Paydirekt – Bezahlsystem der Banken bisher ein Flop

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Vor über einem Jahr führten die Sparkassen und Genossenschaftsbanken sowie weitere Kreditinstitute das Bezahlsystem Paydirekt ein. Die Idee: Eine sichere und deutsche Alternative zu Paypal zu schaffen und so den Einkauf im Online-Handel für die eigenen Kunden zu erleichtern. Das Ziel scheint aktuell eine Nutzerzahl von 19 Millionen zu sein. Denn bis 2020 soll das Bezahlsystem bei der Akzeptanz der Nutzer gleichauf mit Paypal liegen. Eine sehr sportliche Ansage, wie ein Blick auf die tatsächliche Situation zeigt.

Paydirekt findet kaum Zuspruch im Handel

Ein Hauptproblem von Paydirekt ist offenbar die Akzeptanz im Handel. Denn Laut einer Studie des IHT Retail Institutes ermöglichen zwar inzwischen über 800 Shops den Einkauf per Paydirekt. Allerdings gehören Stand April 2017 nur 45 von diesen Einkaufsquellen zu den größten 1.000 Online-Shops. Das zeigt, dass die Durchsetzung bei den relevanten Shops bei noch unter fünf Prozent liegt. Selbst wenn Nutzer sich für Paydirekt entscheiden würden, hätten Sie also bei den bekannten Shops damit das Nachsehen und müssten auf andere Bezahlsysteme ausweichen. Zudem sind Rechnung, Einzugsermächtigung und Kreditkarte weiter attraktive und gängige Zahlungsmethoden.

Paydirekt: Zahl der Nutzer wächst nur langsam

Der Start schien halbwegs gelungen. Rund eine Million Nutzer hat Paydirekt inzwischen. Allerdings ist die Wachstumsrate deutlich zu gering, um das erklärte Ziel einer Paypal-Konkurrenz erreichen zu können. Wie gering die Zahlen tatsächlich sind, zeigt ein Beispiel der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung vom 2. August 2017. Demnach haben sich deutlich unter einen Prozent der etwa 200.000 Kunden der Volksbank Hannover für eine Anmeldung bei dem Bezahlsystem entschieden. Erschwerend kommt hinzu, dass eine Anmeldung noch lange kein Bezahlvorgang bedeutet. So berichtet das Handelsblatt, dass die Nutzer im vergangenen Jahr weniger als 100.000 Transaktionen mit Paydirekt ausgeführt haben.

Paydirekt: eine Alternative, aber nicht alternativlos

Die Zahlen machen eins deutlich: Zwischen Anspruch und Wirklichkeit liegen bei Paydirekt derzeit Welten. Das Bezahlsystem ist weit davon entfernt, Paypal Paroli bieten zu können. Es ist jedoch grundsätzlich eine sehr gute Alternative. Denn die Transaktionen sind sicher, die Privatsphäre ist geschätzt und das Bezahlen funktioniert auf Knopfdruck. Allerdings ist diese sinnvolle Alternative eben nicht alternativlos. Paypal ist durch eBay und andere Plattformen eingeführt, andere Micropaymentsysteme wie Sofortüberweisung oder andere Smartphone-Apps sind für Nutzer wegen der verbreiteten Akzeptanz deutlich interessanter. Daher haben die Sparkassen und Genossenschaften noch einen weiten Weg vor sich, um Paydirekt als erste Alternative von Paypal am Markt zu platzieren.

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