iPhone von Apple – Handy mit Kultstatus vor dem Marktstart

Es ist 115 mm lang, 61 mm breit und gerade mal 11,6 mm dick. Es wiegt 135 Gramm und mit seinen abgerundeten Kanten und seinem puristischen Äußeren wirkt es sehr edel. Es verfügt über 8 Gigabyte (GB) internen Speicher, einer 2 Megapixel-Kamera für Schnappschüsse (keine Videoaufnahmen möglich) und einen extrem hochauflösenden Display. Dank Quadband kann es fast überall auf der Welt verwendet werden. Es ist mit dem Betriebssystem Mac OS X, bekannt von den Apple-Computern, ausgerüstet. Seine Standby-Zeit beträgt laut Hersteller bis zu 250 Stunden, telefonieren kann man mit ihm bis zu 8 Stunden am Stück. Aber das ist noch nicht alles. Dank des integrierten Mediaplayers sollen bis zu 24 Stunden Musikgenuss bzw. bis zu 7 Stunden Videofunktionalität möglich sein. Und eine Datenübertragung, wie beim surfen im Internet, soll bis zu 6 Stunden möglich sein.

Leider unterstützt das Mobiltelefon keine schnelle und vor allem immer weiter verbreitete Datenübertagung per UMTS, sondern nur WLAN, Bluetooth und das viel langsamere EDGE (das in Deutschland nahezu flächendeckend bislang nur im T-Mobile-Netz verfügbar ist). Ein echter Knaller ist hingegen die ausgeklügelte Funktion des Displays und der Menüführung. Das Gerät verfügt nämlich über nur vier Tasten, fast alles wird über die Berührung des Displays gesteuert, das sogar mehrere Berührungen gleichzeitig verarbeiten kann. In Windeseile kann mühelos durch die Funktionen navigiert werden und dank diverser pfiffiger Extras und dem großen Display macht die Bedienung richtig Spaß. Und die sogenannte Visual Voicemail ist eine clevere Alternative zu herkömmlichen Mailboxen. Doch wer darüber nachdenkt, sich ein solches Gerät anzuschaffen, sollte auch die Schattenseiten kennen und bedenken.

Das iPhone von Apple ist derzeit in aller Munde. Bereits im Juni kam es in den USA auf den Markt und fand reißenden Absatz. Es kostete zum Marktstart 599,- US-Dollar, im September wurde der Preis auf 399,- US-Dollar reduziert. Ab morgen soll es auch hierzulande zu haben sein. Und ähnlich wie in den USA, wo es exklusiv mit einem SIM-Lock des amerikanischen Mobilfunk-Anbieters AT&T Wireless angeboten wird, ist es in Deutschland nur in Verbindung mit einem Vertrag von T-Mobile zu bekommen. Es kann also nur mit dieser SIM-Karte und mit keiner anderen verwendet werden, sogar über die sonst übliche Begrenzung von zwei Jahren hinaus. Zwar kursieren im Internet mehr oder weniger ausführliche Beschreibungen, wie der SIM-Lock des iPhone umgangen werden kann, ebenso gibt es diverse Berichte von Nutzern, die das teure Gerät durch einen solchen Versuch zerstört haben.

Neben dem Kaufpreis in Höhe von 399,- € kommen auf den Käufer des iPhone in Deutschland weitere Kosten zu. Der Kauf des iPhone ist an den Abschluss eines Mobilfunkvertrags mit T-Mobile gebunden. Die zur Verfügung stehenden Tarife wurden speziell dafür aus der Wiege gehoben und heißen Complete M, Complete L und Complete XL. Neben einer einmaligen Einrichtungsgebühr von 25,- € fällt für sie eine monatliche Grundgebühr von mindestens 49,- € an. In diesem Preis, beispielhaft wurde der kleinste Tarif Complete M gewählt, sind pro Monat 100 Minuten für Telefonate und 40 SMS in deutsche Telefonnetze enthalten. Am Monatsende verfallen nicht genutzte Inklusivleistungen. Verbraucht der Kunde aber mehr, schwillt seine Rechnung an. Denn jede weitere Gesprächsminute kostet 39 Cent, jede weitere SMS 19 Cent. MMS können mit dem iPhone weder gesendet noch empfangen werden. Die Abfrage der Visual Voicemail, der integrierten Mailbox, ist in den Tarifen enthalten. Im übrigen gelten die Preise der Relax-Tarife von T-Mobile.

