Vorsicht Spionage! – Sicherheitsrisiko Surf-Turbos

Vorsicht Spionage! - Sicherheitsrisiko Surf-Turbos

Es klingt so positiv, birgt aber erhebliche Risiken: Der User installiert eine Software auf seinem Computer und kann dadurch schneller in dem Internet surfen, ohne zusätzliche Kosten, ohne Erhöhung der DSL-Bandbreite. Sogenannte Surf-Turbos sollen das möglich machen. Das sind Programme, die von einigen Anbietern zum Download bereitgestellt werden und durch Datenkomprimierung dafür sorgen sollen, dass der Nutzer von einer Geschwindigkeitssteigerung profitiert. Wie trügerisch diese vermeintlich gut gemeinten Angebote sein können, machte kürzlich das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) deutlich.

Einige unseriöse Unternehmen, die Interesse an Informationen über das Surfverhalten und Daten von Internet-Nutzern haben, bieten solche kostenlose Software an. Die Surf-Turbos können nach einer Registrierung bei den Unternehmen herunter geladen und auf dem Computer installiert werden. Ab diesem Zeitpunkt läuft jeglicher Datenverkehr des Nutzers über den Proxy-Server des Unternehmens. Der stellt, vereinfacht gesagt, eine Schnittstelle zwischen dem Internetanschluss auf dem Computer des Nutzers und der angeforderten Internetseite dar. Die gesendeten sowie empfangenen Daten können also von dem Anbieter mitgelesen und auf dessen Server gespeichert werden. Dadurch sind nicht nur Aufschlüsse über das Surfverhalten und die Interessen des Nutzers möglich, auch persönliche Daten wie Passwörter können mitgelesen werden. Die Verknüpfung der Daten mit der Identität des Nutzers ist einfach, schließlich hat sich der Anwender vorher bei dem Unternehmen registriert. Eine Sicherheit durch den Aufruf SSL-verschlüsselter Seiten ist ebenfalls nicht mehr gewährleistet, denn die Daten werden, unbemerkt von dem Nutzer, auf dem Proxy-Server des Anbieters entschlüsselt und danach wieder verschlüsselt weitergeleitet. Dadurch ist es dem Anbieter möglich, zum Beispiel bei dem Online-Banking den Kontostand, die PIN und TANs mitzulesen.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik rät von der Nutzung dieser Angebote ab, wenn bei dem Surfen sensible Informationen wie Passwörter, PINs, TANs, vertrauliche oder personenbezogene Daten übermittelt werden. Generell stellt sich die Frage, ob aufgrund des Versprechens, schneller surfen zu können ein solches Sicherheitsrisiko in Kauf genommen werden sollte.

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