Android – Standortsuche und Ortungsdienste abschalten!

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Das Handy-Betriebssystem Android ist ein riesiger Datenschnüffler. Daher reichen Verbraucherschutzverbände aus mehreren europäischen Staaten derzeit Beschwerde bei den zuständigen Stellen ihres Landes ein. Dazu zählen Griechenland, Niederlande, Norwegen, Polen, Tschechien, Schweden und Slowenien. Der deutsche Verbraucherzentralen Bundesverband prüft, sich diesem Vorgehen anzuschließen. Der Grund für die federführend vom Europäischen Verbraucherverband BEUC auf den Weg gebrachte Beschwerde: Google als verantwortliches Unternehmen für Android sammelt die Standortdaten der Nutzer ohne deren Genehmigung und verstößt so unter anderem gegen die Datenschutzgrundverordnung.

Standortdaten sind mehr als nur ein Datensatz

Nutzer beachten gefühlt immer weniger die Privatsphäre und den Schutz der eigenen Daten. Das ist ein großer Fehler. Denn der BEUC stellt an Beispielen unmissverständlich klar, was allein Standortdaten alles über Personen aussagen können: „Standorte können viel über Menschen enthüllen: religiöse Überzeugungen (Besuch von Kirchen), politische Überzeugungen (Besuch von Demonstrationen), den Gesundheitszustand (Besuch von Kliniken) und die sexuelle Orientierung (Besuch von Bars und Szenetreffs).“ Mit diesen Daten, die häufig nur in ein Profil einfließen, dass auf Annahmen beruht, lässt sich nicht nur viel Geld durch zielgerichtete Werbung machen. Es gibt auch die Gefahr des Missbrauchs. So könnten staatliche Behörden ähnlich wie bei der Funkzellenabfrage auf solche Daten zugreifen und Personen zum Beispiel einer staatsfeindlichen Gesinnung oder einer kritikwürdigen sexuellen Orientierung zuordnen – ob diese Annahmen zutreffen oder nicht. Ähnliche Begehrlichkeiten haben Unternehmen wie Versicherungen.

Keine rechtsgültige Einwilligung

Der wesentliche Aspekt ist jedoch: Für das Erheben der Daten ist eine klare Einwilligung erforderlich. Der BEUC geht davon aus, dass die Art, wie Google diese einholt, nicht rechtskonform ist. Die Menüführung und die Abfrage selbst seien irreführend. Mehr noch: Das ständige Nachfragen, das für bestimmte Dienste die Einwilligung erforderlich wäre, setze Nutzer unter Druck. Dabei fragen viele Apps zwar die Einwilligung zur Standortübertragung ab, benötigen diese aber für ihre Funktionalität nicht oder nicht zwingend. Der BEUC drängt daher auf das Durchsetzen der Datensparsamkeit. In einer Mitteilung heißt es: „Die Lage ist mehr als alarmierend. Smartphones werden genutzt, um jeden Schritt von uns zu überwachen. Das ist nicht die digitale Gesellschaft, in der europäische Verbraucher leben möchten.“

Abschalten der Standortübertragung nur ein erster Schritt

Nutzer können in einem ersten Schritt die Standortabfrage in Android abschalten. So funktioniert das unter Android 8.0.0:

  • Einstellungen
  • Sicherheit & Datenschutz
  • Standortzugriff
  • Auf meinen Standort zugreifen: Umschalten von blau auf grau

Wird diese benötigt – zum Beispiel für einen Navi-Ersatz -, kann sie temporär aktiviert werden. Allerdings ist dies nur ein grober Schutz, der insbesondere datenhungrige Apps von Dritten betrifft. Google selbst erhebt auch Standortdaten von Smartphones, deren Ortung abgeschaltet oder deren SIM-Karte entfernt ist. Das zeigten Untersuchungen, auf die auch der Verbraucherverband hinweist. Für den BEUC ist dies ein Grund mehr, gegen den Datenhunger des Konzerns vorzugehen.

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