Die Datenübertragung mit dem iPhone im Mobilfunknetz und an HotSpots von T-Mobile und der Dt. Telekom ist inklusive, aber nicht unbegrenzt. Ab einem Datenvolumen von 200 MB (Complete M), 1 GB (Complete L) oder 5 GB (Complete XL) pro Monat will T-Mobile laut Kleingedrucktem die Bandbreite im jeweiligen Monat auf maximal 64 kbit/s (Download) und 16 kbit/s (Upload) beschränken. Zwar kann ohnehin nicht die hohe Übertragungsrate von UMTS genutzt werden, weil das iPhone dieses nicht unterstützt, die Drosselung von den mit EDGE möglichen 220 kbit/s (Download) und (110 kbit/s) Upload ist dennoch ein erheblicher Einschnitt.

Wenn sich der Kunde für den Kauf des iPhone bei T-Mobile und damit zwangsläufig auch für einen der Complete-Tarife von T-Mobile entschieden hat, ist er durch die Mindestvertragslaufzeit erst einmal 24 Monate an den Netzbetreiber gebunden. Vor dem Kauf sollten Kunden deshalb folgende Rechnung aufmachen: Kaufpreis des iPhone (399,- €) zzgl. Einrichtungsgebühr für den Tarif (25,- €) zzgl. 24 monatliche Grundgebühren. Das ergibt bei der Wahl des kleinsten Tarifmodells Complete M insgesamt 1600,- €, mit dem Tarif Complete L 2080,- € und mit Complete XL sogar 2560,- €. Nüchtern betrachtet ist das viel Geld für zwei Jahre Nutzung eines Geräts, das die Funktionen eines iPod mit denen eines modernen Handys vereint, dem aber trotz aller Innovativität manch zeitgemäße Funktion fehlt.

Wer das iPhone auch nach Ablauf der 24-monatigen Mindestvertragslaufzeit nutzen will, muss weiterhin einen Complete-Vertrag von T-Mobile verwenden und dessen Kosten tragen. Denn der SIM-Lock kann nicht, wie sonst üblich, nach zwei Jahren entfernt werden. Übrigens, Vodafone will T-Mobile mit dem Samsung-Handy F700 `Qbowl´ Paroli bieten. Das reich ausgestattete Gerät mit großer Touchscreen gibt es ab morgen ebenfalls für 399,- €. Es ist jedoch auch ohne Vertragsbindung erhältlich. Dieses Gerät kann auch MMS, unterstützt die Datenübertragung per UMTS (jedoch leider nicht WLAN) und mit der 3 Megapixelkamera sind zudem Videoaufnahmen möglich. Auch andere Hersteller bieten ähnliche, weit vielfältiger ausgerüstete Geräte als das iPhone an. Den Kultstatus, den das iPhone bereits jetzt erreichen konnte, haben die allerdings nicht.

Update vom 21.11.2007

Vodafone erwirkte eine einstweilige Verfügung, aufgrund derer das iPhone derzeit ohne Vertragsbindung und ohne Sperre erhältlich ist. (telespiegel-News vom 21.11.2007)

Update vom 01.12.2007

T-Mobile hat seine Tarife leicht zu Gunsten der Kunden verändert. Debitel hatte vor einigen Tagen bereits eigene Tarife aufgelegt und erstattet in deren Verbindung Kunden, die eine Kaufbestätigung über das iPhone vorlegen und einen dieser Tarife buchen, 600,- € des Kaufpreises. Der Streitwert im Rechtsstreit zwischen Vodafone und T-Mobile wurde von 500.000,- € auf 2 Millionen Euro erhöht.

Update vom 04.12.2007

Das Landgericht Hamburg hob die einstweilige Verfügung auf. Vodafone kann Berufung bei dem Hanseatischen Oberlandesgericht einlegen. T-Mobile kündigte derweil an, das bisherige Vertriebsmodell wieder aufzunehmen. (telespiegel-News vom 04.12.2007)

Update vom 16.06.2007

Die neue Variante des iPhone, das iPhone 3G, ist bei T-Mobile erhältlich. Es unterscheidet sich insbesondere durch seine UMTS-Funktionaltität von seinem Vorgänger. (telespiegel-News vom 16.06.2008)

Update vom 01.10.2008

Das iPhone kann nun auch in Verbindung mit einer Prepaidkarte von T-Mobile gekauft werden.

Update vom 09.06.2009:

Wiederum exklusiv von T-Mobile wird die dritte Version des Geräts, das iPhone 3G S, in Deutschland ab dem 19. Juni 2009 verkauft werden. (telespiegel-News vom 09.06.2009)
Weitere Informationen
iPhone bei T-Mobile bestellen
Ratgeber – Handykauf und Anbieterwahl
Handyvertrag – Vergleich
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Handy Vertragsverlängerung – online

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