Verimi startet – nur ein Passwort für „alles“

Verimi startet – nur ein Passwort für alles

Verimi startet heute. Dabei handelt es sich um eine Plattform, die ähnlich wie OpenID oder „Einloggen mit Facebook“ einen einfachen Zugang zu angeschlossenen Webseiten bietet. Der Unterschied: Verimi steht für Datensparsamkeit und deutschen Datenschutz und jeder Nutzer entscheidet selbst, welche Daten er preisgibt.

Dieser Dienst für „Single Sign-on“ versteht sich als Gegengewicht zu Facebook, Google und anderen nicht europäischen Anbietern. Diese bieten zwar ähnliche Funktionen, gehen aber alles andere als sparsam mit Daten um. Im Gegenteil: Facebook hat etwa aktuell extrem an Glaubwürdigkeit verloren. Hier will Verimi punkten und den Nutzern eine enorme Datensicherheit bieten, während sie selbst bestimmen, wer welche Daten erhält und wer nicht.

Möglichkeiten mit Verimi

Verimi hat ein breites Anwendungsszenario gezeichnet. Der Dienst ermöglicht, verschiedene Log-ins mit einem Klick sicher und individuell zu verwalten. Das erlaubt vom Log-in bei verschiedenen Online-Shops über Online-Banking bis zu Behördengängen viele Funktionen. Verimi versteht sich daher auch perspektivisch als Plattform, die per digitaler Signatur Unterschriften auf amtlichen Dokumenten erlaubt.

Ob diese Funktionen in der Breite kurzfristig zur Verfügung stehen, bleibt abzuwarten. Verimi ist heute mit einem überschaubaren Angebot gestartet. Kunden können beispielsweise bei der Deutschen Bank sowie bei der Bundesdruckerei und mehreren Start-ups die Log-in-Funktion über Verimi nutzen.

So funktioniert Verimi

Verimi funktioniert vereinfacht gesagt wie ein Open-Auth-Provider. Das bedeutet: Der Nutzer meldet sich bei Verimi an und kann sich über diese Log-in-Daten bei den angeschlossenen Seiten anmelden. Diese fragen dabei bei Verimi an, ob die Daten korrekt sind und gewähren einen entsprechenden Zugang zum Kunden-Account. Die Vorteile: Zum einen können Nutzer mit einem einzigen Passwort und einem einzigen Zugang alle angeschlossenen Seiten nutzen. Zum anderen bleiben die Daten bei Verimi zentriert und der Nutzer kann fein abgestuft festlegen, welche Webseite auf welche Daten zugreifen darf. Das bedeutet deutlich mehr Kontrolle und ein Plus an Datensicherheit. Weiterer Vorteil: Verimi erfüllt anders als Facebook, Google oder auch OpenID die strengen europäischen und deutschen Datenschutzanforderungen.

Mobile Connect will Verimi nutzen

Die deutschen Mobilfunknetzbetreiber Telefonica, Telekom und Vodafone arbeiten derzeit gemeinschaftlich an ihrem Projekt Mobile Connect. Dieser Service soll über Verimi abgewickelt werden und authentifiziert den Nutzer allein über die Handynummer. Zugangsdaten mit Username und Passwort sind mit diesem System sogar überflüssig. Einkaufen und Social Media werden somit deutlich vereinfacht. Der Nutzer authentifiziert sich mit seiner Handynummer bei Verimi und erhält einen SMS-Link, mit dem der sofortige Log-in in die gewünschte Seite möglich ist. Mobile Connect ist eine weitere Vereinfachung, die erst mit Verimi möglich ist.

Verimi: Konkurrenz vorhanden

An Verimi sind namhafte Unternehmen wie Deutsche Bank, Allianz, Lufthansa und Axel-Springer-Verlag beteiligt. Das zeigt auch die Bandbreite der Möglichkeiten auf: Diese reichen neben Behördenangelegenheiten vom Zeitungs-Zugang bis zum Flugticketkauf. Allerdings gibt es Konkurrenz. Denn ProSiebenSat.1, RTL und United Internet (1&1) bauen mit der Log-in-Allianz eine Alternative auf. Diese funktioniert ähnlich wie Verimi und steht damit in direkter Konkurrenz.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Die aktuellsten telespiegel Nachrichten
ICQ geht in Rente – von der Popularität in die Bedeutungslosigkeit

ICQ geht in Rente

Von der Popularität in die Bedeutungslosigkeit

Einer der ältesten Chatdienste verabschiedet sich. Am 26. Juni dieses Jahres wird ICQ abgeschaltet. Der einst so beliebte Dienst hat im Laufe der Zeit nahezu vollständig an Bedeutung verloren. Spiele wie Slide-a-Lama oder Zoopaloola dürften für viele jedoch unvergessen bleiben. […]

„Fax-Irrsinn“ – trotz digitaler Alternativen längst nicht ausgestorben

„Fax-Irrsinn“

Trotz digitaler Alternativen längst nicht ausgestorben

Auch im Jahr 2024 kommt das Telefax in vielen Unternehmen und Behörden in ganz Deutschland noch als Kommunikationsweg zum Einsatz. Trotz digitaler Alternativen und möglicher Datenschutzrisiken wird das Faxgerät von vielen bevorzugt. Im Bundestag will man sich jetzt vom Telefax verabschieden. […]

Oniro OS – quelloffenes Betriebssystem kommt auf das Volla Phone X23

Oniro OS

Quelloffenes Betriebssystem kommt auf das Volla Phone X23

Das alternative Betriebssystem Oniro OS kommt auf das Volla Phone X23. Hinter dem frei verfügbaren Multi-Kernel-Betriebssystem steckt eine internationale Zusammenarbeit verschiedener Partner. Hierzu zählen neben der renommierten Eclipse Foundation auch die deutsche Volla Systeme GmbH sowie Huawei. […]

Warnung des Landeskriminalamts – vermehrt Cyberangriffe auf Office 365

Warnung des Landeskriminalamts

Vermehrt Cyberangriffe auf Office 365

Das LKA NRW warnt aktuell vor Cyberangriffen auf Unternehmen. Die Täter nutzen hierbei Office 365, um in den Firmen großen Schaden anzurichten. Haben die Kriminellen erst einmal Zugang erhalten, ist das gesamte IT-System des Unternehmens betroffen. […]

Das Google Pixel 8a – Updates bis 2031 für neues Mittelklasse-Smartphone

Das Google Pixel 8a

Updates bis 2031 für neues Mittelklasse-Smartphone

Das neue Google Pixel 8a bietet das beste Kamerasystem aus der Mittelklasse und kann in vielen Punkten mit dem Flaggschiffmodell mithalten. Mit einem Preis von beinahe 550 Euro ist das Smartphone jedoch nicht gerade günstig. Wer allerdings mit dem Kauf etwas wartet, könnte einiges sparen. […]

Betrugsmasche – Vorsicht bei Zahlung per PayPal „Freunde & Familie“

Betrugsmasche

Vorsicht bei Zahlung per PayPal „Freunde & Familie“

Aktuell ist eine neue, perfide Betrugsmasche im Umlauf. Die Täter machen sich dabei die Option „Freunde & Familie“ des beliebten Online-Bezahldienstes PayPal zunutze. Da durch das Vorgehen der Täter der Käuferschutz für den Betroffenen nicht greift, ist das Geld verloren. […]