Reine Telefonanschlüsse – Telekom wird teurer

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Sie wirken fast wie ein Fossil: Telefonanschlüsse ohne Internet bzw. ohne DSL. Aber es gibt sie noch. Fast ausschließlich bei der Telekom. Der Marktführer fasst diese Anschlüsse als Tarifstruktur unter dem Titel Telekom Call zusammen. Viele der Kunden nutzen diese Anschlüsse bereits lange und verzichten bewusst auf das Internet. Über Jahre hinweg blieben die Preise stabil. Das hat sich geändert. Zum 1. Mai 2017 hat die Telekom ihre Preise um jeweils einen Euro in der Grundgebühr angehoben. Soweit die Tarife Minutenpreise enthielten, bleiben diese erhalten. Das günstigste Angebot, Call Start Analog kostet nun 20,95 Euro monatlich. Kunden können der Preiserhöhung nicht widersprechen, jedoch kündigen. Ein Wechsel ist schwierig, da es kaum Anbieter reiner Telefonanschlüsse gibt. Allerdings sind DSL-Tarife mit Telefon und Internet jetzt im Einzelfall ggf. attraktiv. Alternativ gibt es passende Festnetz Alternativen als Mobilfunkanschluss mit Festnetzrufnummer. Die Telekom begründet ihre Preiserhöhung für die „nackten“ Telefonanschlüsse mit nicht mehr auffangbaren Mehrkosten.

Parallel läuft Umstellung auf IP-Technologie

Parallel läuft unabhängig von der Preissteigerung eine Umstellung der Anschlüsse auf Voice over IP (VoIP). Dafür modernisiert die Telekom derzeit ihre Leitungsnetze und zwingt Nutzer von DSL-Anschlüssen, moderne Hardware zu nutzen. Mit dieser ist VoIP an allen Anschlüssen möglich und die Kunden erhalten zusätzliche Leistungen und mehr Komfort.

Bei den reinen Call-Anschlüssen ist dieser Weg über neue Hardware am Kundenanschluss jedoch nicht möglich. Daher werden derzeit sowohl reine Analog-Kunden als auch die letzten ISDN-Kunden automatisch auf IP-Technologie umgestellt werden. Dazu baut die Telekom die erforderliche Technik direkt in die Vermittlungsstellen ein. Diese wandeln die Sprachpakete in die bisherigen Signale um und leiten sie an den unveränderten Anschluss in der Wohnung weiter. Nebeneffekt: Den häufig älteren Menschen wird so das Anschaffen neuer Geräte erspart.

IP-Umstellung bringt Call-Kunden keine Preissenkung

Diese Umstellung in den Vermittlungsstellen ist in Deutschland die Ausnahme. Dabei machen es Nachbarstaaten wie Österreich vor. Der österreichische Anbieter A1 hat seine Anschlüsse alle auf IP-Technologie umgestellt, ohne dass die Kunden neue Hardware benötigen. Die Preise sind dadurch sogar gesunken, weil ein IP-Netz deutlich weniger Wartungskosten verursacht. Die Telekom hat sich in Deutschland jedoch in der Masse dagegen entschieden. Sie rüstet nur für Call-Kunden in den Vermittlungsstellen die erforderliche Technik nach. Nutzer eines DSL-Anschlusses müssen IP-taugliche Telefone bzw. Router nutzen, die sie optional von der Telekom mieten können.

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