Affen-Selfie – Lizenzstreit zwischen Fotograf und Wikipedia

Affen-Selfie - Lizenzstreit zwischen Fotograf und Wikipedia

Die ganze Geschichte ist schon tierisch kurios. Ein britischer Fotograf bereist 2011 Indonesien. Bei einem Abstecher in den Regenwald der Insel Sulawesi schnappt sich ein Affe eine der Kameras. Der Schopfmakake nutzte die Chance und knipste damit ein paar Hundert Fotos, darunter einige sehenswerte Selfies (Selbstporträts). Soweit die Vorgeschichte.

Das Online-Lexikon Wikipedia hat dann eines dieser Affen-Selfies veröffentlicht. Daraufhin ging der Fotograf dagegen vor. Er war der Auffassung, er hätte die Urheberrechte an den Fotos. Es kam zum Streit, der bis heute anhält. Die in den USA das Urheberrecht überwachende Behörde Copyright Office stellte nun aber klar: Es gibt auf ein Affenselbstporträt keine Urheberschaft – in den USA!

Der Streit schwelt bereits seit Monaten. In der Auseinandersetzung um das Affen-Selfie haben die Wikipedia-Herausgeber Wikimedia und der Fotograf völlig gegensätzliche Auffassungen über die Lizenzrechte des Fotos. Wikimedia betrachtet das Foto als lizenzfrei. Der Fotograf beruft sich darauf, die Urheberrechte zu haben, und fordert, das Foto von der Plattform zu löschen. Das Copyright Büro hat sich nun eindeutig hinter Wikimedia gestellt. In einer Erklärung heißt es unter anderem:

„The U.S. Copyright Office will register an original work of authorship, provided that the work was created by a human being.„ Frei übersetzt: Das Copyright Büro trägt nur Originalarbeiten ein, die von Menschen erschaffen sind. In weiteren Beispielen nennt das Büro sogar Arbeiten, die ausgeschlossen sind. Darunter Malereien eines Elefanten, eine Musikeingebung durch den Heiligen Geist und Fotos eines Affens.

Ob der Streit damit beendet ist, ist nicht klar. Zwar gilt für Wikimedia das amerikanische Copyright-Gesetz, aber der Fotograf beruft sich auf britisches Urheberrecht. Demnach sind dort auch solche Werke geschützt, zu denen der Fotograf „nur„ einen maßgeblichen Beitrag geleistet hat. Der Fotograf fasst nun einen gerichtlichen Entscheid ins Auge, um die Sache richterlich zu klären. Dabei geht es auch um viel Geld. Denn die Entscheidung zieht möglicherweise eine große Summe an Lizenzzahlungen nach sich. Das Foto ist nicht nur auf der Internetseite von Wikipedia abrufbar, sondern wurde ohne Honorarzahlung von Medien aus der ganzen Welt veröffentlicht. Der Fotograf hat bis heute keinen Penny durch Lizenzen verdient. Würde ein Gericht seinen Urheberschaftsanspruch bestätigen, könnte er – zumindest außerhalb der USA – kräftig an den Fotorechten verdienen.

Mehr Informationen

Gerichtsurteile – Festnetz
Gerichtsurteile – Internet

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Die aktuellsten telespiegel Nachrichten
Mobiles Internet in Deutschland – Telekom liefert die beste Leistung

Mobiles Internet in Deutschland

Telekom liefert die beste Leistung

Aktuelle nPerf-Messungen verdeutlichen den intensiven Wettbewerb auf dem deutschen Mobilfunkmarkt. Auf Basis von mehr als 95 000 Tests wurden die Leistungen von der Telekom, Vodafone und O2 verglichen. Das 5G-Netz wurde speziell angeschaut. […]

Neues High-End-Smartphone – das steckt hinter dem Motorola Signature

Neues High-End-Smartphone

Das steckt hinter dem Motorola Signature

Vor wenigen Tagen wurde das Motorola Signature vorgestellt. Es ist das erste echte High-End-Smartphone des Herstellers seit vielen Jahren. Das Signature zeichnet sich durch ein edles Pantone-Design, eine lange Akkulaufzeit und einen exklusiven Concierge-Service aus. […]

Nutzung des Glasfasernetzes – Urteil für Stärkung der Verbraucherrechte

Update

BGH bestätigt 24 Monate Laufzeit bei Glasfaser

Die Vertragslaufzeit darf bei Glasfaseranschlüssen nicht erst ab Freigabe des Anschlusses beginnen. Denn der Ausbau dauert teilweise bis zu einem Jahr. Mit diesem Urteil werden die Verbraucherrechte gestärkt, da Verbraucher nicht länger als zwei Jahre an einen Anbieter gebunden sein dürfen. […]

Digitale Marktplätze für Gamer – So funktionieren Handel und Plattformen

Digitale Marktplätze für Gamer

So funktionieren Handel und Plattformen

Digitale Marktplätze bieten Gamern neue Möglichkeiten, ihre Spielerfahrungen zu erweitern. Diese Plattformen ermöglichen den Kauf und Verkauf von Spielkonten und virtuellen Gütern. Trotz der Vorteile gibt es auch Risiken, die beachtet werden sollten. […]