Vibratoralarm – Sextoys lassen sich hacken

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Das Internet der Dinge bzw. Internet Of Things ist in aller Munde. Der eine oder die andere mag aber erst so richtig auf den Geschmack kommen, wenn es um das ganz persönliche Vergnügen geht. Und siehe da: Es gibt inzwischen Sex-Spielzeuge, die nicht nur die eigene Wollust befriedigen, sondern über Bluetooth per Smartphone fernsteuerbar sind. Das schafft ein völlig neues Erlebnis der Lust. Was sich aber Mann bzw. Frau in den feuchtesten Träumen eher nicht gedacht hätte: Diese Vibratoren lassen sich hacken und fernsteuern. Das klingt zunächst wie eine neue Variante einer speziellen intimen Spielart, zeigt aber enorme Gefahren durch das Internet der Dinge auf.

Australische Sicherheitsexperten hacken Vibrator

Im Rahmen der Hackerkonferenz DEF CON präsentierte das Team Goldfisk and Follower, wie ein smarter Lustspender nicht nur problemlos gehackt wird, sondern welche Daten dieser an den Hersteller sendet. Damit wird das intimste Vergnügen plötzlich zu einer öffentlichen Angelegenheit.

Konkret ging es um den Vibrator We-Vibe 4 Plus des Hersteller Standard Innovation Corporation. Dieser lässt sich per Bluetooth und einer App fernsteuern. Zusätzlich gibt es wie bei einigen Internet-der-Dinge-Anwendungen serverseitige Funktionen. Das heißt, Daten werden auch auf den Server des Herstellers überragen. Das entspricht in dem Fall sogar mit den Nutzungsbedingungen, wenn auch in einigen Ländern möglicherweise nicht dem geltenden Datenschutz.

Da der Hersteller Bluetooth nutzt, musste er die entsprechenden technischen Eigenschaften der US-Regulierungsbehörde übersenden. Das heißt: Diese waren öffentlich. Daher war es den Hackern ein Leichtes, ein solches Gerät auf Basis der bekannten Daten fernzusteuern. Es gelang ihnen unter anderem, die Intensität der Vibration zu steuern. Der Buetooth-Chip war nicht ausreichend gegen Zugriff durch Dritte gesichert. Zusätzlich gelang es ihnen, einen Albtraum für freudige Nutzer wahr werden zu lassen. Denn das Gerät sendet alle Funktionsdaten zum Server des Herstellers. Diese Daten konnten die Hacker mitlesen. Darin enthalten sind unter anderem Angaben, wann der Lustspender wie lange und in welcher Intensität ein erotisches Vergnügen bereitet. Selbst die dabei erreichte Temperatur wurde übermittelt.

Hack des Vibrators – Intimität wird öffentlich

Politiker und Befürworter betonen bei einer Lockerung des Datenschutzes immer gern den Satz: „Ich habe nichts zu verbergen ….“ Durch den Voyeurismus der Hersteller spielt aber eine zusätzliche Instanz in der Dunkelheit der Privatsphäre mit. Intime Aktivitäten werden auf diese Weise in das Schaufenster der Öffentlichkeit gestellt. Nicht jeder Mensch ist Exhibitionist genug, dass ihm ein virtueller Zuschauer nichts ausmacht. Daher ist spätestens mit diesem Hack ein entscheidender Punkt bei der Bewertung des Internets der Dinge erreicht. Der Punkt, an dem sich jeder zwei Fragen stellen sollte: „Warum müssen bestimmte Daten an Hersteller gesendet werden und will ich das wirklich?“ Das gilt für alle Anwendungen. Wer aber seinem intimen Verlangen weiterhin in der „Dunkelheit“ der Privatsphäre nachgehen möchte, muss zukünftig nicht nur die Gardinen schließen bzw. das Licht ausmachen …

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