Suchtgefahr für Kinder – Bundesprüfstelle prüft Spiel-App Coin Master

coin-master

Coin Master ist eine Spiel-App, die als Abenteuerspiel in den App-Stores erhältlich ist. In dem Spiel können User eigene, virtuelle Dörfer erbauen und die Dörfer anderer Spieler angreifen. Hierzu müssen Münzen durch das Spielen an einer Slotmaschine gewonnen werden. Pro Stunde sind fünf Versuche möglich. Darüber hinaus können weitere Versuche und Itmes in so genannten Lootboxen gekauft werden. Nach Angaben der Online Plattform OMR hat das Unternehmen mit diesem Geschäftsmodell bereits 280 Millionen Dollar eingenommen.

Jan Böhmermann kritisiert das Spiel

In seiner Sendung Neo Magazin Royale, vom 10. Oktober, hat der satirische Künstler Jan Böhmermann auf den Umstand aufmerksam gemacht, dass das Coin Master an Automatenglücksspiel angelehnt sei. Das Spiel werde dabei gezielt an Kinder und Jugendliche vermarktet. Ein Indiz hierfür sei zum Beispiel, die sehr kindgerechte und bunte Optik der Spiele-App. Zudem wird das Spiel durch zahlreiche bekannte Influencer beworben, die für viele Kinder und Jugendliche ein Vorbild sind.

Spielmechaniken aus dem Automatenglücksspiel

Das Spielen an der Slotmaschine bei Coin Master erinnert stark an einen Spielautomaten. In der Spiel-App werden Spielmechaniken verwendet, die aus dem Automatenglücksspiel entlehnt sind. Diese Spielmechaniken bergen ein hohes Suchtpotential, das für Kinder und Jugendliche gefährlich sein kann. Es ist zudem Investoren aus der Glücksspielbranche die hinter Moon Active, dem Produzenten des Spiels, stehen. „Bei Automaten-Spielen, wie Coin Master, ist es das Ziel, jemanden permanent in den Bann zu ziehen und damit Geld zu verdienen“, erklärt der Abteilungsleiter für Telekommunikation, Internet und Verbraucherrecht in der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg Oliver Buttler.

Ist Coin Master ein Glücksspiel?

Bei der Spiel-App Coin Master handelt es sich um eine Art simuliertes Glücksspiel, da lediglich um Punkte und nicht um echtes Geld gespielt wird. Die Merkmale für Glücksspiel sind, dass ein Geldeinsatz gemacht wird, dass es Geldgewinnmöglichkeiten gibt und ein auf Zufall basierender Spielausgang. Auch letzteren Punkt erfüllt Coin Master nicht, da der Spielablauf nicht zufällig ist, ist sondern auf Algorithmen basiert.

Böhmermann ruft zur Meldung der App auf

Böhmermann rief in seiner Sendung dazu auf, die App bei der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien zu melden. Die Prüfstelle darf nur auf Antrag von Behörden und Bildungsträgern tätig werden. Nachdem dort eine Vielzahl von Anträgen einging, wurde von der Bundesprüfstelle nun ein Indizierungsverfahren eingeleitet. Über die Indizierung von Coin Master entscheidet nun ein pluralistisch besetztes Gremium. Falls das Indizierungsverfahren erfolgreich ist, darf Coin Master in Zukunft Kindern und Jugendlichen nicht mehr zugänglich sein und erst ab 21 Jahren gespielt werden. Darüber hinaus darf das Spiel nicht mehr öffentlich zum Beispiel durch Influencer beworben werden. Mittlerweile wurde von Apple eine Altersbegrenzung auf 17+ für Coin Master vorgenommen, bei Google Play auf USK 16.

Gibt es ähnliche Vorwürfe gegen andere Spiele?

Die Problematik mit simuliertem Glücksspiel, das für Kinder und Jugendliche eine hohe Suchtgefahr darstellt, ist nicht neu. Coin Master ist nicht das einzige Spiel, das unter dem Verdacht steht, Kinder zum Glücksspiel zu verleiten. Auch bei anderen Smartphone- und Videospielen können Lootboxen gekauft werden. Die Anbieter entgehen auch hier den strengen Kontrollen durch den Jugendschutz oder die Glücksspielaufsicht, da es sich nie um echte Gewinne oder echtes Geld handelt.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


zwei × 3 =

Die aktuellsten telespiegel Nachrichten
Apple-Neuheiten - Apple Watch Series 6, iPad Air und Co. vorgestellt

Apple-Neuheiten

Apple Watch Series 6, iPad Air und Co. vorgestellt

Am Dienstagabend stellte Apple-Chef Tim Cook die neusten Geräte des US-amerikanischen Unternehmens vor. Dazu zählen insbesondere die Apple Watch Series 6 sowie das iPad Air. Wann genau das iPhone 12 vorgestellt wird, ist noch nicht bekannt – es dürfte allerdings nicht mehr lange dauern. […]

Cyberkriminalität – Die Gefahr im Netz wird von vielen unterschätzt

Cyberkriminalität

Die Gefahr im Netz wird von vielen unterschätzt

Eine Umfrage von Kaspersky hat ergeben, dass von vielen Internetnutzern die Gefahr unterschätzt wird, die dort lauert. Viele sehen sich selbst nicht als attraktives Ziel für Cyberkriminelle. Dabei wird insbesondere im Unterhaltungsbereich das Risiko eines kriminellen Angriffs unterschätzt. […]