Windows-Lücke – Fenster in alle Systeme lässt sich nicht schließen

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Es kommt knüppeldick für Microsoft. Aus einem Entwicklerfeature für den Konzern ist eine riesige Sicherheitslücke gewachsen, die weltweit alle Windows-Systeme betrifft. Das Problem: Microsoft kann diese Lücke nicht schließen. Damit sind Millionen Geräte anfällig für den Zugriff durch Dritte. Gefunden haben die Lücke zwei Hacker. Diese konnten sich danach Zugriff auf PCs, Tablets und Smartphone mit Windows-System verschaffen.

Das ist passiert: Microsoft veröffentlicht Golden Key für Secure Boot

Ausgangspunkt des Dramas ist das Anniversary-Update für Windows 10. In diesem Update ist den Entwicklern des Konzerns ein dummer und folgenschwerer Fehler unterlaufen. Sie haben darin versehentlich den Golden Key für die Secure-Boot-Sequenz im System veröffentlicht. Grob gesagt handelt es sich dabei um einen Zugang für Microsoft-Entwickler, mit dem diese auf die Programmierung und das jeweilige System zugreifen können. Das Problem ist nun, dass dieser Zugang beim Update veröffentlicht wurde und somit jeder Hacker und jeder einigermaßen versierte Nutzer Änderungen am Secure-Boot-Sektor vornehmen kann. Genau dort werden aber für das System wichtige Daten abgefragt, geprüft und geladen. Der Computer wird somit zum Einfallstor für Schadensprogramme aller Art.

So funktioniert Secure Boot

Um das Ausmaß des Problems zu verstehen, ist ein Blick auf Secure Boot erforderlich. Dabei handelt es sich die erste Bootsequenz beim Starten des Geräts. Dabei werden unter anderem Berechtigungen von Programmen, ihre Signaturen und ihr Ursprung geprüft. Diese Sequenz soll vor schädlicher Software schützen und das System sicher starten. Hacker können diese Sequenz nutzen, um die Programme beliebig zu manipulieren. Dazu sind derzeit Adminrechte erforderlich und damit eine Präsenz am Gerät, eine Erlaubnis zur Fernwartung oder das Umgehen von Sicherheitseinstellungen.

Sicherheitslücke: So reagiert Microsoft auf den Secure-Boot-Hack

Es sind wirklich alle Geräte mit Windows betroffen. Zwar hat Microsoft den Schlüssel unbeabsichtigt mit einem Update für Windows 10 veröffentlicht, er gilt aber für alle Windows-Versionen. Wer meint, Microsoft würde mit Hochdruck an der Fehlerbeseitigung arbeiten, irrt allerdings. Die Sicherheitslücke ist bereits seit März bekannt, tätig wurde der Konzern aber erst mit zwei Patches im Juli und August. Diese beheben das eigentliche Problem allerdings nicht, sondern erschweren nur den weiterhin möglichen Zugriff. Und das hat Gründe. Zumindest für alle nicht aktuellen Windows-Versionen ist dieses nach aktuellem Stand schlicht nicht möglich. Denn ein Sperren oder Verändern der Secure-Boot-Sequenz würde nicht nur die Lücke bekämpfen. Vielmehr würde das Booten des Systems Mediadateien, Windows-Komponenten und vor allem Backups-Dateien und Wiederherstellungspunkte unbrauchbar machen. Unklar ist, ob es zumindest für Windows 10 gelingt, ein geeignetes Sicherheitsupdate zu veröffentlichen.

Aktuell können alle Windows-Nutzer nur hoffen, dass es niemanden gelingt, Zugriff auf das eigene System zu bekommen. Denn der potenzielle Schaden reicht bis zum Aussperren des Nutzers und dem kompletten Datenverlust oder zu einer Totalüberwachung aller Aktionen am Gerät. Nicht nur deshalb sollten alle Nutzer aktuelle Softwareversionen nutzen und alle Windows-Updates einspielen. Es gilt, die Gefahr zumindest zu minimieren und es Angreifern so schwer wie möglich zu machen.

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