Urteil des BGH – Haftung Minderjähriger

Haftung für Link

Ein Minderjähriger betrieb eine eigene Internetseite, die er auch selbst verwaltete. Auf dieser Webseite verlinkte er eine andere Webseite. Er verknüpfte eine P2P-Webseite (Peer-to-Peer) mittels eines Hyperlinks, sodass die Nutzer mit einem Klick darauf zu der anderen Webseite geleitet wurden. Auf dieser Webseite wurde neben anderen Inhalten auch ein Musikstück des späteren Klägers rechtswidrig zum Download angeboten.

Der Kläger war Rechteinhaber des Musikstücks und verlangte von dem Minderjährigen wegen der Verlinkung zu der Webseite mit den urheberrechtswidrigen Inhalten Schadenersatz und Anwaltsgebühren. Die Vorinstanzen hatten dem Kläger Recht gegeben. Der beklagte Minderjährige war dagegen in Berufung gegangen.

Der Bundesgerichtshof (BGH) bestätigte, dass in diesem Fall der rechtsgeschäftliche Minderjährigenschutz nicht greift. Es gehe hierbei nicht um eine rechtsgeschäftliche Tätigkeit, sondern um die Verletzung fremder Urheberrechte, ausgelöst durch die Verlinkung von seiner Webseite. Dafür sei der Minderjährige verantwortlich. Er muss 7.000,- € Schadensersatz und 2.000,- € Anwaltsgebühren zahlen.

Bundesgerichtshof, Aktz. I ZA 17/10 03.02.2011

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Die aktuellsten telespiegel Nachrichten
KI-Chats ohne Überwachung? – Meta verspricht echte Privatsphäre

KI-Chats ohne Überwachung?

Meta verspricht echte Privatsphäre

Mit „Private Processing“ führt Meta bald private KI-Chats in WhatsApp ein. Inkognito-Gespräche mit Meta AI sollen weder gespeichert noch von Außenstehenden eingesehen werden können. Auch neue KI-Nebenchats für WhatsApp sind geplant. […]

Smartphone statt Scheine – jeder Fünfte lässt das Bargeld in der Tasche

Smartphone statt Scheine

Jeder Fünfte lässt das Bargeld in der Tasche

Das Bezahlen im Handel wird immer digitaler. Die neue EHI-Studie zeigt jetzt, dass inzwischen fast jede fünfte unbare Zahlung mobil abgewickelt wird. Gleichzeitig sinkt der Anteil von Bargeld weiter, während kontaktlose Karten- und Smartphone-Zahlungen kräftig zulegen. […]

Irreführende Online-Werbung – Urteil stärkt Schutz von Verbrauchern

Irreführende Online-Werbung

Urteil stärkt Schutz von Verbrauchern

Das Landgericht Darmstadt hat irreführende Online-Werbung untersagt. Beanstandet wurden gefälschte Bewertungssiegel, falsche Sternebewertungen, täuschende Standortangaben und unklare Hinweise auf externe Dienstleister. […]

Google zeigt gelöschte Bewertungen – mehr Transparenz oder Misstrauen?

Google zeigt gelöschte Bewertungen

Mehr Transparenz oder Misstrauen?

Google macht jetzt sichtbar, wie viele Rezensionen Unternehmen löschen lassen. Während Verbraucher dadurch mehr Transparenz erhalten sollen, warnen Experten vor neuen Problemen bezüglich Vertrauen und Manipulation von Online-Bewertungen. […]