Google Street View – Nutzerdaten aus WLAN-Netzwerken mitgeschnitten

Google Street View - Nutzerdaten aus WLAN-Netzwerken mitgeschnitten

Der Wissenshunger von Google, unter anderem Betreiber der gleichnamigen Suchmaschine, ist enorm. Der Konzern sammelt Daten, verknüpft sie miteinander und nutzt sie für seine Dienste. Auch wenn sie zunächst nicht verwendet werden, legt Google ein Archiv von Informationen an. Für seinen Dienst Street View ließ Google mit Rundum-Kameras versehene Fahrzeuge durch die Straßen diverser Länder fahren und diese fotografieren. Daraus entsteht in dem Internet unter Google Street View eine Möglichkeit, die Orte virtuell zu betrachten. In seiner Sammelwut ist Google dieses Mal jedoch offensichtlich zu weit gegangen. Die Erfassung der Daten für Street View in Deutschland hatte erboste Datenschützer auf den Plan gerufen, insbesondere als bekannt wurde, dass Google bei seinen Kamerafahrten zugleich auch Informationen über WLAN-Funknetzwerke (Verschlüsselungsstatus, MAC-Adresse und SSID) erfasst. Google räumte in seinem offiziellen Blog nun ein, dass auch Nutzerdaten, beispielsweise Fragmente von Emails und Internetseiten-Aufrufen, im Vorbeifahren aus ungesicherten WLAN-Netzwerken mitgeschnitten wurden und zwar bereits seit drei Jahren in mehr als 30 Ländern, darunter auch Deutschland.

Das sei jedoch unabsichtlich geschehen, beteuert der Konzern und bezeichnet es zugleich als „sehr großer Fehler,„ den er zutiefst bedauere und für den er um Entschuldigung bitte. Ein Programmierfehler in der Software der mit den Kameras ausgerüsteten Fahrzeugen sei der Grund dafür, dass die insgesamt rund 600 Gigabyte persönliche Nutzerdaten versehentlich mitgeschnitten wurden.

Die gespeicherten Daten würden so schnell wie möglich vernichtet, versprach Google und gelobte Besserung. Derweil seien die Fahrten der Street View-Fahrzeuge vorerst gestoppt worden. Die Panne sei entdeckt worden, als der Hamburger Datenschutzbeauftragte eine entsprechende Anfrage gestellt hatte. Deutsche Politiker bezeichnen das Eindringen in die WLAN-Netzwerke als illegal und fordern Google auf, endlich offenzulegen, welche Daten bei Street View erfasst, gespeichert, vernetzt und vermarktet werden.

Update vom 18.11.2010
Virtuelle Stadtrundfahrt – Google Street View in Deutschland gestartet

Update vom 30.04.2012
Die amerikanischen Telekommunikationsbehörde Federal Communications Commission (FCC) hat den Vorfall untersucht und kam zu dem Ergebnis, dass die entsprechende Software speziell für diesem Zweck von einem Google-Mitarbeiter geschrieben wurde.

Update vom 30.07.2012
Google hat zugegeben, dass die Löschung der WLAN-Daten aus Street View nicht erfolgreich verlaufen ist. Man habe noch solche Daten auf den eigenen Datenträgern gefunden.

Update vom 13.03.2013
Google ist wegen des Sammelns von WLAN-Daten während der Street View-Fahrten von 38 US-Bundesstaaten zu der Zahlung einer Geldstrafe in Höhe von sieben Milliarden US-Dollar verurteilt worden. Zudem muss das Unternehmen einige Auflagen erfüllen. In Deutschland war das Verfahren gegen Google eingestellt worden.
Weitere Informationen
Sicherheit im Internet
Internetanschluss

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


4 × zwei =

Die aktuellsten telespiegel Nachrichten
Bundesnetzagentur - Beschwerden zu Werbeanrufen auf Höchststand

Bundesnetzagentur

Beschwerden zu Werbeanrufen auf Höchststand

Im Jahr 2021 hat die Bundesnetzagentur so viele Beschwerden zu unerlaubter Telefonwerbung verzeichnen können wie noch nie zuvor. Entsprechend hoch waren damit auch die verhängten Bußgelder. Daher sollte solche Anrufe umgehend gemeldet werden. […]

Drillisch Online – DSL-Anschlüsse nun auch für Neukunden erhältlich

Drillisch Online

DSL-Anschlüsse nun auch für Neukunden erhältlich

Ab sofort vermarktet Drillisch DSL-Anschlüsse mit Bandbreiten von bis zu 250 Megabit pro Sekunde auch für Neukunden. Der Anbieter wirbt bei den Tarifen mit einer Tarifstabilität, die die Drillisch-Tarife von 1&1 DSL-Anschlüssen unterscheiden. Die Anschlüsse sind beispielsweise bei winSIM oder sim.de erhältlich. […]

Messenger Test - Note 1 für Signal, Telegram mit deutlichen Defiziten

Messenger Test

Note 1 für Signal, Telegram mit deutlichen Defiziten

Während Messenger Dienst Signal von Größen wie Edward Snowden empfohlen wird, steht der Telegram-Messenger immer häufiger in Kritik. IT-Sicherheitsexperten haben sich beide Messenger genauer angesehen und neben Berechtigungen sowie Usability besonders die AGB sowie die Sicherheit unter die Lupe genommen. […]