YouTube – Streit mit Musikverlagen um Streaminglizenz

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Der Rechtsstreit zwischen YouTube und der GEMA hat in den letzten Jahren bereits zu Possen wie der Sperrtafel auf Videos geführt. Nun eskaliert gerade ein Streit mit Musikverlagen. Denn YouTube möchte in Kürze eine Streaming-Plattform starten, auf der Nutzer Musik hören können. Im Blick hat das Unternehmen dabei Smartphone-Nutzer, die bisher unter anderem auf Spotify Musik hören. Während die Google-Tochter mit größeren Musikverlagen bereits eine Lizenzgebühr ausgehandelt hat, fordern unabhängige Musikverlage deutlich mehr Entgelte, als YouTube zahlen möchte.

Unter anderem die Verbände WIN (Worldwide Independent Network) und IMPALA (Independent Music Companies Association), in denen kleine Musikverlage und Plattenfirmen zusammengeschlossen sind, laufen derzeit Sturm gegen YouTube. Die von dem Video- und Musikportal vorgelegten Angebote enthielten „extrem unvorteilhafte Bedingungen„. Hinter vorgehaltener Hand ist die Rede davon, dass die Lizenzgebühr nur rund 25 % der Ausschüttung betragen soll, die zum Beispiel der beliebte Streaming-Anbieter Spotify seinen Künstlern zahlt. YouTube hat derweil angekündigt, die kleinen Musikverlage und damit geschätzt rund 30 % der Musik aus seinem Streamingangebot auszuschließen, wenn die Verbände nicht innerhalb von 60 Tagen dem Angebot zustimmten.

Helen Smith, Vorstandsvorsitzende von Impala Europa, ist sich der Brisanz des Themas bewusst. Sie hat in einer Erklärung gesagt, dass der Unwille von YouTube zu einer weltweiten Rahmenübereinkunft bedeute, dass davon die Künstler und vor allem ihre Fans betroffen sein, denn diese „verlieren diese Art von Zugang zu unserer Musik„. Daher sei es wichtig, dass YouTube sich gesprächsbereit zeige.

Faktisch setzt die Google-Tochter die Independent-Verlage mit einem extrem niedrigen Ausschüttungsbetrag und dem Ultimatum unter Druck. Denn wenn die Künstler der unabhängigen Verlage und Labels nicht auf der Streaming-Plattform vertreten sind, fehlt ihnen ein wichtiger Zugang zur Independent-Musik. Bei einer weiteren Eskalation sehen die Verbände sogar die musikalische und im weiteren Sinne auch die kulturelle Vielfalt in Gefahr. Daher haben die Vereinigungen Beschwerde bei der EU eingereicht. Der stellvertretende Geschäftsführer des deutschen VUT (Verband unabhängiger Musikunternehmen), Jörg Heidemann, fordert ein Eingreifen der EU und bekräftigt: „YouTubes Vorgehen ist Gift für eine reiche und vielfältige Kulturlandschaft, die nur auf der Grundlage einer fairen Vergütung für Künstlerinnen und Künstler sowie den KMU der Musikwirtschaft gedeihen kann.„

Update 01.11.2016

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