Kriminalität – Erfolgreicher Schlag gegen Netzwerk von Cyberkriminellen

Kriminalität – Erfolgreicher Schlag gegen Netzwerk von Cyberkriminellen

Der Polizeidirektion Hannover und der Staatsanwaltschaft Verden gelang in Zusammenarbeit mit Europol und anderen Strafverfolgungsbehörden weltweit ein erfolgreicher Schlag gegen international agierende Cyberkriminelle. Mehrere Server, die von cyberkriminellen Gruppierungen genutzt wurden, um Ransomware zu verschicken, wurden vom Netz genommen.

Wie gelang der Schlag gegen die Cyberkriminellen?

Nach einem Angriff auf die Stadtverwaltung Neustadt am Rübenberge im August vor drei Jahren, startete die Operation der Strafverfolgungsbehörden. Die Fachinspektion für Straftaten aus dem Bereich Cybercrime der Polizeidirektion Hannover und die Staatsanwaltschaft Verden, die für diesen Angriff zuständig waren, konnten ein Netzwerk ausfindig machen, von welchem aus die Cyberattacke auf die Stadtverwaltung koordiniert wurde. Nach zweijähriger intensiver Arbeit, bei welcher insgesamt zehn Länder und zwölf internationale Strafverfolgungsbehörden mitwirkten, konnte dieses Netzwerk nun vom Netz genommen werden. Dieser so genannte „Takedown“ ist laut Pressemitteilung der Polizeidirektion Hannover auf die länderübergreifende Vernetzung sowie Zusammenarbeit zurückzuführen.

„Diese Operation zeigt das Ergebnis einer wirksamen Zusammenarbeit der internationalen Strafverfolgungsbehörden, die es ermöglichen, ein weltweites Netzwerk zu schließen und solche Dienste zu zerstören“, betont Volker Kluwe, Präsident der Polizeidirektion Hannover.

Die Server, die nun vom Netz genommen wurden, gehören zu dem Internetdienstleister VPNLab.net, welcher Kunden ein Virtual Private Network, kurz VPN, zur Verfügung stellt. Mit Hilfe eines VPN können sich Personen anonym und geschützt im Netz bewegen. Geschützt wird nicht nur die Kommunikation, die über das Netzwerk stattfindet, sondern auch von welchem Ort aus der Zugriff erfolgt, da der Datenverkehr über einen Server an einem anderen Standort läuft. Alle 15 Standorte der Server konnten von den Ermittlungsbehörden ermittelt werden. Neben VPN bietet der Internetdienstleister auch Double VPN, mit welchem die Aktivitäten im Netz nicht nur hinter einem, sondern sogar hinter zwei Servern versteckt werden, wodurch keinerlei Nachverfolgung mehr möglich ist.

„Takedown“ verhindert Schäden in Millionenhöhe

Durch den erfolgreichen Schlag, an dem verschiedene Strafverfolgungsbehörden weltweit beteiligt waren, konnten laut Pressemitteilung Schäden in Millionenhöhe verhindert werden. Denn die Infrastruktur des VPN-Dienstleisters wird von Kriminellen für schwere Cyberverbrechen genutzt. Über die Server wurde beispielsweise eine Schadsoftware mit dem Namen „Ryuk“ geschickt, um Lösegeld von Firmen, Behörden oder anderen Einrichtungen zu erpressen. Denn die so genannte Ransomware verschlüsselt sämtliche Daten, Fotos und sogar komplette Datenbanken. Der Schaden, der bei solchen Cyberattacken verursacht wird, liegt nicht selten im Millionenbereich. Mit Hilfe der Server gelang es den Kriminellen, sich untereinander zu vernetzen und sogar organisierte Strukturen aufzubauen. Neben „Ryuk“ wurde auch zahlreiche andere Schadsoftware eingesetzt, um beispielsweise Attacken auf Krankenhäuser zu starten.

„Cyberangriffe auf Krankenhäuser oder Verwaltungen sind eine reale Bedrohung für uns alle. (…) Mit dem Takedown zeigen wir: Wir lassen es nicht zu, dass in den dunklen Ecken des Netzes rechtsfreie Räume entstehen“, so die Niedersächsische Justizministerin Barbara Havliza.

Wichtige Zusammenarbeit mit Europol

Der niedersächsische Minister für Sport und Inneres, Boris Pistorius, betont, dass der Erfolg gegen die Cyberkriminellen nicht ohne die Hilfe von Europol möglich gewesen wäre. Auch die europäische Justizbehörde Eurojust war an der Operation beteiligt, die wiederum den Kontakt zu Ermittlern in den USA, den Niederlanden, Lettland, Frankreich, Ungarn, der Tschechischen Republik, der Ukraine, Kanada und der UK herstellte. Durch diese enge und internationale Zusammenarbeit sei es gelungen, das funktionierende Netzwerk der internationalen Strafverfolgungsbehörden noch mehr zu verdichten und darüber hinaus Ansätze für weitere Ermittlungserfahren zu erlangen. Pistorius hält aus diesem Grund einen Ausbau der Kompetenzen und Mittel für Europol zwingend, da Cyberkriminelle häufig grenzüberschreitend agieren.

„Das schärfste Schwert gegen international agierende Verbrechen ist ein gemeinsames und eng abgestimmtes Vorgehen“, so Pistorius.

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