Messenger – WhatsApp in Deutschland vor Skype und Facebook

Messenger - WhatsApp in Deutschland vor Skype und Facebook

In den letzten Monaten haben deutsche Unternehmen immer wieder neue Messenger angekündigt. Beispielsweise wollen die Telekom mit Immmr und 1&1 mit FreeMessage Marktanteile gewinnen. Auch wenn die Bemühungen noch relativ neu sind: Die Realität sieht anders aus. Das geht aus Zahlen des Branchenverbandes Bitkom hervor, die in einer repräsentativen Umfrage ermittelt wurden. Demnach stehen lediglich drei Messenger-Dienste bei den Nutzern in relevanter Anzahl hoch im Kurs: WhatsApp, Skype und der Facebook Messenger.

WhatsApp ist Marktführer

Bitkom ließ Internetnutzer explizit nach der Nutzung von Messenger-Diensten in den letzten vier Wochen fragen. Das Ergebnis war eindeutig. 69 Prozent nutzten einen Messenger. Bei insgesamt 63 Prozent war dies WhatsApp. Damit liegt die Marktdurchdringung des Platzhirschen bei rund 90 Prozent der relevanten Gruppe. Auf den Folgeplätzen landeten Skype mit 16 Prozent und der Facebook Messenger mit 15 Prozent bei den Befragten. Apples iMessage mit neun Prozent sowie Google Hangouts mit fünf Prozent und Snapchat mit zwei Prozent folgten auf den weiteren Plätzen. Von alternativen Kommunikationsprogrammen wie Threema ist laut Umfrage nicht viel zu sehen.

Junge nutzen häufiger Messenger-Dienste

Es gibt bei den Daten erhebliche Altersunterschiede. Der Anteil von Nutzern einer Kommunikationssoftware in der Altersgruppe zwischen 14 und 29 Jahren ist mit 82 Prozent am größten. Aber auch in der Kohorte zwischen 30 und 49 Jahren machen 81 Prozent der Befragten von Messengern Gebrauch. Immer noch beachtlich, aber im Vergleich gering, ist die Nutzung der Altersgruppe zwischen 50 und 64 Jahren. Hier bedienen 59 Prozent einen Messenger. Selbst in der Gruppe über 65 Jahren nutzen noch 28 Prozent WhatsApp oder eine Alternative.

Die Durchdringung der Messenger-Dienste hat Folgen für die mobile Kommunikation. Das Verhalten der Kunden ändert sich extrem. So ging laut Bitkom-Geschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder der Versand von SMS im vergangenen Jahr um 26 Prozent auf nur noch 16,6 Milliarden zurück. Die Mobilfunkkunden nutzen Messenger-Programme inzwischen als ganz eigenen Kommunikationsdienst, mit dem sie in Gruppen oder direkt und häufig sogar verschlüsselt kommunizieren können. Messenger werden damit zu einem vollen SMS– und teilweise auch Telefonersatz. Es ist davon auszugehen, dass dieser Trend anhält. Zugleich wird der Markteinstieg für Konkurrenten von WhatsApp und Co. immer schwieriger.

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