Sri Lanka – Mobilfunknetz per Ballon

Sri Lanka – Mobilfunknetz per Ballon

Immer wieder gab es Ankündigungen und Gerüchte, dass Facebook und Google an Mobilfunknetzwerken per Drohnen und Ballons arbeiten. Google setzt das Vorhaben nun in Zusammenarbeit mit der Regierung von Sri Lanka in die Tat um. Dort entsteht ein Mobilfunknetz, das über Heißluftballons funktionieren soll. Ziel: Sri Lanka soll das erste Land der Erde werden, in dem es eine vollständige Netzabdeckung und damit zugleich flächendeckend Internetzugang geben soll. Das gilt anders als in anderen Ländern auch für abgelegene Regionen.

So versorgt Project Loon Sri Lanka mit einem schnellen mobilen Netz

Project Loon ist die Unterteilung von Google, über die der Konzern das Mobilfunknetz aufbauen wird. Demnach wird das gesamte Land (ca. 65.000 Quadratkilometer) zukünftig von einem Netz aus Heißluftballons umspannt. Diese sind 15 m im Durchmesser groß und 12 Meter hoch. Sie fliegen ca. 20 Kilometer über der Erdoberfläche in der Stratosphäre und tragen eine Senderausrüstung bei sich, die LTE-Niveau entspricht. Das heißt: Es wird technisch ein LTE-Netz aufgebaut, das jedoch nach Erwartungen von Google eine 3G-Geschwindigkeit ermöglicht. Das würde dem UMTS-Standard entsprechen.

Die Ballons empfangen Signale vom Boden und senden diese zurück oder zu benachbarten Ballons. Dabei nutzen sie konstante Strömungen in der Stratosphäre sowie die Sonnenenergie aus. Das Resultat ist eine komplette Abdeckung des Staates. Alle 90 bis 100 Tage müssen die Ballons gewartet werden. Dazu werden sie ferngesteuert heruntergelassen.

Mobilfunk per Ballon bedeutet Vorteile für das Land

Mit diesem neuen Projekt soll es ein Netz ohne Ausfall geben können. Bisher verfügen lediglich drei der rund 20 Millionen Menschen im Land über einen Internetanschluss. Grund ist neben der sozialen Unterschiede vor allem die Anbindung an das Hinterland. Genau das wird mit Project Loon nun anders. Dennoch wird es entgegen der Veröffentlichungen einiger Medien diese flächendeckende Abdeckung mit diesem Mobilfunk- und Datentransfernetz wohl für die Menschen nicht zum Nulltarif geben. Allerdings sollen durch das Ballonnetz die Kosten drastisch sinken und die Provider darüber in die Lage versetzt werden, innovative neue Technologien zur Datenübertragung zu entwickeln. Der Start des Projektes soll im kommenden März stattfinden. Gelingt das Vorhaben, könnte es großen Einfluss auf die Entwicklung der Mobilfunknetze in anderen Ländern haben.

Update 22.01.2021

Google hat bekanntgegeben, dass das Projekt zur Internet-Versorgung mit Hilfe von schwebenden Ballons aufgeben wird. Für diese Idee war 2013 die Tochterfirma Loon gegründet worden, die nun geschlossen wird. Als Grund wurden zu hohe Kosten angegeben.

Mehr Informationen

Telefonieren nach Sri Lanka
DSL-Alternativen

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Die aktuellsten telespiegel Nachrichten
Optoelektronisches Pflaster – Handgelenk-Gadget für Barrierefreiheit

Optoelektronisches Pflaster

Handgelenk-Gadget für Barrierefreiheit

Forscher haben ein neues Kommunikationssystem entwickelt, das für mehr Barrierefreiheit sorgt. Das Pflaster, das einfach auf das Handgelenk geklebt wird, ermöglicht die Übersetzung von kleinsten Bewegungen in Wörter und Text. […]

„IoT Satellite Connect“ – Telekom bietet Tarife für globale Vernetzung

„IoT Satellite Connect“

Telekom bietet Tarife für globale Vernetzung

Die Deutsche Telekom hat auf dem Mobile World Congress in Barcelona zwei Tarife vorgestellt, die terrestrische und satellitengestützte Konnektivität vereinen. Das Mobilfunkunternehmen ermöglicht hierdurch die Kommerzialisierung der Satellitenkonnektivität. […]

KI-Phone – Telekom präsentiert Smartphone-Konzept ganz ohne Apps

KI-Phone

Telekom präsentiert Smartphone-Konzept ganz ohne Apps

Smartphones ohne Apps könnten die Zukunft sein. Auf der weltweit größten Mobilfunkmesse stellte die Telekom jetzt ein KI-Telefonkonzept vor, das über einen KI-Copiloten verfügt. Der sogenannte „magenta Concierge“ kann Befehle App-übergreifend ausführen, wodurch keine verschiedenen Apps mehr notwendig wären. […]