Urteil – Entgelte für Browsergame bei Nutzung durch Minderjährige

Urteil zur Haftung bei Browsergame Nutzung durch Minderjährigen

In dem Internet gibt es zahlreiche dieser Spiele. Sie können direkt und ohne zusätzlichen Softwaredownload in dem Internetbrowser aufgerufen und gespielt werden. Ihre Nutzung ist eigentlich kostenlos, doch das Spielprinzip ist so aufgebaut, dass der Spieler nahezu ausschließlich durch den Zukauf kostenpflichtiger Features dauerhaft erfolgreich sein kann. Wenn der Spieler das Browsergame also einige Zeit gespielt hat, liegt es nahe, dass er weitere Funktionen hinzukauft, die ihm im weiteren Spielverlauf nützlich sind. Auf diese Art wurden bereits viele Telefonrechnungen drastisch erhöht, denn der Kauf der Feature kann per Anruf und der damit verbunden Zahlung über die Telefonrechnung erfolgen. Auch der Sohn des Klägers hatte der Verführung nicht widerstanden und über eine kostenpflichtige Rufnummer weitere Features für ein Onlinespiel freischalten lassen. Innerhalb von drei Monaten waren so Kosten in Höhe von 430,- € am väterlichen Telefonanschluss entstanden. Der Vater des minderjährigen Jungen klagte gegen den Spieleanbieter. Er war der Meinung, dass er den Betrag nicht zahlen müsse, denn er habe sein Kind angewiesen, keine kostenpflichtigen Rufnummern anzuwählen.

Das Gericht pflichtete dem Vater bei, er erhält die eingezogenen Beträge zurück. Es sei kein wirksamer Vertrag mit dem Vater zustande gekommen, der seinem minderjährigen Sohn die Nutzung der kostenpflichtigen Version des Spiels nicht gestattet hatte. Auch habe der Spieleanbieter nicht von einer Anscheinsvollmacht ausgehen dürfen, denn aufgrund seines Geschäftsprinzip kenne er weder den Geschäftspartner noch die vertragsvermittelnde Person. Zudem könne er nicht davon ausgehen, dass ein Vater die Nutzung einer solchen kostenpflichtigen Leistung durch sein minderjähriges Kind billige.

Amtsgericht Hamburg, Aktz. 7c C 53/10 vom 12.01.2011

Weitere Informationen

Gerichtsurteile Internet
Gerichtsurteile Telefonanschluss

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


vierzehn + 3 =

Die aktuellsten telespiegel Nachrichten
Deutscher Bundestag

E-Commerce

Neue Gesetze zur Stärkung des Verbraucherschutzes

Das Bundeskabinett hat einen neuen Gesetzentwurf beschlossen, der die Verbraucherrechte stärken soll. Beispielsweise müssen Software-Updates künftig über den „maßgeblichen Nutzungszeitraum“ bereitgestellt werden. Darüber hinaus sollen Unternehmen zu einer „wesentlichen Hinweispflicht“ verpflichtet werden. […]

Hausbesuch durch Inkassounternehmen - Schuldner kann das ablehnen

Hausbesuch durch Inkassounternehmen

Schuldner kann das ablehnen

Kann ein Kunde seine Rechnung nicht bezahlen, folgt im ersten Schritt eine Mahnung. Erfolgt daraufhin ebenfalls keine Zahlung können Unternehmen ein Inkassounternehmen mit dem Forderungseinzug beauftragen. Jedoch gibt es für anfallenden Kosten klare Grenzen. […]

Hochgefährliche Sicherheitslücken – Browser-Update jetzt durchführen

Hochgefährliche Sicherheitslücken

Browser-Update jetzt durchführen

Für den Chrome-, Edge- und Firefox-Browser stehen neue Versionen bereit, mit denen gefährliche Schwachstellen geschlossen werden. Um sicher im Netz surfen zu können, sollte schnellstmöglich das entsprechende Browser-Update durchgeführt werden. […]