Mehr Verbraucherschutz – Verkürzung von Vertragslaufzeitungen

Mehr Verbraucherschutz - Verkürzung von Vertragslaufzeitungen

Justizministerin Christine Lambrecht plant ein Gesetz, das Verbraucher vor möglichen Kostenfallen und Abzocke bei Telefonverträgen besser schützen soll. Bereits im März dieses Jahres kündigte die damalige Justizministerin Katarina Barley ein solches Gesetz an.

Die Verbraucherzentrale begrüßt das Gesetz

Da unerlaubte Telefonwerbung seit langer Zeit zu einem echten Problem für Verbraucher geworden ist, wird der Gesetzesvorschlag von Klaus Müller, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbandes, begrüßt: „Im Telefongespräch kann keiner überblicken, welche Konsequenzen ein Vertrag wirklich hat. Am Telefon abgeschlossene Verträge dürfen nur dann bindend sein, wenn der Verbraucher den Vertragsschluss im Nachgang bestätigt hat.“ Erst vor kurzem wurde von der Bundesnetzagentur ein Bußgeld in Höhe von 100 000 Euro gegen Vodafone Kabel Deutschland wegen unerlaubter Telefonwerbung verhängt.

Welche Änderung sieht das Gesetz vor?

In Zukunft wird eine schriftliche Bestätigung des Verbrauchers benötigt, damit ein Vertrag, der am Telefon geschlossen wurde, gültig ist. Die Verträge müssen künftig dokumentiert und unterschrieben werden. Müller kritisiert jedoch, dass das nun geplante Gesetz eine solche schriftliche Bestätigung lediglich für Energieverträge vorsieht. Er ist der Überzeugung, dass eine Bestätigung des Vertragsschlusses im Nachgang bei allen Verträgen gelten muss. Der Verbraucherzentrale lägen insbesondere Beschwerden über untergeschobene Telefonverträge vor.

Verkürzung der Vertragslaufzeiten

Die Änderungen sehen auch eine Verkürzung von Vertragslaufzeiten vor. Durch die üblichen 24-Monats-Verträge seien Kunden zu lang an einen Telefonvertrag gebunden, so dass der Wettbewerb behindert werde. Daher ist eine Verkürzung auf 12 Monate geplant. Dadurch wird den Kunden die Möglichkeit eingeräumt, einen Vertrag öfter zu wechseln und auf die eigenen Bedürfnisse anzupassen. Diese Laufzeitverkürzung soll sowohl Handyverträge als auch Mitgliedschaften im Fitness-Studio oder Zeitungs-Abos betreffen. Die Verkürzung ermöglicht den Verbrauchern, günstigere Angebote wahrnehmen zu können, ohne in einem zwei-Jahres-Vertrag gefangen zu sein. Die automatische Verlängerung, die bisher auf 12 Monate begrenzt war, soll in Zukunft auf nur noch drei Monate begrenzt sein. Auch bei der Kündigungsfrist soll es eine Änderung geben. Diese soll von drei Monaten auf einen Monat sinken.

„Es muss klar sein, dass Verbraucherinnen und Verbraucher hier in ihren Rechten gestärkt werden und nicht mit unfairen, überlangen Laufzeiten geknebelt (…) werden“

, so Justizministerin Lambrecht. Die Gesetzesvorschläge müssen nun im Kabinett und anschließend im Parlament beraten werden.

Weitere Informationen

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Die aktuellsten telespiegel Nachrichten
FRITZ!Box 7630 gestartet

FRITZ!Box 7630

Neuer Wi-Fi-7-Router für DSL startet

Wi-Fi 7 hält Einzug in die DSL-Welt: Die neue FRITZ!Box 7630 ist ab sofort erhältlich. Der kompakte Router bietet moderne Technik, sorgt aber wegen seines Preises für Diskussionen. Denn das leistungsstärkere Schwestermodell ist teilweise günstiger zu haben. […]

„Vinted“-Falle endet vor Gericht – Versicherung muss nicht zahlen

„Vinted“-Falle endet vor Gericht

Versicherung muss nicht zahlen

Eine Verkäuferin hat durch eine raffinierte Betrugsmasche auf „Vinted“ mehr als 1 900 Euro verloren. Sie forderte Ersatz von ihrer Versicherung. Ein Gericht hat jetzt allerdings entschieden, dass die Versicherung nicht für den entstandenen Schaden aufkommen muss. […]

Internetnutzung sinkt deutlich - Warum Menschen bewusster online sind

Internetnutzung sinkt erstmals deutlich

Warum viele Menschen bewusster online sind

Weniger Smartphone, weniger Social Media, weniger Zeit im Netz: Eine aktuelle Studie zeigt einen überraschenden Trend. Immer mehr Menschen reduzieren ihre Internetnutzung bewusst – und suchen nach mehr Konzentration, Ruhe und digitaler Balance im Alltag. […]

Neue Strom-Regeln ab Juni – Nachbarn dürfen ihre Energie teilen

Neue Strom-Regeln ab Juni

Nachbarn dürfen ihre Energie teilen

Eine Gesetzesänderung macht Energy Sharing in Deutschland möglich. Haushalte, Vereine und Unternehmen dürfen selbst erzeugten Strom künftig lokal teilen. Doch trotz großer Chancen gibt es noch offene Fragen bei der Umsetzung. […]