Urteil – Ausfiltern von eMails verletzt das Post- und Briefgeheimnis

Urteil - Ausfiltern von eMails verletzt das Post- und Briefgeheimnis

Ein wissenschaftlicher Mitarbeiter einer baden-württembergischen Universität war 1998 in Unfrieden aus der Hochschule ausgeschieden. Er hielt jedoch per eMail Kontakt mit dort beschäftigten Wissenschaftlern und Freunden. Im Herbst 2003 veranlasste die Universität, dass alle von dem ehemaligen Mitarbeiter eingehenden und alle an ihn ausgehenden eMails gezielt ausgefiltert wurden. Das geschah, ohne dass der Absender oder der Empfänger darüber informiert wurden. Der Wissenschaftler zog vor das Oberlandesgericht (OLG) Karlsruhe, das dem ehemaligen Mitarbeiter der Universität Recht gab.

Die Unterdrückung von eMails durch Verantwortliche für einen Unternehmens- oder Hochschulserver ist eine Verletzung des Post- und Briefgeheimnisses, entschied das OLG. Eine Ausnahme sei lediglich die Sperrung beispielsweise aufgrund einer Abwehr drohender Viren-Angriffe. Das sei ein besonderer Rechtfertigungsgrund. (Aktenzeichen 1 Ws 152/04) Das Urteil des Oberlandesgerichts Karlsruhe ist die bundesweit erste obergerichtliche Entscheidung zu diesem Thema.

Weitere Informationen

Gerichtsurteile – Internet
Kostenloses eMailpostfach

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


zwölf − 1 =

Die aktuellsten telespiegel Nachrichten
Neuer Service – Telekom vermietet WLAN-Techniker zum Flatrate-Preis

Neuer Service

Telekom vermietet WLAN-Techniker zum Flatrate-Preis

Die Deutsche Telekom bietet einen Digital Home Service an, der sich an Kunden aller Provider richtet und ein Rundum-sorglos-Paket für das eigene Heimnetzwerk bietet. Im Service inbegriffen sind sowohl telefonische Beratungen, sichere Fernzugriffe sowie Vor-Ort-Termine. […]