Urteil – Unfreie Rücksendung zu Online-Händlern

Urteil - Unfreie Rücksendung zu Online-Händlern

Die Bereitschaft der User, Käufe auch im Internet zu tätigen, steigt. Das hat seine Gründe, schließlich kann so bequem am Monitor verglichen, ausgewählt und sogar bezahlt werden. Wer bei einem renommierten Online-Shop kauft, ist dann meist auch auf der sicheren Seite. Schließlich haben auch Online-Käufer Rechte.

Die AGB, die Käufer und Verkäufer absichern sollen, sollten auf der Internetseite des Händlers zu finden sein. Wurden sie aber nicht genauestens dem geltenden Recht angepasst, ermöglicht das Konkurrenten, den Händler abzumahnen. Das hat für den Abmahnenden nicht nur den Vorteil, dem Konkurrenten das Leben schwerer zu machen und Chancengleichheit auf dem Markt zu schaffen: Viele nutzen dies auch als Möglichkeit, hoch veranschlagte Abmahngebühren geltend zu machen.

Um eine einstweilige Verfügung ging es dem Konkurrenten eines Händlers auf der Auktionsplattform eBay. Der Händler hatte in Bezug auf das gesetzliche Widerrufsrecht des Verbrauchers angegeben, dass unfrei zurückgesendete Waren nicht angenommen würden. Diese war eine der strittigen Klauseln, um die es in dem Urteil geht. Das Hanseatische Oberlandesgericht gab dem Konkurrenten recht und verbot dem Händler die Benutzung dieser Klausel.

„Denn der interessierte Verbraucher kann diese Regelung nur dahin verstehen, dass das Widerrufs- und Rückgaberecht unter der Bedingung der Frankierung der Sendung und somit der Vorleistungspflicht des Verbrauchers steht“, erklärte das Gericht. Aber das widerspricht dem klaren Wortlaut der gesetzlichen Regelung, wonach die Kosten der Rücksendung bei Widerruf und Rückgabe der Unternehmer zu tragen hat. Der Verbraucher dürfe somit nicht zu einer Vorleistung verpflichtet werden. Dass die Rücksendekosten bei einem Widerruf jedoch im Ausnahmefall, zum Beispiel bei einem geringen Warenwert, auf den Käufer übertragen werden dürfen, bleibt von dem Urteil unangetastet.

Hanseatisches Oberlandesgericht, Aktenzeichen 5 W 15/07 vom 14. Februar 2007
Vorinstanz: Landgericht Hamburg, Zivilkammer 12, vom 17.1.2007, Aktenzeichen 312 O 929/06

Weitere Informationen

Gerichtsurteile – Internet
In dem Internet einkaufen

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


Die aktuellsten telespiegel Nachrichten
Freude schlägt Herzen - die beliebtesten Emojis der Deutschen

Freude schlägt Herzen

Das sind die beliebtesten Emojis der Deutschen

Lachen statt Herzen: Die Deutschen setzen in ihren Chats vor allem auf gute Laune. Eine aktuelle Bitkom-Umfrage zum World Emoji Day zeigt außerdem, wie selbstverständlich Emojis inzwischen zum digitalen Alltag gehören – und warum sie trotzdem manchmal für Missverständnisse sorgen. […]

Das Smartphone ersetzt fast alles – darauf achten Nutzer wirklich

Das Smartphone ersetzt fast alles

Darauf achten Nutzer wirklich

Eine gute Kamera gehört heute zu den wichtigsten Kaufkriterien für Smartphones. Gleichzeitig ersetzt das Gerät immer mehr Alltagshelfer, nutzt KI für Fotos und speichert zahlreiche sensible Daten, die besonders geschützt werden sollten. […]

OLG stoppt Telefónica – Urteil stärkt Kunden bei Handyverträgen

OLG stoppt Telefónica

Urteil stärkt Kunden bei Handyverträgen

Verbraucherschützer konnten vor Gericht einen Erfolg erzielen. Denn Telefónica wurde eine AGB-Klausel untersagt, mit der Mobilfunkverträge trotz Mindestlaufzeit einseitig durch das Unternehmen gekündigt werden konnten. Das Urteil stärkt die Rechte von Kunden und sorgt für mehr Vertragssicherheit. […]

KI in der App-Entwicklung: Chancen, Risiken und Trends 2026

KI in der App-Entwicklung

Chancen, Risiken und Trends 2026

Künstliche Intelligenz verändert die App-Entwicklung grundlegend. Von automatischer Codegenerierung über intelligentes UI-Design bis hin zu neuen Geschäftsmodellen: Der Ratgeber zeigt, welche Möglichkeiten KI heute bietet, wo ihre Grenzen liegen und worauf Unternehmen und Entwickler beim Einsatz achten sollten. […]

Kinder schützen durch Chats prüfen? – das hat die EU jetzt entschieden

Kinder schützen durch Chats prüfen?

Das hat die EU jetzt entschieden

Das EU-Parlament hat einer neuen Übergangsregelung zur Chatkontrolle zugestimmt. Die Maßnahme bleibt dennoch umstritten und innerhalb der EU wird weiter an einer langfristigen gesetzlichen Lösung für den Kinderschutz gearbeitet. […]

Messwoche liefert Millionen Daten – wie gut ist der Mobilfunk wirklich?

Messwoche liefert Millionen Daten

Wie gut ist der Mobilfunk wirklich

Fast 20 Millionen Messpunkte liefern ein aktuelles Bild der Mobilfunkversorgung in Deutschland. Die Ergebnisse der zweiten Mobilfunkmesswoche zeigen den Fortschritt beim 5G-Ausbau und helfen dabei, Versorgungslücken zu erkennen und künftig zu schließen. […]