlich Transaktionscodes für Banküberweisungen offen. Bisher galt das mobile Online-Banking als absolut sicher.

Sicherheitslücke beseitigt, aber Technik weiter anfällig

Alle drei Netzbetreiber in Deutschland haben nicht nur das Problem eingeräumt, sondern nach eigenen Aussagen die Sicherheitslücke bereits beseitigt. Das ist jedoch nicht so einfach getan. Denn zwar können alle drei Netzbetreiber in ihrem Netz Sicherheitsmaßnahmen ergreifen. Das SS7-Protokoll als solches ist aber unverändert und damit weiterhin anfällig für Sicherheitshacks. Nur die gesamte Mobilfunk- und IT-Branche als Einheit kann die erforderlichen Maßnahmen ergreifen, um die sicherheitsrelevanten Schwachstellen des SS7-Protokolls zu beseitigen. Das jedoch wird einige Zeit dauern. Bis dahin sollten Nutzer besonders vorsichtig sein und sich der Gefahren im bisher als sicher geltenden Mobilfunknetz bewusst sein.

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