Telefonauskunft rückwärts – Der Inverssuche kann widersprochen werden

Telefonauskunft rückwärts - Der Inverssuche kann widersprochen werden

Beim abendlichen Ausräumen der Hosentaschen finden sich oft Rufnummern auf zusammengefaltete Zetteln, die partout keinem Namen mehr zuzuordnen sind. Bisher hatten die Betroffenen in solchen Fällen Pech. Denn über die Telefonauskunft waren nur Daten eines Teilnehmers herauszufinden, wenn man den namentlich kannte. Aufgrund des neuen Telekommunikationsgesetzes geht das nun auch mit der Inverssuche (Rückwärtssuche) anders herum. Auskunftsdienste dürfen jetzt Name und Adresse eines Teilnehmers mitteilen, wenn man dessen Rufnummer angibt. Doch was für den einen ein Vorteil ist, kann einem anderen als Nachteil erscheinen. Die Telefonnummer werde so „zu einem Schlüssel zu weiteren Datenbeständen„, sagte Brandenburgs Datenschutzbeauftragter Alexander Dix. Verbraucherschützer befürchten einen Missbrauch der neuen Möglichkeit und raten Telefonkunden, die Frage der sogenannten Inverssuche oder Rückwärtssuche bewusst zu prüfen. Die Inverssuche kann über telefonische Telefonauskünfte, über CD-ROMs oder die kostenlose Telefonauskunft im Internet erfolgen. Wenn ein Suchender anhand einer Telefonnummer den Namen und die Anschrift des Rufnummern-Inhabers erfragt, ist es gleichgültig zu welchem Zweck er diese persönlichen Daten zu nutzen beabsichtigt.

Bestehenden Eintrag überprüfen

In die Verzeichnisse werden jedoch nur Telefonkunden eingetragen, deren Daten bereits in einem Teilnehmerverzeichnis vorhanden sind. Und sie dürfen nicht ohne Einverständnis übernommen werden: der Kunde muss von seiner Telefongesellschaft darüber aufgeklärt worden sein, dass er gegen die Aufnahme in die Inverssuche Widerspruch einlegen kann. Tut der Verbraucher das nicht, werden vorhandene Datensätze nach vier Wochen in die Inverssuche übernommen. Seit kurzem weist die Telekom in ihren Telefonrechnungen auf die Widerspruchsmöglichkeit hin. „Wir hätten uns gewünscht, dass diese Mitteilung separat verschickt wird„, sagt Michael Bobrowski vom Bundesverband der Verbraucherzentralen. Denn bei dem vielen Kleingedruckten in der Telefonrechnung könne man den Hinweis leicht übersehen.

Widerspruch beim Telefonanbieter

Der Widerspruch der Inverssuche der Telefonnummer kann jederzeit kostenlos bei der von dem Kunden genutzten Telefongesellschaft eingelegt werden. Das kann schriftlich oder telefonisch geschehen. Die Telekom hat ihren Kunden für den Widerspruch der Inverssuche die Rufnummer 01375-103300 eingerichtet. Der Telefonanschluss, von dem aus bei dieser Nummer angerufen wird, wird automatisch für die Rückwärtssuche gesperrt. Bei einem Anruf von einem ISDN-Anschluss werden alle vorhandenen ISDN-Rufnummern (MSN) gesperrt.
Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen empfiehlt, der Aufnahme in die Inverssuche frühzeitig zu widersprechen. Denn Unternehmen wie Telegate, klickTel und die Telekom haben bereits angekündigt, den neuen Auskunftsdienst zu starten. Bei einem rechtzeitigem Widerspruch kann davon ausgegangen werden, dass der Widerspruch mit Einführung der Rückwärtssuche wirksam wird.

Weitere Informationen

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


17 − drei =

Die aktuellsten telespiegel Nachrichten
Telekommunikationsüberwachung – BfJ veröffentlicht Zahlen für 2020

Telekommunikationsüberwachung

BfJ veröffentlicht Zahlen für 2020

Das Bundesamt für Justiz hat die Zahlen für die Telekommunikationsüberwachung und Abfrage von Verkehrsdaten für das Jahr 2020 veröffentlicht. In der Statistik des BfJ sind auch die genauen Zahlen der einzelnen Bundesländer zu entnehmen. […]

Die aktuellen O2-Tarif-Angebote – hier können Selbständige sparen

Die aktuellen O2-Tarif-Angebote

Hier können Selbständige sparen

Aktuell sparen Selbständige bei den O2 HomeSpot-Tarifen die Anschlussgebühr in Höhe von 69,99 Euro. Zusätzlich gibt es auch bei den Mobilfunk-Tarifen aktuell attraktive Angebote für Selbständige, die bis einschließlich 6. September 2022 gültig sind. […]