Anschlussbereitstellung durch Dt. Telekom – Bundesnetzagentur stellt Missbrauchsverfahren ein

Anschlussbereitstellung durch Dt. Telekom - Bundesnetzagentur stellt Missbrauchsverfahren ein

Vor einigen Monaten erhoben zwei Wettbewerber der Dt. Telekom schwere Vorwürfe gegen den ehemaligen Monopolisten. Dem gehört nämlich noch immer die sogenannte letzte Meile. Das ist das letzte Stück Leitung, salopp ausgedrückt, von der Strasse bis zu der Telefonbuchse im Wohnzimmer des Kunden. Die Bundesnetzagentur ermittelte. Um die Vermietung der, ordentlich ausgedrückt, Teilnehmeranschlussleitung (TAL) ging es den Wettbewerbern. Dazu ist die Dt. Telekom nämlich verpflichtet, wenn der Kunde keinen Telefonanschluss oder DSL-Anschluss von der Dt. Telekom, sondern von einem ihrer Wettbewerber haben möchte. Diese Kundenaufträge, so lautete der Vorwurf, lasse die Dt. Telekom eventuell sogar absichtlich länger liegen als die eigenen. Dadurch erhalte ein Kunde, der sich nicht für die Dt. Telekom entschieden habe, im Durchschnitt später seinen Anschluss und das schädige das Ansehen der Wettbewerber. Zudem stelle das Unternehmen nicht genügend Ressourcen bereit.

Der Anbieter Arcor reichte einen Antrag auf ein Missbrauchsverfahren bei der Bundesnetzagentur ein (telespiegel-News vom 30.11.2007) und die Telefónica Deutschland GmbH, deren Netzstruktur beispielsweise von 1&1, freenet, Alice und O2 genutzt wird, tat das selbe (telespiegel-News vom 13.12.2007). Die Bundesnetzagentur forderte daraufhin die Dt. Telekom auf, den großen Auftragsstau bei der Bestellung der Teilnehmeranschlussleitung so schnell wie möglich abzuarbeiten und drohte mit Strafen.

Heute teilte die Bundesnetzagentur mit, sie habe das Verfahren gegen die Dt. Telekom wegen missbräuchlichen Verhaltens bei der Bereitstellung von Teilnehmeranschlussleitungen eingestellt. Es sei infolge eines starken Anstiegs der Nachfrage zu einem Auftragsstau bei der Dt. Telekom gekommen und die Telefon- sowie DSL-Anschlüsse von Kunden der Wettbewerber seien deshalb mit teilweise erheblichen Verzögerungen angeschaltet worden.

Die Dt. Telekom habe den Auftragsstau unter dem Druck möglicher Entscheidungen abgebaut. Zudem habe sie sich mit ihren Wettbewerbern vertraglich auf verbesserte Bedingungen für die Bestellung und die Bereitstellung von Teilnehmeranschlussleitungen geeinigt. Sie habe somit den Missbrauchsvorwurf selbst beseitigt und der Bundesnetzagentur die Entscheidung abgenommen, hieß es aus der Behörde. Das Unternehmen habe eine Selbstverpflichtungserklärung abgegeben und wolle die Auftragsbearbeitung anpassen. Außerdem muss sie die Bundesnetzagentur regelmäßig über die aktuelle Situation unterrichten. Freiwillige Lösungen seien besser als behördliches Einschreiten, sagte der Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Die aktuellsten telespiegel Nachrichten
KI-Phone – Telekom präsentiert Smartphone-Konzept ganz ohne Apps

KI-Phone

Telekom präsentiert Smartphone-Konzept ganz ohne Apps

Smartphones ohne Apps könnten die Zukunft sein. Auf der weltweit größten Mobilfunkmesse stellte die Telekom jetzt ein KI-Telefonkonzept vor, das über einen KI-Copiloten verfügt. Der sogenannte „magenta Concierge“ kann Befehle App-übergreifend ausführen, wodurch keine verschiedenen Apps mehr notwendig wären. […]

Digitale Medizin: Sind Patienten bereit für den Online-Termin beim Zahnarzt?

Digitale Medizin

Sind Patienten bereit für den Online-Termin beim Zahnarzt?

Die Digitalisierung in der Medizin kann ein sensibles Thema sein, insbesondere wenn Patienten unmittelbar von den Veränderungen betroffen sind. Anstelle des traditionellen Zahnarztbesuchs wird zunehmend die Videosprechstunde eingeführt. Doch stellt sich die Frage, ob Patienten schon bereit sind für den Online-Termin beim Arzt. […]

Digital Services Act – EU-Regelwerk nun vollständig in Kraft getreten

Digital Services Act

EU-Regelwerk nun vollständig in Kraft getreten

Seit wenigen Tagen ist der Digital Services Act vollständig rechtsverbindlich geworden. Das bedeutet, dass jetzt auch „kleinere“ Onlinedienste wie eBay, Vinted, Kleinanzeigen und Co. dem EU-Regelwerk unterliegen. Ziel ist es, innerhalb der Europäischen Union ein sichereres Online-Umfeld zu schaffen. […]

Die neuen Flaggschiffe sind da – Samsung Galaxy S24, S24+ & S24 Ultra

Die neuen Flaggschiffe sind da

Samsung Galaxy S24, S24+ & S24 Ultra

Die neuen Flaggschiff-Modelle S24, S24+ und S24 Ultra des südkoreanischen Herstellers Samsung kommen mit zahlreichen neuen KI-Funktionen. Diese ermöglichen beispielsweise das Überbrücken von Sprachbarrieren bei Anrufen und Chats. […]