Google Home – der große Lauschangriff fürs Wohnzimmer

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Jetzt ist es soweit. Gestern hat Google sein neues Produkt Google Home vorgestellt. Die Präsentation war an vielen Stellen noch etwas wage, lässt aber auf die Funktionen des Systems schließen. Dabei handelt es sich um eine interaktive Lautsprecherbox, die ähnlich wie Amazon Echo Aufgaben ausführt und Fragen beantwortet. Eingebunden in ein Smart-Home-Netzwerk kann Google Home unter anderem Heizungen steuern, Licht einschalten oder Musik in allen Zimmern gleichzeitig starten. Voraussetzung ist, dass entsprechende Geräte mit der Box verbunden sind. Google Home eignet sich aber auch für deutlich komplexere Aufgaben wie das Bestellen von Konzertkarten oder das Buchen von Flügen. Die Box erscheint Ende des Jahres und vorerst in den USA.

So funktioniert Google Home

Google Home ist via WLAN mit anderen Geräten verbunden. Insbesondere das Zusammenspiel mit Smartphones und Computern, aber auch mit Google Chromecast bietet dabei viel Potenzial. Die Lautsprecherbox ist auf Dauer-Zuhören eingestellt, um auf Sprachbefehle reagieren zu können. Ähnlich wie bei Google Now greift der Sprachassistent Google Assistent Ansprachen mit „Okay, Google …“ auf und arbeitet den Befehl bzw. die Frage ab. Dabei nutzt die Box auf eine riesige Datenbasis, die Google über die Nutzer gesammelt hat. Unter anderem könnten Such-Historien der Suchmaschine, persönliche Einstellungen und getätigte Käufe herangezogen werden, um für den Nutzer das optimale Ergebnis zu liefern.

Ob Google Home zum Verkaufsstart bereits komplexe Aufgaben wie das Online-Bestellen von Eintrittskarten möglich machen wird, ist abzuwarten. Einfache Aufgaben wird das Gerät sicherlich bewältigen können. Daher ist Google Home eine technisch sehr interessante Variante von Amazon Echo, die dank größerer Datenbasis und mehr Funktionalität den Alltag der Menschen maßgeblich erleichtern könnte.

Kritik: Lauschangriff auf die Privatsphäre

Das Problem ist jedoch, dass die Privatsphäre komplett ausgehebelt wird. Google ist ohnehin nicht als besonders datenschutzorientiert bekannt, Immerhin generiert der Konzern Umsatz mit Suchprofilen und dem Sammeln von möglichst vielen Informationen. Mit Google Home greift der Konzern aber noch weiter als Amazon mit der Echo-Box in das Leben der Menschen ein. Die Box hört Gespräche ab, um auf Befehle reagieren zu können.

Damit holt sich der Käufer eine Abhöranlage ins Haus, die theoretisch dazu genutzt werden kann, den gesamten Haushalt zu observieren. Die Innovation steht einer ausgehebelten Privatsphäre gegenüber. Hier sind nicht nur Käufer gefragt, sich selbst die Sinnfrage zu stellen. Denn keine der Funktionen ist unersetzlich. Sie machend das Leben allenfalls etwas bequemer. Zugleich ist der Eingriff in die Privatsphäre aber stärker noch als bei vielen Smartphone-Funktionen immens. Daher sind auch Datenschützer und Politiker gefordert, diese Form von Überwachung auf den Prüfstand zu stellen. Denn der Nutzer bestimmt zwar durch das Aufstellen der Box, dass er abgehört wird. Den wenigsten dürfte aber bewusst sein, welcher Missbrauch oder welche Datensammlung mit dieser als Abhöranlage funktionierenden Lautsprecherbox möglich ist. Am Ende wird Google seine umfassende Datensammlung über einzelne Nutzer und sogar unbeteiligte Dritte durch Aufzeichnung der Lebensgewohnheiten deutlich erweitern und für eigene Zwecke kommerziell nutzen können.

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