Urteil – Nutzer trägt Kosten bei SIM-Karten-Missbrauch

Urteil - Nutzer trägt Kosten bei SIM-Karten-Missbrauch

Das Oberlandesgericht Brandenburg hat in einem Urteil (Az.: 5 U 105/13) vom 11.09.2014 die Mobilfunkteilnehmer in die Pflicht genommen. Diese müssten für Kosten durch Dritte haften, wenn sie diese fahrlässig herbeiführen.

Im konkreten Fall hatte ein Handynutzer drei SIM-Karten, die er in seiner Wohnung aufbewahrte. Diese Karten bot er seiner Mutter zur Mitbenutzung an. Dazu hinterlegte er die PIN-Nummern an der SIM-Karte. Eine dieser Karten entwendete ein Dritter bei einem Besuch. Dieser telefonierte damit intensiv. Am Ende entstand eine mittlere vierstellige Rechnungssumme. Der Mobilfunkanbieter bestand auf Zahlung. Dabei verweis er auf seine Geschäftsbedingungen. Dort heißt es: „Preise, die durch eine befugte Nutzung des Anschlusses entstanden sind, hat der Kunde zu zahlen, wenn und soweit er die unbefugte Nutzung zu vertreten hat.“ Es kam zur gerichtlichen Auseinandersetzung, deren Streitwert durch Rücklastschriften und Monatsentgelte sowie Anwaltskosten auf rund 8.000 Euro kletterte.

Richter sehen Verschulden beim Handynutzer

Das Oberlandesgericht folgte dem Unternehmen und verurteilte den Nutzer zur Zahlung. Die Richter sahen es als grob fahrlässig an, die PIN-Nummer direkt bei der SIM-Karte zu lagern. So werde es Dritten leicht gemacht, die Karte zu missbrauchen. Analog zu EC-Karten sei hier der Nutzer in der Pflicht, Karte und Geheimnummer getrennt aufzubewahren. Der Beklagte argumentierte mit einer deutlich geringeren Größe der SIM-Karte, was das Gericht aber nicht gelten ließ. Auch die AGB des Mobilfunkunternehmens seien nicht zu beanstanden, da diese die Haftung auf das Verschulden des Kunden begrenze.

Folge dieses Urteils: Handynutzer haften für Kosten, die Dritte verursachen, wenn sie diesen den Zugriff auf das Gerät oder die SIM-Karte ohne großen Aufwand ermöglichen. Eine PIN-Nummer sollte daher weder gemeinsam mit der SIM-Karte aufbewahrt werden, noch am Handy hinterlegt sein.

Mehr Informationen

Gerichtsurteile – Interessante und abstrakte Urteile
Prepaid-Karten Vergleich
Handyvertrag Vergleich – Wenigtelefonierer ohne Internetnutzung
Smartphone Tarife Vergleich – Internetflatrate plus Minutenpaket
Handy Flatrate Vergleich – Flat für Telefon & Internet
Datenflatrate – reine Datentarife ohne Telefonie

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


vier + fünf =

Die aktuellsten telespiegel Nachrichten
Brexit-Falle – Zusatzkosten beim Einkauf in britischen Onlineshops

Brexit-Falle

Zusatzkosten beim Einkauf in britischen Onlineshops

Aktuell häufen sich die Beschwerden von Verbrauchern, die Ware in britischen Onlineshops bestellt haben. Häufig fallen hohe Zusatzkosten an, da das Land nicht mehr zum EU-Binnenmarkt gehört. Die Händler informieren die Kunden meist jedoch nicht ausreichend über die zusätzlichen Kosten. […]

Zyklus-Apps – Intime Daten häufig ungefragt an Dritte weitergegeben

Zyklus-Apps

Intime Daten häufig ungefragt an Dritte weitergegeben

Millionen Frauen weltweit geben regelmäßig hochsensible Daten in Zyklus-Apps ein. Diese Daten werden jedoch nicht ausreichend geschützt und häufig ungefragt an Dritte weitergegeben. Dies zeigt eine Analyse von Forschern der Newcastle University und der Umeå University. […]

Fake Pop-Up-Fenster – BNetzA schaltet Rufnummern konsequent ab

Fake Pop-Up-Fenster

BNetzA schaltet Rufnummern konsequent ab

Die Bundesnetzagentur warnt vor falschen Pop-Up-Fenster-Fehlermeldungen und schaltet weiterhin konsequent Rufnummern ab, die dort für vermeintliche Hilfe angegeben werden. Hinter den Fake Pop-Ups stecken Betrüger, die Verbraucher zu einem teuren Reparaturauftrag drängen wollen. […]